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Wanises Kommentar: England gewinnt – und beweist einmal mehr, dass Geduld manchmal die beste Taktik ist

Es gibt Fußballabende, an denen ein Favorit den Gegner von der ersten Minute an überrollt. Und es gibt England.

Der 2:0-Erfolg gegen Panama war kein Offensivfeuerwerk, keine Gala und auch kein Spektakel. Aber er war genau das, was große Turniermannschaften auszeichnet: kontrolliert, geduldig und am Ende souverän. Die „Three Lions“ mussten nicht glänzen – sie mussten liefern. Und genau das haben sie getan.

Allerdings brauchte England erst einmal einen langen Anlauf. Panama machte das, was Außenseiter bei einer Weltmeisterschaft nun einmal tun: tief stehen, Räume eng machen und darauf hoffen, dass der Favorit irgendwann die Nerven verliert. Über weite Strecken der ersten Halbzeit schien dieser Plan sogar aufzugehen. England hatte viel Ballbesitz, aber erstaunlich wenige Ideen. Es wirkte fast so, als würden die Engländer versuchen, den Ball ins Tor zu kombinieren, anstatt einfach einmal abzuschließen.

Doch große Mannschaften besitzen eine Eigenschaft, die man nicht in Statistiken messen kann: Sie bleiben ruhig.

Nach der Pause erhöhte England Schritt für Schritt den Druck. Plötzlich wurde schneller gespielt, mutiger kombiniert und entschlossener der Abschluss gesucht. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Jude Bellingham brach mit seinem Treffer den Widerstand der Panamesen und sorgte für die längst überfällige Führung.

Kaum hatte sich Panama vom ersten Schock erholt, schlug Harry Kane zu. Der Kapitän machte genau das, was er seit Jahren auf höchstem Niveau beherrscht: Er stand dort, wo ein Torjäger stehen muss. Mit dem 2:0 war die Partie entschieden – und gleichzeitig der Gruppensieg perfekt.

England hat dieses Spiel nicht spektakulär gewonnen. Aber vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieser Mannschaft.

Während andere Favoriten in der Gruppenphase bereits ihre ersten Nerven zeigten, erledigten die Engländer ihre Pflichtaufgabe ohne Hektik. Kein wildes Anrennen, keine unnötigen Risiken, keine Panik. Es war Fußball mit angezogener Handbremse – aber eben auch mit voller Kontrolle.

Panama darf das Turnier trotzdem erhobenen Hauptes verlassen. Die Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und machte es einem der Titelanwärter lange schwer. Dass José Fajardos vermeintlicher Anschlusstreffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde, passte letztlich ins Bild eines Abends, an dem das kleine Fußballwunder ausblieb.

Hinter England sicherte sich Kroatien mit einem Sieg gegen Ghana den zweiten Platz. Die Ghanaer wiederum dürfen als Gruppendritter weiterhin hoffen, dass ihr WM-Abenteuer noch nicht beendet ist.

England hingegen blickt nun nach vorne. Der Gruppensieg ist geschafft – ohne großes Theater, aber mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die weiß, dass Weltmeisterschaften nicht in der Gruppenphase gewonnen werden.

Vielleicht ist genau das der größte Unterschied zu früheren englischen Generationen. Früher wollte England immer glänzen. Dieses England will vor allem weiterkommen.

Und das ist meistens der deutlich erfolgreichere Plan.

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