In Amerika gibt es für alles eine Kommission.
Für Wirtschaft.
Für Sicherheit.
Für UFOs.
Und jetzt auch für die Religion.
Donald Trump ließ eine „Kommission für Religionsfreiheit“ einen umfangreichen Bericht erstellen, der pünktlich zum 250. Geburtstag der USA präsentiert wurde.
Man könnte sagen:
Moses hatte zehn Gebote. Washington bekommt jetzt einen Behördenbericht.
Mehr Freiheit – aber bitte nach Gebrauchsanweisung
Die Kommission schlägt unter anderem vor:
- eine Meldestelle für Lehrer, die Verstöße gegen Religionsfreiheit beobachten,
- eine Taskforce für Elternrechte,
- mehr Unterstützung religiöser Einrichtungen,
- stärkeren Schutz gläubiger Beschäftigter,
- und natürlich neue Leitlinien für das Militär.
Kurz gesagt:
Selbst der Himmel braucht inzwischen offenbar ein Organigramm.
Kritiker sehen christlichen Tunnelblick
Nicht alle waren begeistert.
Mehrere interreligiöse Organisationen kritisieren, die Kommission vertrete vor allem konservativ-christliche Positionen und lasse andere Glaubensrichtungen weitgehend außen vor.
Sie sprechen von einem Bericht mit deutlichem politischem Einschlag.
Oder anders formuliert:
Wenn Vielfalt das Ziel war, hätte man vielleicht etwas vielfältiger anfangen können.
Konkurrenzbericht inklusive
Weil in Amerika auf jeden Bericht zuverlässig ein Gegenbericht folgt, legten mehrere Organisationen gleich ihre eigene Version vor.
Titel:
„Religionsfreiheit für alle.“
Das ist ungefähr so amerikanisch wie zwei Anwälte, die sich darüber streiten, wem die Verfassung besser gefällt.
Der Präsident bekam den Bericht persönlich
Die Kommission übergab ihr Werk direkt im Oval Office an Donald Trump.
Ob der Präsident alle Seiten gelesen hat, ist nicht bekannt.
Politische Beobachter vermuten allerdings, dass zumindest die Stellen mit seinem Namen besondere Aufmerksamkeit erhalten haben.
Fazit
Amerika diskutiert einmal mehr über Religion, Freiheit und Politik.
Die einen sehen darin den Schutz eines Grundrechts.
Die anderen den Versuch, Politik mit Weihwasser zu würzen.
Fest steht:
Kaum irgendwo wird über die Trennung von Staat und Kirche so leidenschaftlich gestritten wie in einem Land, in dem Politiker ihre Reden regelmäßig mit „God bless America“ beenden.