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Wanises Kommentar: Kongo kämpft, leidet und glaubt – genau deshalb lebt das WM-Märchen weiter

Wer bei einer Weltmeisterschaft nur auf die großen Namen schaut, verpasst genau solche Abende.

Die Demokratische Republik Kongo steht im Sechzehntelfinale – und das nicht, weil sie den schönsten Fußball gespielt hätte. Sondern weil sie niemals aufgehört hat, an sich zu glauben.

Dabei begann der Abend alles andere als nach Plan. Usbekistan erwischte den Favoriten auf dem falschen Fuß und spielte mit einer Selbstverständlichkeit auf, die viele überrascht haben dürfte. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Eldor Shomurodov zirkelte den Ball traumhaft ins Netz und brachte sein Team völlig verdient in Führung. Zu diesem Zeitpunkt schien eher Usbekistan auf dem Weg in die K.-o.-Runde zu sein.

Der Kongo wirkte nervös, fahrig und ungewohnt fehleranfällig. Selbst der vermeintliche Ausgleich durch Mbuku verpuffte nach dem Eingreifen des VAR. Die Entscheidung war korrekt – doch für die Kongolesen fühlte sie sich zunächst wie der nächste Rückschlag an.

Und genau hier begann eigentlich die Geschichte dieses Spiels.

Anstatt auseinanderzufallen, arbeitete sich die Mannschaft Stück für Stück zurück. Nicht spektakulär, sondern mit Leidenschaft. Jeder gewonnene Zweikampf schien neue Energie freizusetzen. Jeder Sprint machte deutlich: Diese Mannschaft wollte sich ihre Weltmeisterschaft nicht nehmen lassen.

Dann kam ausgerechnet Khusanov.

Der Abwehrchef Usbekistans, über das gesamte Turnier einer der auffälligsten Spieler seiner Mannschaft, wurde innerhalb weniger Minuten zur tragischen Figur. Erst brachte er Wissa im Strafraum zu Fall und ermöglichte dem Kongo per Elfmeter den Ausgleich. Wenig später hob er beim Treffer von Mayele unglücklich das Abseits auf – zwei Szenen, die das komplette Spiel kippten.

So grausam kann Fußball manchmal sein.

Für Khusanov endet dieses Turnier mit zwei bitteren Momenten. Für den Kongo begann genau dort das große Feiern.

Als Wissa in der Nachspielzeit schließlich das 3:1 erzielte, brachen alle Dämme. Spieler, Trainer und Fans wussten sofort: Das Ticket für das Sechzehntelfinale war gelöst.

Und genau deshalb liebt man Weltmeisterschaften.

Nicht weil immer die Favoriten gewinnen. Sondern weil Mannschaften wie die Demokratische Republik Kongo zeigen, dass Herz, Wille und Zusammenhalt manchmal wichtiger sind als große Namen oder Marktwerte.

Usbekistan darf sich trotz des Ausscheidens ebenfalls erhobenen Hauptes verabschieden. Die Mannschaft spielte mutig, überraschte den Gegner und war lange Zeit mindestens ebenbürtig. Am Ende entschieden nicht fehlender Einsatz oder mangelnde Qualität das Spiel, sondern zwei unglückliche Momente eines ansonsten starken Verteidigers.

Der Kongo hingegen reist weiter.

Vielleicht nicht als Favorit. Vielleicht nicht als schönste Mannschaft des Turniers. Aber ganz sicher als eine der emotionalsten.

Und manchmal sind genau solche Teams die gefährlichsten, wenn die K.-o.-Phase beginnt.

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