Na servas! Wer glaubt hat, Österreich spielt einmal a ganz normales Fußballspiel, der glaubt wahrscheinlich auch noch an pünktliche Züge am Westbahnhof.
Am Ende steht gegen Algerien ein herrlich verrücktes 3:3 – und des Wichtigste: Mir san weiter! Alles andere is eh nur Beilage.
Nach dem 1:1 zur Pause haut da Sabitzer des 2:1 eini und ganz Österreich denkt sich: „Na schau, heut geht’s amoi gemütlich.“
Fünf Minuten später kommt da Mahrez daher und sagt: „Gemütlich? Net mit uns!“ Zack – 2:2.
Danach is lang nix passiert. Österreich hat den Autobus vorm Tor eingeparkt. Aber net irgendeinen – an Doppeldecker mit Anhänger. Algerien hat den Ball hin und her g’schoben wie a Pensionist seinen Einkaufswagen beim Billa.
Und dann… Nachspielzeit.
Mahrez trifft zum 3:2.
Ganz Österreich: „Na geh! Des gibt’s ja net!“
Der Nachbar flucht, der Hund rennt unters Sofa, irgendwo fällt a Schnitzel vom Teller und der Fernseher überlegt kurz, freiwillig auszugehen.
Aber unsere Buam? Die denken sich: „Wenn ma schon sterben, dann wenigstens mit Schmäh!“
Letzte Aktion. Wirklich die allerletzte.
Kalajdžić steigt auf, haut den Ball zum 3:3 eine – und plötzlich hört ma von Wien bis Vorarlberg nur mehr: „JOOOOOOO, OIDA!“
Der Schiri pfeift ab. Fertig. Aus. Ende.
Die Algerier schauen drein, als hätten’s grad erfahren, dass es beim Heurigen nur Mineralwasser gibt. Die Österreicher liegen sich in den Armen, als wär grad Weihnachten, Ostern und der Opernball gleichzeitig.
Und jetzt wartet Spanien.
Na bitte. Warum leicht? Wenn’s kompliziert geht, is des doch viel österreichischer.
Aber eines muss ma unseren Buam lassen: Langweilig wird’s mit denen nie. Österreich liefert bei dieser WM ka Fußball – Österreich liefert Herzrasen auf Rezept.
Und ganz Wien sagt nur: „Passt scho… Hauptsach, ma san weiter!“