Liebe Fußballfreunde,
wenn man nach diesem Spiel noch Zweifel daran hatte, dass die USA bei ihrer Heim-WM einiges vorhaben, dann dürfte das 2:0 gegen Australien diese Fragen beantwortet haben. Die Amerikaner stehen nach dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel bereits im Sechzehntelfinale – und das völlig verdient.
Vor allem die erste Halbzeit war eine echte Ansage. Die US-Boys gingen mit einer Energie und Dynamik zur Sache, als hätten sie einen doppelten Espresso zu viel getrunken. Australien wirkte dagegen phasenweise überfordert. Die Gastgeber drückten, kombinierten und setzten die Australier permanent unter Druck. Es war genau die Art von Auftritt, die man von einem Gastgeber erwartet, der nicht nur eine schöne WM veranstalten, sondern auch sportlich Geschichte schreiben möchte.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild allerdings etwas. Die Amerikaner schalteten einen Gang zurück, während Australien zumindest versuchte, offensiv aktiver zu werden. Das Problem: Bemühen allein gewinnt keine Fußballspiele. Den „Socceroos“ fehlten Kreativität, Präzision und vor allem die Durchschlagskraft, um die US-Abwehr ernsthaft ins Schwitzen zu bringen.
So entwickelte sich eine Partie, die zunehmend zäher wurde. Die USA verwalteten ihre Führung souverän, ohne dabei noch einmal die spektakuläre Wucht der ersten Halbzeit zu entfalten. Australien kämpfte, fand aber kaum Lösungen.
Richtig kurios wurde es dann in der Schlussphase. Plötzlich bestand das Spiel gefühlt mehr aus Fouls als aus Fußball. Ständig lag jemand am Boden, der Spielfluss ging verloren, und selbst Schiedsrichter Felix Zwayer wurde unfreiwillig zur Hauptfigur. Ein Krampf beim Unparteiischen – das erlebt man bei einer Weltmeisterschaft auch nicht alle Tage. Vielleicht war es die Hitze, vielleicht die vielen Sprints zu den nächsten Rudelbildungen.
Am Ende bleibt jedoch die wichtigste Erkenntnis: Die USA gewinnen verdient, stehen vorzeitig in der K.o.-Runde und senden ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Noch sind die ganz großen Prüfungen nicht gekommen, aber was die Gastgeber bislang zeigen, macht Lust auf mehr.
Australien hingegen muss sich fragen, wie man künftig mehr Torgefahr entwickeln will. Einsatz und Wille waren vorhanden, doch auf diesem Niveau reicht das nicht aus. Wer bei einer WM bestehen will, braucht mehr als gute Absichten.
Und die USA? Die dürfen weiter träumen. Die Heim-WM nimmt für die Amerikaner bislang genau den Verlauf, den sich Fans und Verantwortliche erhofft haben.
Ihre
Wanise