Ein plötzlich aufziehendes Unwetter hat ein Handballfest im baden-württembergischen Rastatt überschattet. Bei einem Blitzeinschlag auf einem Sportgelände im Stadtteil Niederbühl wurden in der Nacht neun Menschen verletzt. Sechs Betroffene mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Nach Angaben der Polizei besteht jedoch für keinen der Verletzten Lebensgefahr.
Der Vorfall zeigt erneut eindrücklich, welche Gefahren von Gewittern ausgehen können – insbesondere bei Veranstaltungen unter freiem Himmel.
Unwetter trifft Sportfest in der Nacht
Das Unglück ereignete sich während eines Handballfests, bei dem zahlreiche Teilnehmer auf dem Sportplatzgelände übernachteten. Mehrere Besucher hatten ihre Zelte aufgeschlagen, als in den Nachtstunden ein kräftiges Gewitter über die Region zog.
Nach ersten Erkenntnissen schlug ein Blitz in unmittelbarer Nähe der Menschen ein. Die Druck- und Stromwirkung des Einschlags führte zu Verletzungen bei insgesamt neun Personen.
Rettungskräfte und Polizei rückten nach dem Notruf umgehend zum Unglücksort aus und versorgten die Betroffenen.
Sechs Verletzte im Krankenhaus
Wie die Polizei mitteilte, wurden sechs Menschen vorsorglich oder zur weiteren medizinischen Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Drei weitere Betroffene konnten offenbar vor Ort versorgt werden.
Über Art und Schwere der Verletzungen machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben. Typische Folgen von Blitzeinschlägen reichen von Verbrennungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zu neurologischen Beschwerden oder Schockreaktionen.
Positiv ist, dass nach aktuellem Stand keine der verletzten Personen in Lebensgefahr schwebt.
Gefahr durch indirekte Blitzeinschläge
Experten weisen immer wieder darauf hin, dass Menschen nicht direkt vom Blitz getroffen werden müssen, um verletzt zu werden. Besonders auf offenen Flächen können sogenannte Überschläge oder Bodenströme auftreten. Dabei breitet sich die elektrische Energie nach einem Einschlag über den Boden aus und kann mehrere Personen gleichzeitig erfassen.
Gerade Sportplätze, freie Wiesen oder Zeltflächen bieten bei Gewittern nur wenig Schutz vor solchen Effekten.
Veranstalter und Einsatzkräfte reagieren
Nach dem Vorfall standen die Sicherheit der Teilnehmer und die medizinische Versorgung der Verletzten im Mittelpunkt. Die Einsatzkräfte sicherten den Bereich und unterstützten die Betroffenen während des laufenden Unwetters.
Ob organisatorische Konsequenzen oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für künftige Veranstaltungen geprüft werden, ist bislang nicht bekannt.
Gewitterrisiko wird oft unterschätzt
Der Vorfall in Rastatt reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ereignisse ein, bei denen Gewitter Menschen bei Freizeit- und Sportveranstaltungen überrascht haben. Meteorologen betonen regelmäßig, dass bereits die ersten Donnerschläge ein Warnsignal darstellen und offene Flächen schnell verlassen werden sollten.
Besonders gefährlich sind Sportplätze, Zeltlager, Badeseen oder freie Felder, da dort kaum Schutzmöglichkeiten vorhanden sind.
Die Regel lautet: Sobald zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden liegen, sollte umgehend ein festes Gebäude oder ein geschlossenes Fahrzeug aufgesucht werden.
Ermittlungen laufen
Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls aufgenommen. Nach derzeitigen Erkenntnissen handelt es sich um ein Unglück infolge des Unwetters.
Für die Teilnehmer des Handballfestes dürfte die Nacht jedoch noch lange in Erinnerung bleiben. Was als gemeinsames Sport- und Freizeitwochenende geplant war, endete für mehrere Menschen im Krankenhaus und führte einmal mehr vor Augen, wie schnell sich Wetterlagen im Sommer gefährlich entwickeln können.