Die am 19. Juni 2026 veröffentlichten Entscheidungen deutscher Insolvenzgerichte zeigen eine erhebliche Zahl von Verfahren, die mangels ausreichender Insolvenzmasse nicht eröffnet werden konnten. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dies regelmäßig das wirtschaftliche Ende, da das vorhandene Vermögen nicht einmal ausreicht, um die Kosten eines Insolvenzverfahrens zu decken.
Besonders betroffen sind Unternehmen aus dem Bau- und Handwerksbereich. Das Amtsgericht Dortmund wies den Insolvenzantrag gegen die Immo-Bau GmbH aus Dortmund unter dem Aktenzeichen 258 IN 84/25 mangels Masse ab. Ebenfalls betroffen sind die AS Building Services GmbH aus Isernhagen mit dem Aktenzeichen 903 IN 187/26, die Yassir Malerfachbetrieb GmbH aus Münster unter dem Aktenzeichen 79 IN 69/25 sowie die Malerfirma Lorenz GmbH aus Potsdam mit dem Aktenzeichen 660 IN 209/25.
Im Immobiliensektor mussten weitere Gesellschaften das Scheitern ihrer Sanierungsbemühungen hinnehmen. Die N. I. Nordrheinische Immobilien UG (haftungsbeschränkt) aus Hückelhoven wird unter dem Aktenzeichen 45 IN 11/26 geführt. Die WI Objektgesellschaft 22 GmbH & Co. KG aus Fellbach steht unter dem Aktenzeichen 9 IN 1072/24 im Mittelpunkt einer entsprechenden Entscheidung. Auch die W. Hass Future Verwaltungs GmbH aus Werlte unter dem Aktenzeichen 9 IN 42/26 gehört zu den Gesellschaften, deren Verfahren mangels Masse nicht eröffnet wurden.
Die Gastronomiebranche bleibt weiterhin stark belastet. Das Amtsgericht Leipzig wies den Antrag gegen die GC GASTROSERVICE & CATERING GMBH unter dem Aktenzeichen 401 IN 575/26 ab. Ebenfalls betroffen sind die Kaiser Gastronomie GmbH aus Baindt mit dem Aktenzeichen 111 IN 293/26, die San Marino Restaurant GmbH aus München unter dem Aktenzeichen 1542 IN 1340/26, die Mietkoch2Go UG (haftungsbeschränkt) aus Löffingen mit dem Aktenzeichen 58 IN 74/26 sowie die Weinstube Joducus GmbH aus Münster unter dem Aktenzeichen 38 IN 77/25.
Auch Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich konnten keine ausreichende Vermögensbasis für ein Insolvenzverfahren nachweisen. Die Forum Pflege Intensiv GmbH aus Montabaur wird unter dem Aktenzeichen 14 IN 21/26 geführt. Die Amabie Health UG (haftungsbeschränkt) aus Potsdam steht unter dem Aktenzeichen 670 IN 82/26 im Mittelpunkt einer entsprechenden Entscheidung.
Im Dienstleistungssektor wurden zahlreiche weitere Gesellschaften von den Insolvenzgerichten mangels Masse abgewiesen. Hierzu zählen die Advantag Services GmbH aus Geldern mit dem Aktenzeichen 49 IN 13/26, die BridgeWays GmbH aus Frankfurt am Main unter dem Aktenzeichen 810 IN 31/26, die Brinitzer GmbH mit dem Aktenzeichen 810 IN 117/26, die Hyperneers GmbH aus Norderstedt unter dem Aktenzeichen 66 IN 48/26 sowie die WLG Personalleasing GmbH Schatzinsel Rügen aus Berlin mit dem Aktenzeichen 3606 IN 749/26.
Im Handels- und Konsumbereich sind ebenfalls mehrere Unternehmen betroffen. Die Bergner Online-Handel GmbH aus Berlin wird unter dem Aktenzeichen 3612 IN 6596/25 geführt. Die MAUROLET BEAUTY UG (haftungsbeschränkt) aus Hainburg steht unter dem Aktenzeichen 8 IN 132/26 im Mittelpunkt einer Abweisung mangels Masse. Auch die 2 K Werbeagentur GmbH aus Lohne (Oldenburg) unter dem Aktenzeichen 10 IN 23/26 konnte keine ausreichenden Mittel für die Durchführung eines Insolvenzverfahrens aufbringen.
Die Industrie verzeichnet weitere Unternehmensausfälle. Die BTB Engineering GmbH & Co. KG aus Marl wird unter dem Aktenzeichen 80 IN 946/25 geführt. Die HGH Railtrans GmbH aus Krefeld steht unter dem Aktenzeichen 500 IN 396/25 im Fokus einer entsprechenden Gerichtsentscheidung. Ebenfalls betroffen ist die Kfz-Experten IB GmbH aus Bayreuth, deren Verfahren unter den Aktenzeichen IN 341/25 und IN 14/26 veröffentlicht wurden.
Zu den weiteren betroffenen Gesellschaften zählen die ARK Holding UG (haftungsbeschränkt) aus Köln mit dem Aktenzeichen 70a IN 355/25, die BF3-Begleitungen Bocken UG (haftungsbeschränkt) aus Holzwickede unter dem Aktenzeichen 260 IN 54/26 sowie die Gebäudeservice Schiliro GmbH aus St. Ingbert mit dem Aktenzeichen 60 IN 22/25.
Die hohe Zahl der mangels Masse abgewiesenen Verfahren zeigt, dass viele Unternehmen ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten erst in einem sehr späten Stadium offenlegen. Für Gläubiger bedeutet dies häufig erhebliche Forderungsausfälle, da kaum verwertbares Vermögen vorhanden ist. Die aktuellen Entscheidungen verdeutlichen damit eindrucksvoll die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen zahlreiche Betriebe weiterhin konfrontiert sind.