Der Jahresbericht 2025 des Fonds La Française Systematic Global Listed Infrastructure zeigt aus Anlegersicht ein insgesamt solides, defensiv ausgerichtetes Investmentprofil mit stabiler Wertentwicklung, hoher Diversifikation und klarer Fokussierung auf globale Infrastrukturwerte.
Der Fonds investiert systematisch in börsennotierte Infrastrukturunternehmen aus den Bereichen Energieversorgung, Transport, Telekommunikation und Versorger. Der Investmentprozess basiert auf quantitativen Faktoren wie Quality, Value, Low Volatility, Trendstabilität und ESG-Kriterien. Dadurch verfolgt das Management eine disziplinierte und emotionsfreie Anlagestrategie.
Positiv hervorzuheben ist die robuste Entwicklung im schwierigen Marktumfeld des Jahres 2025. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, Währungsvolatilität und protektionistischer Tendenzen erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von:
7,30 % in der Anteilklasse R,
8,10 % in der institutionellen Anteilklasse I,
7,34 % in RC,
8,10 % in IC.
Damit konnte der Fonds zwar nicht mit den starken Technologieindizes der USA mithalten, überzeugte jedoch durch seine defensive Stabilität und geringere Schwankungsanfälligkeit. Gerade in unsicheren Marktphasen kann dies für langfristig orientierte Anleger attraktiv sein.
Die Portfoliozusammensetzung wirkt breit diversifiziert und defensiv:
rund 58 % Energieversorger,
knapp 16 % Transport-Infrastruktur,
dazu Bau, Telekommunikation und Dienstleistungen.
Der Investitionsgrad lag mit 99,29 % sehr hoch, was zeigt, dass das Fondsmanagement konsequent investiert blieb und kaum Liquidität hielt.
Besonders auffällig ist die globale Streuung über Europa, Nordamerika, Australien und Asien hinweg. Enthalten sind etablierte Infrastrukturunternehmen wie:
Enel,
National Grid,
TC Energy,
Union Pacific,
American Tower,
Fraport,
Flughafen Zürich oder Aena.
Diese Unternehmen verfügen überwiegend über stabile Cashflows und profitieren langfristig von strukturellen Trends wie:
Elektrifizierung,
Netzausbau,
Digitalisierung,
steigender Mobilität,
Energiewende,
Infrastrukturmodernisierung.
Aus Investorensicht besonders positiv:
Der Fonds nutzt keine Derivate und weist damit ein vergleichsweise transparentes Risikoprofil auf.
Allerdings gibt es auch kritische Punkte:
Die Kostenquote ist für Privatanleger relativ hoch:
1,82 % TER in den Klassen R und RC,
1,07 % in den institutionellen Klassen I und IC.
Zusätzlich fällt bei den Privatanlegerklassen ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % an.
Das schmälert die langfristige Nettorendite deutlich.
Ebenfalls auffällig:
Im Jahr 2025 kam es netto zu Mittelabflüssen, insbesondere in den großen Anteilklassen R und I. Anleger zogen also mehr Kapital ab als neu investiert wurde.
Das könnte auf eine gewisse Zurückhaltung gegenüber defensiven Infrastrukturinvestments im Umfeld der starken Technologie-Rallye hindeuten.
Langfristig bleibt der Fonds dennoch interessant für Anleger, die:
regelmäßige Ausschüttungen,
Stabilität,
Inflationsschutz,
defensive Aktienstrategien
suchen und weniger auf maximale Wachstumsdynamik setzen.
Insgesamt präsentiert sich der Fonds als qualitativ hochwertiges Infrastrukturinvestment mit konservativem Risikoprofil und guter internationaler Diversifikation. Für einkommensorientierte und risikoaverse Anleger kann der Fonds ein sinnvoller Baustein im Portfolio sein – insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Wachstumsorientierte Investoren könnten dagegen die vergleichsweise moderate Performance und die hohen Kosten kritisch sehen.