Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein gemischtes Bild. Der Sygnel P-22 verfolgt eine liquide Absolute-Return-/Managed-Futures-Strategie, die besonders in starken Aktienmarktkorrekturen einen Diversifikationsnutzen bieten soll. Dieses Ziel wurde 2025 jedoch nur teilweise erreicht: Trotz einzelner erfolgreicher Phasen, insbesondere im März, Juli, Oktober, November und Dezember, schloss der Fonds negativ ab.
Die Wertentwicklung lag bei -3,66 % für die R-Tranche und -3,09 % für die I-Tranche. Hauptgrund waren realisierte Verluste aus Futures-Geschäften. Das Marktumfeld war für die Strategie ungünstig, weil Aktienmärkte nach kurzen Korrekturen schnell wieder stiegen und viele Bewegungen außerhalb der regulären Handelszeiten als Gaps stattfanden. Dadurch konnte das intraday-orientierte, häufig short positionierte System nur begrenzt profitieren.
Positiv ist die konservative Grundstruktur des Portfolios: Rund 65,8 % des Fondsvermögens lagen in Anleihen, überwiegend kurzlaufenden Staats- und staatsnahen Papieren. Zusätzlich bestanden hohe liquide Mittel von rund 32,1 %. Das reduziert Kredit- und Liquiditätsrisiken. Der Derivatebestand war zum Stichtag mit 0,12 % bilanziell gering, das zugrunde liegende Derivate-Exposure lag jedoch bei rund 10,83 Mio. EUR, was die aktive Handelskomponente unterstreicht.
Kritisch zu bewerten sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,81 % in der R-Tranche und 1,30 % in der I-Tranche. Bei einer negativen Jahresperformance belasten diese Kosten die Anleger spürbar. Die R-Tranche ist zudem sehr klein geworden: Das Vermögen sank auf nur rund 61.644 EUR, was aus Anlegersicht Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit dieser Anteilklasse aufwerfen kann. Die I-Tranche bleibt mit rund 27,95 Mio. EUR dagegen die relevante Haupttranche.
Der Fonds eignet sich daher weniger als klassischer Renditebaustein, sondern eher als Beimischung für Anleger, die gezielt Absicherungspotenzial in Stressphasen suchen. Für 2025 konnte dieser Anspruch jedoch nicht überzeugend eingelöst werden. Entscheidend bleibt, ob die Strategie in künftigen echten Risk-off-Phasen ihre versprochene negative Korrelation tatsächlich liefert.