Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht 2025 gemischt aus. Der Fonds erzielte mit +13,9 % zwar eine attraktive absolute Wertentwicklung, blieb jedoch deutlich hinter dem Vergleichsindex mit +20,1 % zurück. Auch über drei und fünf Jahre zeigt sich eine klare Unterperformance: 43,8 % gegenüber 64,1 % auf drei Jahre und 48,4 % gegenüber 77,2 % auf fünf Jahre.
Positiv ist die breite Aktienquote von 99,65 % und die Ausrichtung auf Qualitätsunternehmen mit Wachstum, solider Bilanz und Dividenden. Besonders starke Beiträge kamen aus dem Finanz- und Industriesektor, etwa durch Commerzbank, Siemens Energy, Kion Group und Fujikura. Die Übergewichtung europäischer und deutscher Aktien half zudem, weil die großen US-Technologiewerte 2025 nicht mehr so dominant waren wie im Vorjahr.
Kritisch zu sehen ist jedoch, dass der Fonds wichtige Markttrends nur verzögert genutzt hat. Der Verteidigungssektor durfte erst ab Mitte Mai 2025 stärker berücksichtigt werden; dadurch verpasste der Fonds bereits aufgelaufene Kursgewinne. Auch die Untergewichtung von Bayer und die schwache Titelselektion im Gesundheitssektor belasteten die Performance. Der Verkauf von Carl Zeiss Meditec zeigt zwar konsequentes Risikomanagement, verdeutlicht aber zugleich Fehlgriffe in der Einzeltitelauswahl.
Die Kostenquote von 1,20 % p.a. ist für einen aktiv gemanagten Aktienfonds nicht ungewöhnlich, erhöht aber den Anspruch an eine dauerhafte Überrendite. Genau diese wurde im Berichtszeitraum und auch über mehrere Jahre nicht erreicht. Zudem gab es deutliche Mittelabflüsse von netto rund 5,1 Mio. EUR, was auf eine gewisse Zurückhaltung der Anleger hindeutet.
Nachhaltigkeitsorientierte Anleger sollten beachten, dass der Fonds als Artikel-6-Produkt nach SFDR eingestuft ist und keine ökologischen oder sozialen Merkmale verfolgt. Die EU-Taxonomie-Kriterien für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten werden nicht berücksichtigt.
Fazit: Der DWS-Merkur-Fonds 1 bleibt ein breit investierter, aktiver Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland und Europa. Die absolute Rendite 2025 war ordentlich, doch die deutliche und längerfristige Unterperformance gegenüber der Benchmark ist aus Anlegersicht der zentrale Schwachpunkt. Für bestehende Anleger ist der Fonds haltbar, wenn sie an das aktive Management und die europäische Ausrichtung glauben. Für Neuanleger wäre jedoch ein Vergleich mit kostengünstigeren Indexlösungen oder stärker performenden aktiven Fonds sinnvoll.