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Berenberg Aktien Mittelstand 2025: Solide Erholung, aber deutliche Warnsignale bei Mittelabflüssen und Risikoprofil

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass der Fonds das schwierige und volatile Börsenjahr 2025 mit einer positiven Wertentwicklung abgeschlossen hat: Anteilklasse M A +2,69 %, R A +1,83 % und B A +3,64 %. Damit gelang zwar eine Erholung, jedoch blieb die Performance angesichts des hohen Aktienrisikos und der starken Marktschwankungen eher moderat.

Auffällig ist der deutliche Rückgang des Fondsvermögens von 69,47 Mio. EUR auf 47,91 Mio. EUR. Hauptgrund waren hohe Mittelabflüsse von netto 23,32 Mio. EUR. Das ist aus Anlegersicht ein wesentliches Warnsignal, da sinkendes Fondsvolumen die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Fonds belasten kann. Besonders stark betroffen ist die Anteilklasse B A, deren Volumen auf nur noch rund 198.000 EUR gesunken ist.

Das Portfolio ist nahezu vollständig in Aktien investiert. Der Aktienanteil liegt bei 100,49 % des Fondsvermögens, ergänzt durch geringe Bankguthaben und Verbindlichkeiten. Damit eignet sich der Fonds nur für risikobereite Anleger mit langfristigem Anlagehorizont. Die Konzentration auf deutsche Neben- und Mittelwerte ist strategisch klar, erhöht aber die Abhängigkeit von der deutschen Konjunktur, Industrieentwicklung und politischen Rahmenbedingungen.

Die größten Positionen zeigen eine breite Streuung über Industrie, Technologie, Finanzen, Verteidigung und Spezialwerte. Bedeutende Einzelwerte sind unter anderem flatexDEGIRO, Bilfinger, SUSS MicroTec, Sartorius, RENK, United Internet, Fraport und AUMOVIO. Positiv ist, dass keine einzelne Position extrem dominiert. Dennoch bleibt das Fondsprofil zyklisch und volatil.

Kritisch zu bewerten ist das realisierte Ergebnis: Der Fonds erzielte zwar realisierte Gewinne von 3,51 Mio. EUR, musste aber realisierte Verluste von 24,29 Mio. EUR hinnehmen. Das negative realisierte Ergebnis wurde durch hohe nicht realisierte Wertaufholungen kompensiert. Die Jahresperformance wirkt daher eher wie eine Bewertungserholung als wie ein nachhaltig erwirtschafteter Gewinn.

Bei den Kosten bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Anteilklassen. Die R-A-Klasse ist mit einer Gesamtkostenquote von 1,88 % und einem Ausgabeaufschlag von 5,50 % für Privatanleger relativ teuer. Die M-A-Klasse ist günstiger, setzt aber eine Mindestanlage von 500.000 EUR voraus. Die B-A-Klasse ist mit 0,22 % sehr günstig, jedoch wegen des sehr kleinen Volumens besonders zu beobachten.

Positiv hervorzuheben ist, dass keine Derivate eingesetzt wurden und keine Wertpapierfinanzierungsgeschäfte oder Total Return Swaps vorlagen. Der Fonds ist zudem als Artikel-8-Produkt nach SFDR eingestuft, bewirbt also ökologische und/oder soziale Merkmale. Für Anleger ersetzt dies jedoch keine eigenständige ESG-Prüfung.

Fazit: Der Fonds bleibt ein spezialisierter Aktienfonds für deutsche Neben- und Mittelwerte mit Chancen auf überdurchschnittliche Erholung bei besserem Marktumfeld. Gleichzeitig sprechen die hohen Mittelabflüsse, die realisierten Verluste, die hohe Aktienquote und die Kosten der R-Klasse für Vorsicht. Für langfristig orientierte und risikobereite Anleger kann der Fonds interessant sein; konservative Anleger sollten ihn eher meiden oder nur als kleine Beimischung nutzen.

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