Aus Anlegersicht liefert der nordIX Anleihen Defensiv für 2025 ein solides Ergebnis: Die Anteilklasse I erzielte +3,92 %, die Anteilklasse R +3,77 % und lag damit klar über der Benchmark von +2,48 %. Besonders positiv ist, dass dies bei einem durchschnittlichen Rating von A- und aktiv gesteuertem Zinsrisiko gelang.
Der Fonds bleibt seinem defensiven Anspruch grundsätzlich treu: Rund 87,9 % des Vermögens sind in Anleihen investiert, ergänzt durch 11 % Liquidität. Die breite Streuung über Unternehmens-, Bank- und Staatsanleihen reduziert Einzelrisiken. Gleichzeitig ist der Fonds kein einfacher Rentenfonds: Der gezielte Einsatz von Zinsswaps, Futures und Credit Default Swaps ist zentraler Bestandteil der Strategie. Diese Instrumente haben 2025 zur Stabilisierung und Ertragsoptimierung beigetragen, erhöhen aber die Komplexität und das Kontrahentenrisiko.
Auffällig ist die Laufzeitenstruktur: Über 77 % des Fondsvermögens liegen in Anleihen mit Laufzeiten ab fünf Jahren. Das wäre grundsätzlich zinssensitiv, wurde aber durch Derivate aktiv abgesichert. Laut Bericht wurde das Zinsänderungsrisiko in einer engen Bandbreite von -0,5 bis +0,5 gehalten. Für Anleger ist das positiv, weil die Rendite stärker aus Kreditprämien und relativen Bewertungsunterschieden stammen soll als aus bloßen Zinswetten.
Kritisch zu sehen ist das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften: Realisierte Gewinne von rund 2,0 Mio. EUR standen realisierte Verluste von rund 3,4 Mio. EUR gegenüber. Das laufende Zinsergebnis konnte dies teilweise ausgleichen, der Hauptbeitrag zum Jahresergebnis kam jedoch aus der Verbesserung nicht realisierter Verluste. Das bedeutet: Ein Teil der Performance ist marktbewertungsgetrieben und nicht vollständig durch laufende Erträge realisiert.
Die Kosten sind für einen aktiv gemanagten Spezial-Rentenfonds akzeptabel, aber nicht niedrig. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,66 % bei der institutionellen Anteilklasse I und 0,86 % bei der Retail-Anteilklasse R. Zusätzlich fällt eine erfolgsabhängige Vergütung an. Für Privatanleger ist auch der Ausgabeaufschlag von 3 % bei Anteilklasse R relevant, da dieser die Rendite bei kurzer Haltedauer deutlich belastet.
Das Fondsvolumen sank leicht von 109,9 Mio. EUR auf 109,0 Mio. EUR. Ursache waren Netto-Mittelabflüsse von rund 3,65 Mio. EUR, die durch das positive Jahresergebnis fast ausgeglichen wurden. Das ist kein Warnsignal, zeigt aber, dass trotz guter Performance Kapital abgezogen wurde.
Fazit: Der nordIX Anleihen Defensiv überzeugte 2025 mit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung, hoher Bonität und aktiv begrenztem Zinsrisiko. Für konservative Anleger mit Verständnis für Derivate kann der Fonds eine interessante defensive Rentenbeimischung sein. Weniger geeignet ist er für Anleger, die reine Transparenz, geringe Komplexität oder sehr niedrige Kosten suchen. Die Bezeichnung „Defensiv“ ist nachvollziehbar, sollte aber nicht mit risikofrei verwechselt werden.