Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 beim ZukunftsPlan IV ein insgesamt stabiles, defensiv ausgerichtetes Bild. Der Fonds hat im Berichtsjahr mit +2,4 % eine positive Jahresrendite erzielt. Das ist für ein Produkt mit klar konservativem Profil ordentlich, aber nicht spektakulär. Besonders wichtig ist: Die Entwicklung passt zur tatsächlichen Portfoliostruktur. Der Fonds war zum Jahresende fast vollständig investiert, zugleich aber sehr vorsichtig positioniert – mit 77,4 % Rentenfonds, 15,0 % Geldmarktfonds und nur 2,8 % Aktienfonds. Damit ist er im Kern kein chancenorientierter Mischfonds, sondern faktisch ein sehr defensives Multi-Asset-Produkt mit starkem Zinsfokus.
Die positive Wertentwicklung ist vor allem vor dem Hintergrund des Marktumfelds nachvollziehbar. Sinkende Inflationsraten, Zinssenkungen von EZB und Fed sowie robuste Kapitalmärkte wirkten unterstützend. Dennoch hat der Fonds davon nur begrenzt profitiert, weil die Aktienquote sehr niedrig blieb. Das bedeutet für Anleger: Der Fonds war 2025 eher auf Kapitalstabilität und kontrollierte Schwankungen als auf maximale Partizipation an der Börsenhausse ausgerichtet. Wer auf starke Aktienmarktgewinne gehofft hätte, wäre mit dieser Strategie wahrscheinlich enttäuscht gewesen. Wer dagegen Wert auf Zurückhaltung und Risikobegrenzung legt, findet hier ein stimmiges Profil.
Auffällig positiv ist die Verbesserung der kurzfristigen Entwicklung im Vergleich zur längerfristigen Historie. Während die 1-Jahres-Performance mit +2,4 % und die 3-Jahres-Rendite mit +3,1 % p.a. ordentlich ausfallen, liegt die 5-Jahres-Performance mit -0,2 % p.a. noch leicht im negativen Bereich. Das zeigt: Der Fonds hat sich zuletzt stabilisiert, trägt aber noch die Altlasten des schwierigen Zinsumfelds der Vorjahre mit sich. Für Bestandsanleger ist das ein Zeichen, dass sich die Ertragsbasis verbessert hat. Für Neuanleger bleibt aber wichtig, dass der langfristige Leistungsnachweis bisher noch nicht wirklich überzeugend ist.
Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Portfolioqualität und Streuung. Der Fonds investiert nicht direkt, sondern überwiegend über Zielfonds. Das erhöht grundsätzlich die Diversifikation und nutzt Spezialistenwissen, schafft aber auch eine zweite Ebene von Kosten und Komplexität. Die größten Positionen liegen im Bereich europäischer Renten, globaler Staatsanleihen, kurzlaufender deutscher Staatsanleihen, Geldmarkt und ausgewählter Schwellenländeranleihen. Die Aktienseite spielt mit Europa und Emerging Markets nur eine Nebenrolle. Positiv ist dabei die breite Streuung über verschiedene Rentensegmente hinweg. Kritisch ist jedoch, dass sich ein Großteil des Fondsuniversums innerhalb der Deka-Gruppe bewegt. Das ist nicht automatisch ein Nachteil, reduziert aber die wahrgenommene Unabhängigkeit der Produktauswahl.
Sehr positiv zu werten ist die deutlich gestiegene Fondsgröße. Das Fondsvermögen wuchs von 266,5 Mio. Euro auf 587,6 Mio. Euro. Der Netto-Mittelzufluss lag bei rund 301,2 Mio. Euro. Das signalisiert klaren Vertrauenszuwachs seitens der Anleger. Größere Fondsvolumina können Skalenvorteile und Stabilität bringen. Andererseits sagen Zuflüsse allein noch nichts über die künftige Performance aus. Sie zeigen eher, dass das Produkt im Vertrieb erfolgreich war und als defensiver Baustein offenbar stark nachgefragt wurde.
Auf der Ertragsseite ist das Jahr ebenfalls solide. Die ordentlichen Erträge lagen bei rund 12,3 Mio. Euro, nach Kosten blieb ein ordentlicher Nettoertrag von 9,7 Mio. Euro. Hinzu kamen realisierte Gewinne aus dem Verkauf von Zielfonds, sodass sich ein realisiertes Jahresergebnis von 23,6 Mio. Euro ergab. Das nicht realisierte Ergebnis war leicht negativ, sodass insgesamt ein Jahresergebnis von 23,2 Mio. Euro verblieb. Aus Anlegersicht ist das erfreulich, weil die Gewinne nicht nur aus Bewertungseffekten, sondern zu einem erheblichen Teil auch tatsächlich realisiert wurden.
Die Kostenquote von 0,73 % ist für einen defensiven Dachfonds akzeptabel, aber nicht ausgesprochen günstig. Sie ist insbesondere deshalb relevant, weil bei Dachfonds zusätzlich die Kosten der Zielfonds eine Rolle spielen. Zwar wurden keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge für die Zielfonds berechnet, dennoch entsteht ein struktureller Kostennachteil gegenüber sehr günstigen ETF-basierten Mischlösungen. Für Anleger ist daher entscheidend, ob das aktive Management diesen Nachteil durch bessere Allokation dauerhaft ausgleichen kann. Dafür liefert der Bericht 2025 ein ordentliches, aber noch kein überragendes Argument.
Beim Risiko erscheint der Fonds kontrolliert. Die Derivate spielen praktisch keine materielle Rolle; das ausgewiesene Derivate-Exposure ist minimal. Der durchschnittliche Value-at-Risk von 1,15 % deutet auf ein niedriges Marktrisiko hin. Auch Liquiditäts- und operationelle Risiken werden im Bericht als unauffällig beschrieben. Das passt zur Struktur des Fonds. Das eigentliche Kernrisiko bleibt das Zinsänderungsrisiko, weil der Fonds stark rentenlastig ist. Sollte es erneut zu einem kräftigen Renditeanstieg am Anleihemarkt kommen, dürfte sich das spürbar auf die Bewertung auswirken. Hinzu kommen mittelbar Bonitäts- und Schwellenländerrisiken über einzelne Zielfonds.
Im Bereich Nachhaltigkeit ist das Bild gemischt. Positiv ist, dass nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen laut Bericht systematisch berücksichtigt werden und bestimmte problematische Emittenten ausgeschlossen bleiben. Gleichzeitig erfüllt der Fonds aber nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für klassische Anleger ist das kein Makel, für nachhaltig fokussierte Investoren allerdings ein klarer Hinweis, dass das Produkt nicht als besonders ambitioniertes ESG- oder Impact-Investment verstanden werden sollte.
Unterm Strich wirkt der ZukunftsPlan IV aus Anlegersicht wie ein solider defensiver Baustein für sicherheitsorientierte Investoren, die eine breite Streuung im Rentenbereich, geringe Schwankungen und professionelles Allokationsmanagement suchen. Weniger geeignet ist er für Anleger, die langfristig eine spürbar höhere Realrendite oder eine stärkere Beteiligung an Aktienmärkten erwarten. Die Ergebnisse 2025 zeigen eine stabile operative Qualität und eine Rückkehr in positives Fahrwasser, aber noch keinen Beleg für eine überdurchschnittliche Langfristperformance.
Fazit:
Der Fonds überzeugt 2025 vor allem durch Stabilität, kontrolliertes Risiko und deutliche Mittelzuflüsse. Die Kehrseite sind eine sehr niedrige Aktienquote, ein dadurch begrenztes Renditepotenzial und eine langfristig bislang nur mäßige Erfolgsbilanz. Für vorsichtige Anleger kann der Fonds sinnvoll sein. Für renditeorientierte Anleger dürfte er eher zu defensiv sein.