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Deka-EuropaSelect 2025: Solide Rendite, aber teuer und stark auf Wachstumsaktien fokussiert

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Deka-EuropaSelect für 2025 ein insgesamt ordentliches, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds erzielte in beiden Anteilklassen +6,7 % auf Jahressicht, was in einem positiven europäischen Aktienjahr zwar respektabel ist, aber nicht nach einem außergewöhnlichen Mehrwert klingt. Der Fonds bleibt klar ein wachstumsorientierter Europa-Aktienfonds mit Schwerpunkt auf großen Qualitäts- und Wachstumsunternehmen.

Positiv ist zunächst die klare Positionierung: Das Management investiert aktiv in europäische Aktien mit Gewinnwachstum, vor allem in Standardwerte. Ende 2025 waren 95,6 % des Vermögens direkt in Aktien investiert, inklusive Derivaten lag der Investitionsgrad bei 98,3 %. Anleger erhalten also tatsächlich ein nahezu voll investiertes Europa-Aktienportfolio und kein verwässertes Mischprodukt. Mit einem Fondsvermögen von rund 694,3 Mio. Euro ist der Fonds zudem groß genug, um stabil bewirtschaftet zu werden.

Inhaltlich war 2025 der Halbleitersektor ein wichtiger Performance-Treiber. Das Fondsmanagement hebt selbst hervor, dass Engagements im Halbleiterbereich und der stärkere Fokus auf Large Caps hilfreich waren. Das passt zur Portfoliostruktur: Die größten Einzelpositionen waren zuletzt ASML, AstraZeneca und SAP. Gerade ASML mit über 7 % Fondsanteil zeigt, wie stark der Fonds auf strukturelle Wachstumsthemen setzt. Weitere große Beteiligungen wie Schneider Electric, LVMH, Novo Nordisk, Compass Group oder Rolls-Royce unterstreichen, dass hier eher auf Qualitätsunternehmen mit Marktstellung als auf günstige Substanzwerte gesetzt wird.

Die geografische Diversifikation wirkt auf den ersten Blick solide, ist aber innerhalb Europas klar konzentriert. Die größten Ländergewichte liegen in Großbritannien (17,7 %), Niederlande (14,8 %), Frankreich (14,6 %), Deutschland (14,4 %) und Schweiz (12,0 %). Damit entfällt der Großteil des Fonds auf wenige entwickelte Kernmärkte Europas. Für Anleger ist das nachvollziehbar, weil dort viele der wettbewerbsstärksten Unternehmen sitzen. Gleichzeitig bedeutet es, dass der Fonds kein breiter All-Europe-Fonds mit starker Streuung in Randmärkten ist, sondern eher ein konzentrierter Qualitätsansatz.

Ein wichtiger Punkt ist die Sektorlogik. Der Fonds war stark in Investitionsgütern engagiert und hat den Halbleiterbereich ausgebaut. Dagegen waren Nahrungsmittel/Genussmittel und Gesundheitswesen eher zurückhaltend vertreten. Das macht das Portfolio chancenreicher, aber auch anfälliger für Stilwechsel am Markt. Sollte sich das Börsenumfeld von Wachstums- zu Value-Aktien drehen oder die Euphorie in Technologie- und Qualitätswerten nachlassen, könnte der Fonds schneller unter Druck geraten als defensivere Europa-Produkte.

Die Risikoseite ist für Anleger wichtig. Der Fonds investiert fast vollständig in Aktien und trägt zusätzlich Fremdwährungsrisiken, vor allem über GBP, CHF, DKK, SEK und NOK. Allein der GBP-Anteil liegt bei rund 17,8 %, der CHF-Anteil bei 12,1 %. Das kann in einzelnen Jahren positiv wirken, erhöht aber die Schwankungsanfälligkeit gegenüber einem rein eurobasierten Portfolio. Hinzu kommt ein kleiner Derivateeinsatz, vor allem über Futures, der laut Bericht sowohl zu Investitions- als auch Absicherungszwecken genutzt wird. Das Leverage nach Bruttomethode lag mit 108 % jedoch auf einem moderaten Niveau.

Auffällig ist, dass das Management selbst einen Timing-Nachteil einräumt: Nach dem sogenannten „Liberation Day“ in den USA war der Investitionsgrad etwas zu niedrig, sodass der Fonds an der anschließenden Erholung nicht voll partizipierte. Das ist aus Anlegersicht ein zentraler Punkt. Ein aktiver Fonds muss nicht nur gute Titel auswählen, sondern auch Marktsituationen sauber managen. Wenn ein Fonds in einer Aufwärtsphase wegen vorsichtiger Positionierung Rendite liegen lässt, schmälert das den Nutzen des aktiven Managements.

Bei den Erträgen zeigt sich: Der Fonds lebt 2025 klar stärker von Kursgewinnen als von laufenden Ausschüttungen. In der CF-Klasse betrug der ordentliche Nettoertrag nur 0,35 Euro je Anteil, während das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften 5,89 Euro je Anteil beitrug. Das ist typisch für einen Wachstumsfonds, bedeutet aber auch, dass die Ausschüttungsqualität stärker vom Marktumfeld und realisierten Gewinnen abhängt als von stabilen Dividendenströmen.

Kritisch zu sehen sind die Kosten. Die laufenden Kosten liegen bei 1,45 % (CF) bzw. 1,46 % (AV) pro Jahr. Das ist für einen Europa-Aktienfonds spürbar hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass viele passive Alternativen auf europäische Aktienindizes deutlich günstiger sind. Dazu kommen noch Transaktionskosten von 2,66 Mio. Euro auf Fondsebene, die in der TER nicht enthalten sind. Positiv ist zwar, dass in der CF-Klasse keine Performance Fee angefallen ist, dennoch bleibt die Kostenbelastung aus Anlegersicht ein echter Nachteil. Wer aktiv investiert, erwartet dafür einen klaren Mehrwert gegenüber einem ETF. Der Bericht liefert dafür nur teilweise Belege.

Bei den Anteilklassen ist die AV-Klasse aus Anlegersicht meist attraktiver, sofern die Mindestanlage von 5.000 Euro kein Hindernis ist. Sie hat keinen Ausgabeaufschlag, während die CF-Klasse bis zu 3,75 % Ausgabeaufschlag vorsieht. Da die laufenden Kosten nahezu identisch sind, spricht viel für AV, sofern sie verfügbar ist. Die CF-Klasse wirkt nur dann sinnvoll, wenn sie über einen Vertrieb ohne effektiven Ausgabeaufschlag erworben wird.

Positiv hervorzuheben ist die Qualität des Portfolios. Viele gehaltene Titel sind etablierte europäische Marktführer mit strukturellem Wachstum, soliden Bilanzen und hoher Wettbewerbsfähigkeit. Das mindert das Risiko gegenüber spekulativeren Small-Cap-Strategien. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch, dass Small & Mid Caps sowie einzelne Branchen wie Medien und Chemie die Entwicklung belastet haben. Das deutet darauf hin, dass die Titelselektion nicht in allen Bereichen überzeugte.

Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten verfolgt der Fonds eine begrenzende PAI-Logik, ohne jedoch ein wirklich nachhaltiges Produkt im engeren Sinn zu sein. Die Investitionen berücksichtigen laut Bericht nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für klassische Renditeanleger ist das kein Ausschlusskriterium, für ESG-orientierte Investoren aber ein klarer Hinweis, dass der Fonds kein echtes Nachhaltigkeitsprodukt ist.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Deka-EuropaSelect ist ein solider, aktiv gemanagter Europa-Wachstumsfonds mit guter Unternehmensqualität, hoher Aktienquote und nachvollziehbarem Investmentstil. Die Performance 2025 war positiv, aber nicht so stark, dass sie die relativ hohen Kosten eindeutig rechtfertigt. Besonders attraktiv ist der Fonds für Anleger, die gezielt auf europäische Qualitäts- und Wachstumsaktien setzen wollen und bereit sind, dafür höhere Gebühren zu akzeptieren. Weniger attraktiv ist er für kostenbewusste Anleger oder für Investoren, die einen besonders defensiven, breit diversifizierten oder klar nachhaltigen Fonds suchen.

Kurzurteil:
Fundamental solide, strategisch klar positioniert, aber kostenintensiv und in der Wertentwicklung 2025 eher gut als herausragend.

Auf einer Anlegerskala würde ich den Fonds für 2025 insgesamt bei „solide mit Einschränkungen“ einordnen.

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