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Einkaufen außerhalb der EU: Warum scheinbare Schnäppchen schnell teuer werden

Tumisu (CC0), Pixabay

Wer online bei Shops aus China, den USA oder Großbritannien bestellt, zahlt oft mehr als auf den ersten Blick zu sehen ist. Der Grund sind Einfuhrabgaben, die seit einigen Jahren deutlich strenger erhoben werden. Schon seit dem 1. Juli 2021 gilt in der EU: Die frühere Mehrwertsteuerbefreiung für Kleinsendungen bis 22 Euro ist abgeschafft. Für importierte Waren fällt grundsätzlich Einfuhrumsatzsteuer an. Bei vielen Bestellungen bis 150 Euro wird diese Steuer aber inzwischen direkt beim Kauf über das sogenannte IOSS-Verfahren erhoben. In solchen Fällen ist an der Haustür meist nichts mehr zusätzlich zu zahlen.

Wichtig ist deshalb vor allem die Frage, von wo die Ware wirklich verschickt wird und ob der Shop die Abgaben schon im Bezahlvorgang einzieht. Wer bei einem Anbieter bestellt, der nicht am IOSS teilnimmt, muss die Einfuhrumsatzsteuer häufig erst bei der Zustellung oder Abholung entrichten. Dazu kommt oft noch ein Serviceentgelt des Zustellers für die Zollabfertigung. Die Deutsche Post verlangt dafür aktuell 7,50 Euro. Ein billiges Produkt kann dadurch plötzlich deutlich teurer werden.

Ab dem 1. Juli 2026 wird sich die Lage noch einmal ändern. Nach einer Einigung von EU-Parlament und Mitgliedstaaten fällt die bisherige Zollbefreiung für E-Commerce-Sendungen unter 150 Euro weg. Als Übergangslösung wird dann ein fester Zollsatz von 3 Euro für solche Kleinsendungen eingeführt. Die EU will damit verhindern, dass massenhaft Billigpakete aus Drittländern zollfrei in den Binnenmarkt gelangen und europäische Händler benachteiligen.

Zusätzlich hat die EU eine eigene Bearbeitungsgebühr für eingeführte Waren beschlossen. Diese Handling Fee soll die steigenden Kosten der Zollbehörden ausgleichen. Ihre genaue Höhe steht aber noch nicht fest; sie soll per delegiertem Rechtsakt bestimmt werden und spätestens ab 1. November 2026 eingeführt werden. Wer jetzt von einer pauschalen festen 3-Euro-Gesamtgebühr liest, bekommt also kein vollständiges Bild. Es geht um mindestens zwei Ebenen: den neuen Zollsatz und möglicherweise weitere Gebühren.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Vor dem Kauf sollten sie immer prüfen, ob der Versand aus einem EU-Lager erfolgt, ob Steuern bereits im Preis enthalten sind und welche Zusatzkosten der Zusteller verlangt. Besonders bei sehr günstigen Artikeln lohnt sich dieser Blick. Denn aus einem vermeintlichen 7-Euro-Schnäppchen kann durch Einfuhrumsatzsteuer, neue Zollregeln und Serviceentgelte schnell ein Einkauf werden, der kaum noch attraktiv ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft möglichst bei Händlern mit Versand aus der EU oder informiert sich vorab über die Abgaben beim Zoll.

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