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Gefälschte POSTIDENT-Anfragen: Wie Betrüger unbemerkt Kredite aufnehmen

mohamed_hassan / Pixabay

Eine neue Betrugsmasche nutzt das eigentlich sichere POSTIDENT-Verfahren aus, um auf fremde Namen Kredite abzuschließen. Dabei bringen Kriminelle ihre Opfer dazu, eine Identitätsprüfung durchzuführen, ohne zu ahnen, dass sie damit einen Kreditvertrag legitimieren.

Besonders tückisch ist, dass die Aufforderungen oft seriös wirken. Betroffene erhalten etwa Briefe, die scheinbar von ihrer Hausbank stammen. Darin werden sie gebeten, ihre Daten zu bestätigen. Tatsächlich dient der beigefügte POSTIDENT-Coupon jedoch dazu, einen Kredit bei einer völlig anderen Bank abzuschließen.

Auch im privaten Onlinehandel kommt die Masche zum Einsatz. Verkäuferinnen und Verkäufer werden von angeblichen Interessenten aufgefordert, sich per POSTIDENT zu identifizieren – angeblich zur Absicherung des Geschäfts. In Wahrheit nutzen die Täter diese Identifizierung, um Kreditanträge im Namen der Betroffenen zu stellen.

Das Gefährliche daran: Die Opfer glauben, in ihrem eigenen Interesse zu handeln. Währenddessen werden im Hintergrund oft hohe Summen aufgenommen, teils in fünfstelliger Höhe.

Ein POSTIDENT-Vorgang ist rechtlich bindend und entspricht einer Unterschrift. Umso wichtiger ist es, jeden Schritt genau zu prüfen. Entscheidend ist vor allem der angegebene Auftraggeber. Dieser wird sowohl auf dem Coupon als auch während der digitalen Identifizierung angezeigt. Taucht dort ein unbekanntes Unternehmen oder eine fremde Bank auf, sollte der Vorgang sofort abgebrochen werden.

Grundsätzlich gilt: Identitätsprüfungen sollten nur dann durchgeführt werden, wenn man sie selbst initiiert hat, etwa bei der Eröffnung eines Kontos. Unaufgeforderte Aufforderungen, Links oder Dokumente sind ein starkes Warnsignal.

Auch Zeitdruck ist ein typisches Merkmal solcher Betrugsversuche. Drohungen wie eine angebliche Kontosperre sollen dazu bringen, vorschnell zu handeln. Seriöse Banken arbeiten nicht mit solchen Methoden und verlangen keine Identitätsprüfungen über Dritte wie private Käufer oder Plattformen.

Besondere Vorsicht ist zudem bei sensiblen Daten geboten. TANs oder Freischaltcodes dürfen niemals an andere weitergegeben werden. Ebenso sollten nur offizielle Apps und Webseiten genutzt werden, die eigenständig aufgerufen wurden.

Wer den Verdacht hat, auf einen solchen Betrug hereingefallen zu sein, sollte sofort reagieren. Der Identifizierungsvorgang muss umgehend gestoppt und die eigene Bank über offizielle Kontaktwege informiert werden. Zusätzlich ist es wichtig, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, um weiteren Schaden zu verhindern.

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