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Leistner Capital Partners Fund 2025: Solide Wertentwicklung, aber hohe Klumpenrisiken hinter der ruhigen Fassade
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Leistner Capital Partners Fund 2025: Solide Wertentwicklung, aber hohe Klumpenrisiken hinter der ruhigen Fassade

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Leistner Capital Partners Fund ein klar positioniertes, konsequent umgesetztes und stark vom Portfoliomanager geprägtes Fondsprofil. Der Fonds verfolgt einen langfristigen Value-Ansatz mit Fokus auf unterbewertete Qualitätsunternehmen und hält daran sehr diszipliniert fest. Das ist grundsätzlich positiv, weil die Strategie verständlich, konsistent und nicht opportunistisch wirkt. Gleichzeitig offenbart der Bericht aber auch eine Reihe von Punkten, die ein Anleger sehr genau einordnen sollte.

Der erste positive Punkt ist die Stabilität der Anlagestrategie. Es gab im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen im Portfolio, keinen Managerwechsel und keine strategische Neujustierung. Für langfristig orientierte Investoren ist das ein Vorteil, weil sie wissen, wofür der Fonds steht: konzentriertes, geduldiges Investieren mit geringer Umschlagshäufigkeit. Auch die Performance war ordentlich. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der Fonds laut BVI-Methode +7,72 %, über drei Jahre liegt der kumulierte Zuwachs bei +28,17 %, entsprechend +8,63 % pro Jahr. Das ist respektabel, vor allem weil die Strategie nicht auf kurzfristiges Trading, sondern auf langfristige Wertentwicklung setzt.

Noch wichtiger ist, woher das Ergebnis kam. Das Geschäftsjahresergebnis von rund 2,63 Mio. Euro wurde fast vollständig durch nicht realisierte Bewertungsgewinne getragen. Das realisierte Ergebnis war mit rund -1,16 Mio. Euro klar negativ. Hinzu kommt, dass die laufenden ordentlichen Erträge die Kosten nicht decken konnten: Der ordentliche Nettoertrag war mit rund -216.000 Euro negativ. Das zeigt, dass der Wertzuwachs im Wesentlichen aus gestiegenen Marktwerten im Bestand stammt, nicht aus hohen Ausschüttungen, Zinseinnahmen oder realisierten Gewinnen. Für einen langfristigen Anleger ist das nicht automatisch schlecht, aber es bedeutet: Die Rendite hängt stark davon ab, dass der Markt die gehaltenen Beteiligungen künftig weiter höher bewertet.

Die Portfoliozusammensetzung ist interessant, aber auch kritisch. Auf den ersten Blick wirkt der Fonds breit gestreut, weil er neben Einzelaktien auch zahlreiche Investmentfonds und Beteiligungsgesellschaften hält. In der Praxis ist die Struktur jedoch weniger diversifiziert, als sie aussieht. Rund 45 % liegen in Einzelaktien, weitere 45 % in Investmentanteilen und knapp 4,5 % in Gold über Xetra-Gold. Der Rest ist Liquidität. Auffällig ist dabei, dass ein erheblicher Teil des Vermögens in wenige große Positionen gebündelt ist. Besonders ins Gewicht fallen Berkshire Hathaway mit 14,51 %, Investor AB mit 10,32 %, European Opportunities Trust mit 9,72 %, der Classic Global Equity Fund mit 9,83 % und der iShares Core DAX ETF mit 14,50 %. Damit hängt der Erfolg des Fonds in erheblichem Maße von einigen wenigen Bausteinen ab.

Genau hier liegt aus Anlegersicht eines der größten Themen: Klumpen- und Ebenenrisiken. Der Fonds investiert nicht nur direkt in Aktien, sondern auch stark in andere Fonds, Investmentgesellschaften und Beteiligungsvehikel. Das kann zwar Zugang zu spezialisierten Managern schaffen, erhöht aber die Komplexität. Ein Anleger kauft hier also nicht nur Einzeltitel, sondern teils auch Managerentscheidungen anderer Fonds mit. Dadurch entstehen zusätzliche indirekte Risiken, zusätzliche Kostenebenen und teils auch Überschneidungen in den zugrunde liegenden Investments. Besonders beim hohen Anteil an Zielfonds stellt sich die Frage, ob der Anleger hier wirklich ein fokussiertes Value-Portfolio erhält oder ein Bündel externer Value-Ansätze mit zusätzlicher Hülle darüber.

Damit hängt der nächste Punkt zusammen: die Kosten. Die ausgewiesene Gesamtkostenquote von 1,44 % ist für einen aktiven Spezialfonds nicht extrem hoch, aber angesichts des hohen Anteils an Zielfonds auch nicht niedrig. Mehrere der gehaltenen Zielfonds haben selbst Verwaltungsvergütungen von rund 0,9 % bis 1,36 %, teils darüber. Für den Anleger heißt das: Auch wenn die ausgewiesene TER bereits laufende Kosten der Zielfonds einbezieht, ist die Struktur insgesamt kostenintensiver als ein einfaches Direktportfolio oder ein günstiger Aktienfonds. Diese Kosten müssen langfristig erst einmal verdient werden.

Positiv hervorzuheben ist die niedrige Transaktionsaktivität. Es gab kaum Umschichtungen, die Transaktionskosten betrugen lediglich 337,50 Euro. Das passt zur kommunizierten Buy-and-Hold-Mentalität und spricht gegen hektisches Handeln. Ebenfalls positiv ist die Liquiditätssituation. Rund 5,5 % des Fondsvermögens liegen als Bankguthaben vor, schwer liquidierbare Vermögensgegenstände werden mit 0,00 % ausgewiesen. Auch der Leverage ist mit 1,15 sehr moderat. Das spricht dafür, dass der Fonds derzeit nicht aggressiv strukturiert ist.

Ein weiterer Aspekt ist das Währungsrisiko. Der Fonds investiert deutlich in USD, GBP, SEK und CHF. Zusätzlich halten viele der enthaltenen Unternehmen und Fonds international gestreute Beteiligungen. Das schafft Chancen, aber für Euro-Anleger bedeutet es auch: Ein Teil der Wertentwicklung hängt nicht nur von der Qualität der Unternehmen, sondern auch von Wechselkursen ab. Der Bericht weist dieses Risiko korrekt aus. Es ist nicht dominant, aber spürbar.

Zur Risikoseite gehört außerdem, dass der Fonds formal zwar breit wirkt, tatsächlich aber stark von der Einschätzung des Managers abhängt. Jan Leistner steuert den Fonds seit Auflage, es gab keinen Managerwechsel, und die Strategie ist eng mit seiner Selektionslogik verbunden. Das ist ein Vorteil, solange die Entscheidungen richtig sind. Es erhöht aber das sogenannte Key-Person-Risiko: Der Fonds ist stark an die Denkweise und Qualität einer zentralen Person gebunden.

Der Einsatz von Derivaten spielt im Fonds nur eine Nebenrolle. Der offene DAX-Future war zum Stichtag klein und belastete das Vermögen nur minimal. Die realisierten Verluste stammten laut Bericht im Wesentlichen aus dem Verkauf von Indexfutures. Das spricht dafür, dass die Derivate eher taktisch oder absichernd verwendet wurden und nicht den Kern der Strategie bilden. Für konservative Anleger ist das eher beruhigend.

Weniger attraktiv ist der Fonds für Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Der Bericht stellt ausdrücklich klar, dass Nachhaltigkeitsrisiken bei den Investitionsentscheidungen im Berichtszeitraum nicht berücksichtigt wurden und der Fonds als Artikel-6-Produkt einzuordnen ist. Wer ESG oder ökologische Kriterien gezielt in seiner Geldanlage sehen möchte, dürfte hier nicht richtig aufgehoben sein.

Unterm Strich macht der Fonds auf mich den Eindruck eines ehrlich geführten, disziplinierten, langfristig ausgerichteten Value-Fonds, der seine Philosophie sauber durchzieht. Das ist ein klares Plus. Die Kehrseite ist: Der Anleger bekommt kein breit neutral diversifiziertes Standardprodukt, sondern ein überzeugungsgetriebenes Portfolio mit spürbaren Klumpenrisiken, Managerabhängigkeit und einer teils verschachtelten Fondsstruktur. Die Performance war 2025 ordentlich, aber sie beruht stark auf Buchgewinnen. Deshalb ist entscheidend, ob die gehaltenen Beteiligungen ihren inneren Wert künftig weiter steigern und ob der Markt diesen Wert anerkennt.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds ist interessant für Anleger, die einen langfristigen, geduldigen Value-Ansatz suchen und bereit sind, Schwankungen, Konzentrationsrisiken und eine gewisse Intransparenz durch Zielfonds zu akzeptieren. Wer dagegen maximale Einfachheit, sehr breite Diversifikation, niedrige Kosten oder einen nachhaltigen Investmentansatz sucht, dürfte mit diesem Fonds eher weniger glücklich werden.

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