Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Aktiv Strategie I ein insgesamt defensiv bis ausgewogen ausgerichtetes Multi-Asset-Portfolio, das im Geschäftsjahr 2024/2025 eine positive, aber eher moderate Wertentwicklung erzielt hat. Der Fonds eignet sich damit eher für Investoren, die Schwankungen begrenzen und eine breit diversifizierte Vermögensverwaltung suchen, weniger für Anleger mit hohem Renditeanspruch.
Analyse aus Anlegersicht
Der Fonds verfolgt einen vermögensverwaltenden Ansatz über aktive und passive Zielfonds, mit einer strategischen Orientierung von etwa 30 % Aktien und 70 % Renten. Tatsächlich bewegte sich die Aktienquote im Berichtsjahr zwischen 25 % und 37 % und lag zum Stichtag bei 36 %. Das Management hat also die Aktienseite leicht offensiver gesteuert als die neutrale Zielquote vorgibt, blieb insgesamt aber klar im Rahmen eines defensiven Mischfonds.
1. Rendite: positiv, aber nicht herausragend
Der Anteilwert stieg im Berichtszeitraum um 2,10 % auf 124,69 Euro. Das ist zwar ein Gewinn, aber aus Investorensicht kein besonders starkes Ergebnis, vor allem wenn man berücksichtigt, dass:
der Fonds ein aktives Management nutzt,
mit Futures abgesichert wurde,
und die Gesamtkostenquote bei 1,42 % liegt.
Damit bleibt nach Kosten nur ein begrenzter Mehrwert. Für sicherheitsorientierte Anleger kann das dennoch akzeptabel sein, für renditeorientierte Anleger wirkt das Ergebnis eher durchschnittlich.
2. Portfolioaufbau: breit gestreut, aber stark fondsbasiert
Positiv ist die breite Diversifikation über zahlreiche ETFs und einige aktive Zielfonds. Der Fonds investiert in:
europäische Staats- und Unternehmensanleihen,
Covered Bonds,
Schwellenländeranleihen,
europäische und globale Aktien,
Japan, Schwellenländer, UK, Kanada, Schweiz,
sowie einen Liquid-Alternatives-/Total-Return-Baustein.
Das reduziert Klumpenrisiken. Allerdings ist der Fonds fast vollständig in andere Fonds und ETFs investiert (97,34 % des Fondsvermögens). Für Anleger bedeutet das:
gute Streuung,
aber auch eine zusätzliche Kostenebene,
sowie eine gewisse Komplexität und geringere Transparenz gegenüber einem Direktportfolio.
3. Risiko: kontrolliert und insgesamt moderat
Das Risikoprofil wirkt für einen Mischfonds plausibel und ordentlich kontrolliert.
Positiv:
Zinsänderungsrisiko wird als mittel beschrieben.
Bonitätsrisiken erscheinen wegen Investment-Grade-Fokus überwiegend niedrig.
Liquiditätsrisiko ist laut Bericht gering.
Absicherungen über Futures wurden eingesetzt, um Aktienrisiken zeitweise zu senken.
Der VaR lag durchschnittlich bei 3,43 %, mit einer Bandbreite von 2,00 % bis 4,50 % – das spricht für ein moderates Risikobudget.
Zu beachten:
Es bestehen Währungsrisiken, da rund 17 % nicht in Euro investiert sind, vor allem in US-Dollar und britischem Pfund.
Schwellenländeranleihen und Small Caps erhöhen punktuell das Risiko.
Der Total-Return-/Alternatives-Baustein bringt zusätzliche Komplexität mit sich.
Insgesamt ist das Risiko aus Anlegersicht nicht niedrig wie bei einem reinen Rentenfonds, aber für einen defensiven Mischfonds gut vertretbar.
4. Ertragsqualität: laufende Erträge okay, Kursbeiträge schwächer
Der ordentliche Nettoertrag lag bei 36.976,93 Euro, das realisierte Ergebnis bei 206.293,85 Euro. Belastend war jedoch das nicht realisierte Ergebnis von -111.919,80 Euro. Das zeigt: Ein Teil der positiven Jahresperformance kam aus realisierten Gewinnen, während Bewertungsveränderungen im Bestand eher gebremst haben.
Für Anleger ist das ein Signal, dass der Ertrag nicht aus einem durchgehend starken Marktumfeld kam, sondern auch von Umschichtungen und Realisationen geprägt war.
5. Mittelabflüsse: Warnsignal bei der Fondsgröße
Das Fondsvermögen sank von 7,81 Mio. Euro auf 6,85 Mio. Euro. Hauptgrund war ein Netto-Mittelabfluss von rund 1,09 Mio. Euro. Das ist aus Investorensicht ein wichtiger Punkt:
Mittelabflüsse müssen nicht zwingend negativ sein,
sie zeigen aber, dass Anleger dem Fonds im Berichtsjahr per saldo Kapital entzogen haben.
Gerade bei einem ohnehin eher kleinen Fondsvolumen ist das nicht ideal, weil kleinere Fonds wirtschaftlich anfälliger sein können und Fixkosten relativ stärker ins Gewicht fallen.
6. Kosten: der größte Kritikpunkt
Die TER von 1,42 % ist für einen ETF-nahen Multi-Asset-Fonds recht hoch. Zwar enthält der Fonds auch aktive Bausteine und taktische Steuerung, dennoch stellt sich aus Investorensicht die Frage, ob der Mehrwert des aktiven Managements die Kosten ausreichend rechtfertigt.
Die Wertentwicklung von 2,10 % wirkt gemessen an der Kostenbelastung eher mager. Genau hier liegt der zentrale Kritikpunkt:
Der Fonds erscheint solide gemanagt, aber nicht besonders effizient.
7. Positiv hervorzuheben
klare defensive Grundstruktur,
breite Streuung über viele Regionen und Segmente,
aktives Risikomanagement mit Absicherungen,
Investment-Grade-Fokus im Rentenbereich,
keine besonderen negativen Ereignisse im Berichtszeitraum,
uneingeschränktes Prüfungsurteil des Abschlussprüfers.
8. Kritisch zu sehen
nur moderate Rendite,
relativ hohe Gesamtkostenquote,
sinkendes Fondsvolumen durch Mittelabflüsse,
zusätzlicher Komplexitätsgrad durch Dachfondsstruktur,
kein nachhaltiger Fonds nach Art. 8 oder 9 SFDR.
Fazit aus Investorensicht
Der Aktiv Strategie I ist ein solider, defensiv ausgerichteter Mischfonds für Anleger, die Wert auf Breitstreuung, Risikobegrenzung und aktive Steuerung legen. Der Fonds hat im Berichtsjahr gezeigt, dass er in einem gemischten Marktumfeld stabil positiv abschließen kann.
Der entscheidende Nachteil liegt jedoch in der begrenzten Renditestärke nach Kosten. Die Performance von 2,10 % ist ordentlich, aber nicht stark genug, um die vergleichsweise hohe Kostenquote eindeutig attraktiv erscheinen zu lassen. Für konservative Anleger kann der Fonds dennoch passend sein. Wer jedoch stärker auf Effizienz und Rendite schaut, dürfte günstigere Mischfonds- oder ETF-Lösungen als Alternative prüfen.
Kurzurteil:
Ein vernünftig strukturierter Sicherheitsbaustein, aber kein besonders überzeugender Renditetreiber.