Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des DBC Basic Return ein gemischtes Bild: Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2024/25 sein defensives Ziel grundsätzlich erreicht, bleibt aber bei Kosten, Struktur und Transparenz hinter dem zurück, was viele Investoren heute erwarten würden.
Der erste positive Punkt ist die Wertentwicklung. Mit +4,94 % im Geschäftsjahr hat der Fonds in einem insgesamt freundlichen Kapitalmarktumfeld einen vernünftigen Ertrag erzielt. Für einen defensiv ausgerichteten vermögensverwaltenden Fonds ist das kein schlechtes Ergebnis. Auch der längerfristige Verlauf wirkt stabil: Der Anteilwert stieg von 56,08 EUR im Jahr 2022 auf 65,00 EUR Ende 2025. Das spricht für eine gewisse Robustheit und dafür, dass der Fonds starke Rückschläge zuletzt vermeiden konnte.
Allerdings muss man diese Rendite richtig einordnen. Der Fonds war Ende November 2025 mit rund 31 % in Aktien investiert, dazu kamen etwa 52 % Mischfonds, 9,7 % Wandelanleihen und rund 4,6 % Liquidität. Zusätzlich bestand eine DAX-Short-Absicherung von 3,6 %. Damit ist das Portfolio zwar defensiv, aber zugleich auch recht komplex. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds lebt stark von der Allokation in andere Fonds und weniger von direkter, klar nachvollziehbarer Titelauswahl. Das macht ihn eher zu einer Dachfonds-/Multi-Asset-Lösung als zu einem klassisch transparenten Mischfonds.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Kostenbelastung. Die ausgewiesene Total Expense Ratio von 2,66 % ist für einen defensiven Fonds sehr hoch. Gerade weil der Fonds überwiegend in andere Fonds investiert, trägt der Anleger hier eine doppelte Gebührenstruktur: einmal auf Ebene des DBC Basic Return und zusätzlich indirekt über die Zielfonds. Das ist aus Investorensicht problematisch, denn bei moderaten Renditen frisst eine solche Kostenquote einen erheblichen Teil des Mehrwerts auf. Für viele langfristige Anleger ist genau das der zentrale Schwachpunkt dieses Fonds.
Hinzu kommt, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken. Der ordentliche Nettoertrag war mit -40.625,05 EUR negativ. Das heißt: Zinsen und Ausschüttungen aus den Anlagen reichten nicht aus, um die laufenden Aufwendungen zu kompensieren. Der Jahresgewinn von 318.920,51 EUR kam ausschließlich durch nicht realisierte Wertsteigerungen zustande. Das ist in guten Börsenphasen nicht ungewöhnlich, zeigt aber, dass der Fonds operativ keine starke Ertragsbasis hat.
Ein weiterer Punkt ist die Portfoliostruktur. Positiv ist die breite Streuung über verschiedene Fondsbausteine, darunter globale Aktien, deutsche Aktiensegmente, Schwellenländer, Wandelanleihen und defensive Mischfonds. Das senkt Klumpenrisiken auf Einzeltitelebene. Gleichzeitig entsteht aber ein anderes Risiko: Der Fonds ist stark von der Qualität und Kostenstruktur der ausgewählten Zielfonds abhängig. Besonders auffällig ist die hohe Gewichtung einzelner Bausteine wie Invesco Global Income Fund (14,08 %), Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (12,88 %), Amundi MSCI World ETF (11,37 %) und TBF Special Income (11,45 %). Das ist noch keine extreme Konzentration, aber doch relevant.
Kritisch sehe ich aus Anlegersicht auch den Hinweis auf die offenen Immobilienfonds im Altbestand, deren Rücknahme ausgesetzt war. Zwar wurde im Berichtszeitraum der offene Immobilienfonds AXA Immoselect endgültig liquidiert, wobei die realisierten Verluste im Wesentlichen daraus entstanden. Das zeigt jedoch, dass Altlasten aus früheren Anlageentscheidungen den Fonds noch immer belasten konnten. Für Investoren ist das ein Signal, dass die Fondsstruktur historisch nicht immer frei von problematischen Positionen war.
Beim Risikoprofil passt der Fonds grundsätzlich zu vorsichtigen Anlegern: geringe Derivate-Nutzung, niedriger Leverage, Absicherung über Short-DAX, breite Streuung. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Bericht nennt selbst zahlreiche Risiken: Marktpreis-, Bonitäts-, Währungs-, Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken. Besonders relevant ist das Währungsrisiko, weil ein Teil der Aktien-ETFs in USD notiert. Der Fondsmanager erwähnt selbst, dass der Dollarverfall gegenüber dem Euro die US-Aktienentwicklung aus europäischer Sicht weitgehend aufgezehrt habe. Wer in diesen Fonds investiert, kauft also keineswegs eine risikofreie Lösung, sondern nur eine etwas gedämpfte Form von Kapitalmarktrisiko.
Positiv ist wiederum, dass es keinen Portfoliomanagerwechsel gab und der Bericht insgesamt einen geordneten, kontrollierten Eindruck macht. Auch das uneingeschränkte Prüfungsurteil von KPMG spricht dafür, dass der Jahresbericht formal sauber ist und die Vermögenslage korrekt dargestellt wurde. Das ist kein Renditevorteil, aber ein Vertrauensfaktor.
Unterm Strich ist der DBC Basic Return aus Anlegersicht ein Fonds für Investoren, die Schwankungen begrenzen und eine bequeme Multi-Asset-Lösung suchen. Die Performance 2025 war ordentlich und das defensive Konzept wurde grundsätzlich erfüllt. Wirklich überzeugend ist der Fonds aber nicht, weil die Kostenquote sehr hoch, die Struktur recht verschachtelt und die Wertschöpfung vor allem marktbedingt statt ertragsgetrieben ist.
Fazit aus Investorensicht:
Der Fonds ist solide, aber nicht besonders attraktiv. Für sicherheitsorientierte Anleger kann er als defensiver Baustein funktionieren. Für kostenbewusste Investoren oder Anleger, die langfristig auf effizienten Vermögensaufbau setzen, gibt es wahrscheinlich günstigere und transparentere Alternativen.