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Apotheken schlagen Alarm: Hunderte Filialen bleiben geschlossen – Protest gegen jahrelange Unterfinanzierung
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Apotheken schlagen Alarm: Hunderte Filialen bleiben geschlossen – Protest gegen jahrelange Unterfinanzierung

JacquesTiberi (CC0), Pixabay

Wer am Montag ein Medikament benötigt, könnte in Teilen Norddeutschlands vor verschlossenen Türen stehen. In Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligen sich zahlreiche Apotheken an einem Protesttag – mit spürbaren Folgen für Patienten.

Nach Angaben der Apothekerverbände wird ein Großteil der Betriebe geschlossen bleiben. In Mecklenburg-Vorpommern könnten sogar bis zu 80 Prozent der Apotheken nicht öffnen. Die Aktion ist Teil eines bundesweiten Protests, bei dem auch Demonstrationen unter anderem in Hannover und Berlin geplant sind.

Hintergrund: steigende Kosten, stagnierende Vergütung

Die Apotheker sehen sich seit Jahren unter massivem wirtschaftlichem Druck. Ein zentraler Kritikpunkt: Die Vergütung für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente wurde seit rund 13 Jahren nicht angepasst.

Gleichzeitig steigen die Kosten deutlich – vor allem für Personal, Energie und Betrieb. Aus Sicht der Branche führt diese Entwicklung zu einer strukturellen Schieflage. Die Folge: Immer mehr Apotheken müssen aufgeben.

Nach Angaben von Branchenvertretern hat bereits fast jede fünfte Apotheke in Deutschland dauerhaft geschlossen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden seit November 2025 rund 19 Standorte aufgegeben.

Versorgung bleibt im Notfall gesichert

Trotz der Schließungen soll die medizinische Grundversorgung gewährleistet bleiben. Der Apothekennotdienst bleibt auch am Protesttag aktiv. Patienten mit dringendem Bedarf können über entsprechende Online-Portale herausfinden, welche Apotheken geöffnet haben.

Die Verbände betonen, dass es nicht darum gehe, Patienten zu belasten, sondern auf die zunehmend kritische Lage aufmerksam zu machen.

Ziel: „Apotheke um die Ecke“ retten

Mit dem Protest wollen Apotheker die Politik zum Handeln bewegen. Sie fordern eine Anpassung der Vergütung und verweisen auf Zusagen aus dem Koalitionsvertrag, die eine flächendeckende Versorgung sichern sollen.

In Norddeutschland arbeiten tausende Menschen in Apotheken – allein in Schleswig-Holstein sind es rund 6.000 Beschäftigte. Für sie geht es nicht nur um wirtschaftliche Stabilität, sondern auch um die Zukunft eines wichtigen Teils der Gesundheitsversorgung.

Signal an die Politik

Die Protestaktion ist ein deutliches Zeichen: Ohne strukturelle Änderungen könnte sich das Apothekensterben weiter beschleunigen. Besonders im ländlichen Raum drohen Versorgungslücken.

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