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Mehrwertsteuer runter – Preise kaum: Warum Restaurantbesuche trotzdem nicht billiger geworden sind

Pexels (CC0), Pixabay

Seit Anfang Januar gilt in der Gastronomie eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Speisen. Statt 19 Prozent müssen Restaurants für viele Gerichte nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer abführen – ein Unterschied von zwölf Prozentpunkten. Für viele Gäste klang das zunächst nach einer guten Nachricht: Essen gehen sollte dadurch eigentlich günstiger werden. Doch eine aktuelle Auswertung zeigt, dass sich diese Hoffnung bislang kaum erfüllt hat.

Kaum spürbare Preisänderungen

Das Datenanalyse-Unternehmen Meteon hat die online verfügbaren Speisekarten von rund 34.000 Gastronomiebetrieben in ganz Deutschland ausgewertet. Dabei wurden die Preise von Mitte Dezember 2025 – also vor der Steuersenkung – mit denen im Februar 2026 verglichen.

Das Ergebnis fällt ernüchternd aus:

  • Speisen sind im Durchschnitt nur etwa 0,4 Prozent günstiger geworden.

  • Getränke – für die weiterhin 19 Prozent Mehrwertsteuer gelten – sind sogar um rund 0,9 Prozent teurer geworden.

Viele Restaurantgäste hatten daher den Eindruck, dass sich beim Preis kaum etwas geändert hat – ein Eindruck, der durch die Daten bestätigt wird.

Bayern bildet eine Ausnahme

In Bayern zeigt sich laut der Analyse sogar ein leicht anderes Bild. Dort sind die Preise auf Speisekarten um etwa 0,2 Prozent gestiegen, während Getränke um rund 0,5 Prozent teurer wurden.

Allerdings betonen die Analysten, dass es sich nicht um eine vollständig repräsentative Untersuchung handelt. Die Daten basieren ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Online-Speisekarten. Betriebe ohne digitale Preislisten konnten daher nicht berücksichtigt werden.

Gastronomen nutzen den Spielraum anders

Branchenvertreter hatten bereits vor der Steueränderung angekündigt, dass viele Betriebe die Entlastung nicht vollständig an ihre Gäste weitergeben würden. Der Grund: Die Gastronomie kämpft weiterhin mit stark gestiegenen Kosten.

Dazu zählen unter anderem:

  • höhere Energiepreise,

  • steigende Lebensmittelkosten,

  • hohe Mieten und Pachtpreise, besonders in Innenstädten,

  • sowie steigende Personalkosten.

Der Mindestlohn ist zum Jahreswechsel ebenfalls deutlich gestiegen – von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde, ein Plus von mehr als acht Prozent. Viele Gastronomen nutzen den finanziellen Spielraum der Steuersenkung deshalb eher, um gestiegene Kosten auszugleichen oder ihre Betriebe wirtschaftlich stabil zu halten.

Wenige Ausnahmen bei großen Ketten

Einige Unternehmen der Systemgastronomie haben hingegen tatsächlich Preissenkungen angekündigt. Beispielsweise senkte McDonald’s den Preis für sein „Happy Meal“ vorübergehend um 50 Cent.

Solche direkten Preisnachlässe bleiben bislang jedoch eher die Ausnahme.

Steuerentlastung wirkt eher als Preisbremse

Experten sehen die Mehrwertsteuersenkung deshalb weniger als Instrument zur direkten Preissenkung für Gäste. Vielmehr habe sie verhindert, dass Restaurantpreise noch stärker steigen.

Christian Haese, Mitgründer von Meteon, erklärt: Ohne die steuerliche Entlastung wären die Preise in vielen Betrieben vermutlich deutlich stärker gestiegen. Die Senkung wirke daher weniger wie ein Rabatt für Gäste, sondern eher wie eine Bremse gegen weitere Preiserhöhungen.

Für Restaurantbesucher bedeutet das: Die Mehrwertsteuer wurde zwar gesenkt – spürbar günstiger ist das Essen gehen bislang jedoch kaum geworden.

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