Der Jahresabschluss der Windpark Kirrweiler GmbH & Co. KG mit Sitz in Viernheim zeigt für das Geschäftsjahr 2024 eine insgesamt stabile finanzielle Entwicklung. Die Bilanzsumme ging zwar leicht zurück, gleichzeitig konnte die Verschuldung reduziert werden. Im Vergleich zu vielen anderen Projektgesellschaften im Bereich erneuerbare Energien verfügt das Unternehmen zudem über eine vergleichsweise solide Eigenkapitalbasis.
Rückgang der Bilanzsumme durch Abschreibungen
Die Bilanzsumme sank im Jahresvergleich von rund 13,04 Millionen Euro auf etwa 12,10 Millionen Euro. Hauptursache hierfür sind planmäßige Abschreibungen im Anlagevermögen.
Das Anlagevermögen reduzierte sich von rund 11,92 Millionen Euro auf etwa 11,13 Millionen Euro. Dabei handelt es sich vollständig um Sachanlagen, insbesondere um Windenergieanlagen sowie Anlagen zur Stromerzeugung.
Der Abschreibungsbetrag des Geschäftsjahres lag bei rund 843.000 Euro, was die fortlaufende Wertminderung der technischen Anlagen widerspiegelt.
Erweiterung der Energieerzeugung
Neben den drei Windenergieanlagen des Herstellers Nordex betreibt die Gesellschaft auch eine größere Photovoltaikanlage. Diese Kombination aus Wind- und Solarenergie ermöglicht eine breitere Energieerzeugung und kann zur Stabilisierung der Einnahmen beitragen.
Die Windenergieanlagen verfügen jeweils über eine Leistung von 2,4 MW, während die installierten Solarmodule eine Gesamtleistung von 7,3 MW aufweisen.
Umlaufvermögen leicht gesunken
Das Umlaufvermögen reduzierte sich von rund 912.000 Euro auf etwa 754.000 Euro.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken auf etwa 563.000 Euro, während die liquiden Mittel von rund 228.000 Euro auf etwa 191.000 Euro zurückgingen. Insgesamt bleibt die Liquiditätslage jedoch ausreichend, um den laufenden Betrieb zu sichern.
Eigenkapital stabil auf hohem Niveau
Das Eigenkapital blieb im Geschäftsjahr unverändert bei 2,58 Millionen Euro. Daraus ergibt sich bei einer Bilanzsumme von rund 12,10 Millionen Euro eine Eigenkapitalquote von etwa 21 Prozent.
Damit liegt die Gesellschaft deutlich über dem Niveau vieler Windpark-Projektgesellschaften, die häufig mit deutlich geringeren Eigenkapitalquoten arbeiten.
Verschuldung deutlich reduziert
Die Verbindlichkeiten gingen von rund 10,12 Millionen Euro auf etwa 9,01 Millionen Euro zurück. Die Gesellschaft konnte ihre Schulden damit um mehr als 1,1 Millionen Euro reduzieren.
Die Struktur der Verbindlichkeiten zeigt eine typische langfristige Projektfinanzierung:
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rund 1,74 Millionen Euro sind innerhalb eines Jahres fällig
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etwa 7,28 Millionen Euro haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr
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davon rund 4,80 Millionen Euro mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
Die Finanzierung ist durch verschiedene Sicherheiten abgesichert, darunter:
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Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen
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Abtretung der Ansprüche aus der Einspeisevergütung
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Konzernbürgschaften der beteiligten Stadtwerke
Absicherung gegen steigende Zinsen
Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken nutzt die Gesellschaft ein Finanzderivat in Form eines sogenannten Zinscaps mit einem Bezugswert von rund 4 Millionen Euro. Dieses Instrument soll sicherstellen, dass die Finanzierungskosten auch bei steigenden Marktzinsen begrenzt bleiben.
Der Zinscap tritt nach Ablauf der aktuellen Zinsbindung im März 2025 in Kraft und hat eine Laufzeit von sechs Jahren.
Beteiligungsstruktur
Persönlich haftender Gesellschafter der Gesellschaft ist die VBV Wind GmbH mit Sitz in Bad Vilbel.
Kommanditisten sind die kommunalen Energieversorger Stadtwerke Viernheim GmbH und Stadtwerke Bad Vilbel GmbH. Die Gesellschaft wird anteilig in den Konzernabschluss der Stadtwerke Viernheim einbezogen.
Einordnung aus Anlegersicht
Aus wirtschaftlicher Sicht präsentiert sich die Gesellschaft vergleichsweise stabil. Positiv hervorzuheben sind:
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stabile Eigenkapitalbasis
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deutlicher Schuldenabbau
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Diversifizierung der Stromerzeugung durch Wind- und Solarenergie
Diese Faktoren reduzieren die Abhängigkeit von einzelnen Ertragsquellen und stärken die wirtschaftliche Stabilität.
Gleichzeitig bleibt das Geschäftsmodell weiterhin kapitalintensiv. Die Windenergieanlagen unterliegen planmäßigen Abschreibungen, und ein großer Teil der Finanzierung besteht weiterhin aus langfristigen Darlehen.
Fazit
Die Windpark Kirrweiler GmbH & Co. KG zeigt im Geschäftsjahr 2024 eine insgesamt solide Entwicklung mit sinkender Verschuldung und stabiler Eigenkapitalbasis. Die Kombination aus Wind- und Solarenergie sowie die Unterstützung durch kommunale Energieversorger sorgen für ein relativ stabiles wirtschaftliches Umfeld.
Für Anleger wirkt die Gesellschaft damit deutlich robuster als viele andere Projektgesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien, die häufig mit deutlich geringeren Eigenkapitalquoten und höheren Schuldenständen arbeiten. Entscheidend bleibt jedoch auch hier die langfristige Leistungsfähigkeit der Energieanlagen und die Entwicklung der Strompreise.