Nach dem schweren Straßenbahnunfall in der norditalienischen Metropole verdichten sich die Hinweise auf einen möglichen Schwächeanfall des Fahrers. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft in Mailand ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Der 61-jährige Fahrer, der selbst verletzt wurde, gab laut italienischen Medien bei seiner Vernehmung an, er habe sich unmittelbar vor dem Unglück unwohl gefühlt. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.
Die Tram der Linie 9 war am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr im Stadtzentrum entgleist und mit hoher Geschwindigkeit in ein Gebäude geprallt. Sie kam erst im Eingangsbereich eines Restaurants zum Stehen. Zuvor hatte der Fahrer offenbar eine Haltestelle missachtet.
Zwei Tote, Dutzende Verletzte
Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 59-jährigen Italiener und einen 56-jährigen Mann aus dem Senegal, der seit längerer Zeit in Italien lebte. Beide saßen als Passagiere in der Straßenbahn. Nach aktuellen Angaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt, die meisten von ihnen ebenfalls Fahrgäste.
Videoaufnahmen zeigen, wie die Bahn kurz vor dem Aufprall stark ins Schwanken geriet. Die verunglückte Tram war erst seit wenigen Monaten im Einsatz.
Sicherheitssystem im Fokus
Nun prüfen die Ermittler auch, ob das automatische Sicherheitssystem ordnungsgemäß funktionierte. Moderne Straßenbahnen sind in der Regel mit einer sogenannten Totmannschaltung ausgestattet: Bleibt eine vorgeschriebene Aktivität des Fahrers aus, kommt das Fahrzeug automatisch zum Stillstand.
Warum es in diesem Fall dennoch zu dem schweren Unfall kommen konnte, ist derzeit Gegenstand der laufenden Untersuchungen.