Der vorliegende Jahresbericht des UBS (D) Equity Fund – Smaller German Companies für den Zeitraum 01.10.2024–30.09.2025 zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild: operative Stabilität und klare Small-Cap-Positionierung stehen einer signifikanten Underperformance gegenüber der Benchmark gegenüber.
1. Performance: Positiv absolut, schwach relativ
Der Fonds erzielte im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von +8,72 %, während die Benchmark (SDAX Total Return) um +19,57 % zulegte.
Damit liegt eine deutliche Underperformance von rund 10,8 Prozentpunkten vor.
Für Investoren ist dies der zentrale Kritikpunkt des Geschäftsjahres.
Positiv zu werten ist:
Das absolute Ergebnis war klar positiv.
Der Anteilwert stieg von 551,04 EUR auf 599,08 EUR.
Nach zwei schwächeren Jahren konnte wieder ein substanzieller Wertzuwachs erzielt werden.
Dennoch: Für einen aktiv gemanagten Fonds mit einer Gesamtkostenquote von 1,78 % ist eine deutliche Abweichung nach unten gegenüber der Benchmark kritisch zu hinterfragen.
2. Portfoliostruktur: Klarer Small-Cap-Fokus, hohe Investitionsquote
Zum 30.09.2025 war der Fonds zu 97,48 % in Aktien investiert.
Charakteristika:
Fokus auf deutsche Small Caps
Kein Derivateeinsatz (0 %)
Liquiditätsquote von nur 2,95 %
Value-at-Risk durchschnittlich 2,99 %
Größte Positionen (u.a.):
KION Group (5,07 %)
thyssenkrupp (4,97 %)
RENK Group (3,83 %)
Sixt, Bilfinger, Hensoldt, FUCHS
Sektorallokation:
Übergewicht in Healthcare und Consumer Staples
Untergewicht in Consumer Discretionary, Communication Services und Energy
Die hohe Aktienquote signalisiert eine konsequente Marktorientierung – allerdings auch volle Partizipation an Marktschwankungen.
3. Ursachen der Underperformance
Laut Bericht entstanden negative Beiträge vor allem durch:
Übergewichtungen in Redcare Pharmacy, LEG Immobilien, Gerresheimer, Nordex
Untergewichtung in RENK
Das realisierte Ergebnis war negativ:
Realisierte Gewinne: 7,9 Mio. EUR
Realisierte Verluste: 10,7 Mio. EUR
Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften: –2,78 Mio. EUR
Das positive Jahresergebnis von 6,34 Mio. EUR resultierte überwiegend aus nicht realisierten Bewertungsgewinnen.
Für Anleger bedeutet das:
Der Performancebeitrag ist stark marktgetrieben
Aktive Titelselektion war im Berichtsjahr nicht erfolgreich genug
4. Kapitalflüsse: Vertrauensverlust der Anleger
Besonders auffällig ist der Netto-Mittelabfluss von –13,26 Mio. EUR.
Die Anzahl umlaufender Anteile sank:
2023/24: 146.389
2024/25: 122.313
Das Fondsvolumen reduzierte sich von 80,7 Mio. EUR auf 73,3 Mio. EUR.
Dies deutet auf:
Anlegerunzufriedenheit
Reaktion auf Underperformance
Generell schwache Small-Cap-Nachfrage im Marktumfeld
5. Kostenstruktur
Gesamtkostenquote (TER): 1,78 %
Transaktionskosten: 21.312 EUR
Für einen aktiv gemanagten Nebenwertefonds ist die Kostenquote marktüblich, allerdings rechtfertigt sie nur dann einen Mehrwert, wenn eine Outperformance erzielt wird.
6. Risikobetrachtung
Kein Derivateeinsatz
Hebelwirkung 0,99
Marktrisiko moderat (VaR max. 3,59 %)
Klassisches Aktienmarktrisiko
Zusätzliche geopolitische Risiken (Ukraine-Krise)
Risikoseitig bewegt sich der Fonds im erwartbaren Rahmen eines voll investierten Small-Cap-Aktienfonds.
7. Nachhaltigkeit
Der Fonds ist ein Artikel-6-Produkt nach EU-Offenlegungsverordnung.
Das heißt:
Keine explizite ESG-Strategie
Keine verbindliche Berücksichtigung der Principal Adverse Impacts auf Fondsebene
Für nachhaltig orientierte Investoren ist das ein klarer Nachteil.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Der Fonds zeigt:
Stärken
Klare Small-Cap-Strategie
Hohe Aktienquote
Transparente Struktur
Solide Risikokontrolle
Absolute Wertsteigerung
Schwächen
Deutliche Underperformance zur Benchmark
Negative Nettomittelzuflüsse
Realisierte Verluste überstiegen realisierte Gewinne
Kein ESG-Ansatz
Relativ hohe Kosten im Vergleich zur erzielten Mehrrendite
Bewertung
Für überzeugte Small-Cap-Investoren mit langfristigem Horizont kann der Fonds weiterhin interessant sein.
Kurz- bis mittelfristig stellt sich jedoch die entscheidende Frage:
Kann das aktive Management künftig nachhaltig Alpha generieren?
Ohne klare Belege für eine strukturelle Outperformance bleibt die Investmentthese angeschlagen.