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Nebenwerte mit Potenzial – aber deutlicher Rückstand zur Benchmark

geralt (CC0), Pixabay

Der vorliegende Jahresbericht des UBS (D) Equity Fund – Smaller German Companies für den Zeitraum 01.10.2024–30.09.2025 zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild: operative Stabilität und klare Small-Cap-Positionierung stehen einer signifikanten Underperformance gegenüber der Benchmark gegenüber.

1. Performance: Positiv absolut, schwach relativ

Der Fonds erzielte im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von +8,72 %, während die Benchmark (SDAX Total Return) um +19,57 % zulegte.

Damit liegt eine deutliche Underperformance von rund 10,8 Prozentpunkten vor.
Für Investoren ist dies der zentrale Kritikpunkt des Geschäftsjahres.

Positiv zu werten ist:

Das absolute Ergebnis war klar positiv.

Der Anteilwert stieg von 551,04 EUR auf 599,08 EUR.

Nach zwei schwächeren Jahren konnte wieder ein substanzieller Wertzuwachs erzielt werden.

Dennoch: Für einen aktiv gemanagten Fonds mit einer Gesamtkostenquote von 1,78 % ist eine deutliche Abweichung nach unten gegenüber der Benchmark kritisch zu hinterfragen.

2. Portfoliostruktur: Klarer Small-Cap-Fokus, hohe Investitionsquote

Zum 30.09.2025 war der Fonds zu 97,48 % in Aktien investiert.

Charakteristika:

Fokus auf deutsche Small Caps

Kein Derivateeinsatz (0 %)

Liquiditätsquote von nur 2,95 %

Value-at-Risk durchschnittlich 2,99 %

Größte Positionen (u.a.):

KION Group (5,07 %)

thyssenkrupp (4,97 %)

RENK Group (3,83 %)

Sixt, Bilfinger, Hensoldt, FUCHS

Sektorallokation:

Übergewicht in Healthcare und Consumer Staples

Untergewicht in Consumer Discretionary, Communication Services und Energy

Die hohe Aktienquote signalisiert eine konsequente Marktorientierung – allerdings auch volle Partizipation an Marktschwankungen.

3. Ursachen der Underperformance

Laut Bericht entstanden negative Beiträge vor allem durch:

Übergewichtungen in Redcare Pharmacy, LEG Immobilien, Gerresheimer, Nordex

Untergewichtung in RENK

Das realisierte Ergebnis war negativ:

Realisierte Gewinne: 7,9 Mio. EUR

Realisierte Verluste: 10,7 Mio. EUR

Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften: –2,78 Mio. EUR

Das positive Jahresergebnis von 6,34 Mio. EUR resultierte überwiegend aus nicht realisierten Bewertungsgewinnen.

Für Anleger bedeutet das:

Der Performancebeitrag ist stark marktgetrieben

Aktive Titelselektion war im Berichtsjahr nicht erfolgreich genug

4. Kapitalflüsse: Vertrauensverlust der Anleger

Besonders auffällig ist der Netto-Mittelabfluss von –13,26 Mio. EUR.

Die Anzahl umlaufender Anteile sank:

2023/24: 146.389

2024/25: 122.313

Das Fondsvolumen reduzierte sich von 80,7 Mio. EUR auf 73,3 Mio. EUR.

Dies deutet auf:

Anlegerunzufriedenheit

Reaktion auf Underperformance

Generell schwache Small-Cap-Nachfrage im Marktumfeld

5. Kostenstruktur

Gesamtkostenquote (TER): 1,78 %

Transaktionskosten: 21.312 EUR

Für einen aktiv gemanagten Nebenwertefonds ist die Kostenquote marktüblich, allerdings rechtfertigt sie nur dann einen Mehrwert, wenn eine Outperformance erzielt wird.

6. Risikobetrachtung

Kein Derivateeinsatz

Hebelwirkung 0,99

Marktrisiko moderat (VaR max. 3,59 %)

Klassisches Aktienmarktrisiko

Zusätzliche geopolitische Risiken (Ukraine-Krise)

Risikoseitig bewegt sich der Fonds im erwartbaren Rahmen eines voll investierten Small-Cap-Aktienfonds.

7. Nachhaltigkeit

Der Fonds ist ein Artikel-6-Produkt nach EU-Offenlegungsverordnung.
Das heißt:

Keine explizite ESG-Strategie

Keine verbindliche Berücksichtigung der Principal Adverse Impacts auf Fondsebene

Für nachhaltig orientierte Investoren ist das ein klarer Nachteil.

Gesamtfazit aus Anlegersicht

Der Fonds zeigt:

Stärken

Klare Small-Cap-Strategie

Hohe Aktienquote

Transparente Struktur

Solide Risikokontrolle

Absolute Wertsteigerung

Schwächen

Deutliche Underperformance zur Benchmark

Negative Nettomittelzuflüsse

Realisierte Verluste überstiegen realisierte Gewinne

Kein ESG-Ansatz

Relativ hohe Kosten im Vergleich zur erzielten Mehrrendite

Bewertung

Für überzeugte Small-Cap-Investoren mit langfristigem Horizont kann der Fonds weiterhin interessant sein.

Kurz- bis mittelfristig stellt sich jedoch die entscheidende Frage:

Kann das aktive Management künftig nachhaltig Alpha generieren?

Ohne klare Belege für eine strukturelle Outperformance bleibt die Investmentthese angeschlagen.

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