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Israeliischer Luftangriff im Gazastreifen tötet drei Journalisten – internationale Kritik wächst

Ein israelischer Luftangriff im Zentrum des Gazastreifens hat nach Angaben von Ersthelfern drei palästinensische Journalisten getötet. Der Vorfall ereignete sich im Gebiet al-Zahra und sorgt international für scharfe Kritik, insbesondere von Journalistenverbänden und Menschenrechtsorganisationen. Die drei Getöteten wurden als Mohammed Salah Qashta, Anas Ghneim und Abdul Raouf Shaat identifiziert.

Nach Angaben der von der Hamas geführten Zivilschutzbehörde befanden sich die Journalisten in einem Fahrzeug, das gezielt getroffen wurde. Sie sollen im Auftrag eines ägyptischen Hilfswerks gearbeitet und Filmaufnahmen in Lagern für Binnenvertriebene gemacht haben. Ein Sprecher der Organisation erklärte, das Auto sei deutlich mit dem Logo der Hilfsorganisation gekennzeichnet gewesen und habe sich auf einer humanitären Mission befunden.

Das israelische Militär erklärte hingegen, man habe „mehrere Verdächtige“ angegriffen, die eine Drohne im Auftrag der Hamas eingesetzt hätten und damit eine Bedrohung für israelische Soldaten dargestellt hätten. Der Vorfall werde derzeit untersucht. Eine konkrete Stellungnahme zu den getöteten Journalisten oder zur Kennzeichnung des Fahrzeugs blieb bislang aus.

Neben diesem Angriff meldete das Gesundheitsministerium im Gazastreifen weitere Todesopfer durch israelischen Artillerie- und Gewehrbeschuss. Am Mittwoch seien acht weitere Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. In Khan Younis im Süden des Gazastreifens starben laut Medizinern ein 13-jähriger Junge und eine Frau durch Schüsse israelischer Soldaten. Auch in zentralen Gebieten sollen israelische Panzer das Feuer eröffnet haben.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober wurden laut palästinensischen Angaben mindestens 466 Menschen im Gazastreifen getötet. Auf israelischer Seite kamen im gleichen Zeitraum drei Soldaten durch Angriffe palästinensischer Gruppen ums Leben. Die israelische Armee erklärte, ihre Truppen hätten einen „Terroristen“ getötet, der die sogenannte Gelbe Linie überschritten habe – eine Demarkationslinie in Gebieten, die weiterhin unter israelischer Kontrolle stehen.

Der Tod der Journalisten hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Nachrichtenagentur AFP bestätigte, dass Abdul Raouf Shaat regelmäßig für sie gearbeitet habe, und forderte eine umfassende und transparente Untersuchung. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) sprach von einem besonders schweren Vorfall und erinnerte daran, dass Journalisten nach internationalem Recht geschützt werden müssen.

Nach Angaben des CPJ wurden seit Beginn des Krieges mindestens 206 Journalisten und Medienmitarbeiter im Gazastreifen getötet – so viele wie in keinem anderen dokumentierten Konflikt zuvor. Internationale Medien sind stark auf lokale Reporter angewiesen, da ausländische Journalisten keinen freien Zugang zum Gazastreifen haben.

Der Krieg begann nach dem Angriff der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt wurden. Die darauf folgende israelische Militäroffensive forderte laut Gesundheitsministerium im Gazastreifen bislang mehr als 71.550 Todesopfer.

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