Was als routinemäßiger Landeanflug auf Barcelona begann, endete für Passagiere eines Turkish-Airlines-Flugs in einem nervenaufreibenden Ausnahmezustand. Kurz vor der Ankunft in der katalanischen Metropole wurde an Bord der Maschine aus Istanbul ein Bombenalarm ausgelöst – nicht durch einen verdächtigen Gegenstand, sondern durch einen folgenschweren digitalen Leichtsinn.
Auslöser war der Name eines privaten Internet-Hotspots, den ein Passagier auf seinem Smartphone eingerichtet hatte. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, wählte der Mann eine Bezeichnung, die eine Bombendrohung suggerierte. Offenbar genügte dieser Eintrag, um die Sicherheitsprotokolle in Gang zu setzen. Die Crew schlug Alarm, der Flug wurde als Notfall eingestuft.
Der Airbus setzte daraufhin in Barcelona außerplanmäßig auf und wurde nach der Landung abseits der Terminalgebäude geparkt. Bewaffnete Sicherheitskräfte umstellten die Maschine, während am Flughafen Josep Tarradellas Barcelona-El Prat der Ernstfall ausgerufen wurde. Der Betreiber Aena bestätigte, dass umgehend alle vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen aktiviert worden seien.
Was folgte, war eine stundenlange Prozedur, die den Passagieren Geduld und Nervenstärke abverlangte. Eine Journalistin der türkischen Online-Zeitung T24, die sich an Bord befand, schilderte eindrücklich die Atmosphäre nach der Landung. Die Evakuierung erfolgte streng kontrolliert: In Zweier- oder Dreiergruppen, im Abstand von jeweils zehn Minuten, mussten die Fluggäste das Flugzeug verlassen.
Das Handgepäck wurde separat in einem kleinen Bus durchleuchtet, der einer mobilen Röntgenstation ähnelte. Anschließend kamen Spürhunde zum Einsatz. Erst nach dieser Kontrolle durften die Passagiere ihre Taschen wieder an sich nehmen und wurden in eine abgesperrte Halle gebracht. Dort folgten weitere Überprüfungen, darunter die Erfassung persönlicher Daten wie Namen, Telefonnummern und Passnummern.
Trotz der angespannten Lage blieb es bemerkenswert ruhig. „Die Sicherheitsbeamten waren ernst, aber sehr höflich“, berichtete die Autorin. Auch unter den Reisenden habe kaum jemand die Fassung verloren. „Obwohl die Passagiere dieses Unbehagen erleben mussten, verhielt sich die überwiegende Mehrheit sehr ruhig und besonnen.“
Nach intensiver Durchsuchung der Maschine durch Spezialkräfte konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden. Der Bombenalarm hatte sich als falscher Alarm erwiesen – ausgelöst durch einen gedankenlosen Hotspot-Namen. Erst rund vier Stunden nach der Landung durften die Passagiere den Flughafen verlassen.
Der Vorfall zeigt, wie sensibel die Sicherheitsmechanismen im internationalen Luftverkehr reagieren – und wie gravierend die Folgen selbst vermeintlicher Späße sein können. Ein frei gewählter WLAN-Name reichte aus, um einen Großeinsatz auszulösen und Hunderte Menschen in einen Ausnahmezustand zu versetzen.