Die jüngsten Äußerungen von Ex-Präsident Donald Trump zu Grönland sorgen in den USA für zunehmende politische Spannungen – auch innerhalb der Republikanischen Partei. Besonders deutlich äußerte sich der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon aus Nebraska, der Trumps Drohungen, Grönland notfalls mit Gewalt unter Kontrolle der USA zu bringen, scharf verurteilte. In einem Interview mit der Omaha World-Herald bezeichnete Bacon das Vorgehen als „völlige Albernheit“ und warnte vor schwerwiegenden Konsequenzen bis hin zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren.
Trump hatte in den vergangenen Monaten seine Rhetorik deutlich verschärft. Was 2019 noch als provokante Idee begann – der Vorschlag, Grönland von Dänemark zu kaufen –, entwickelte sich zuletzt zu offenen Drohungen. In einem Social-Media-Beitrag erklärte Trump, Grönland müsse „in den Händen der Vereinigten Staaten“ sein, alles andere sei „inakzeptabel“. Als Begründung führt er vor allem nationale Sicherheitsinteressen und den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen an.
Innerhalb der eigenen Partei stößt diese Haltung jedoch zunehmend auf Ablehnung. Don Bacon betonte, viele Republikaner seien verärgert über Trumps Vorgehen. Eine militärische Invasion eines NATO-Partners bezeichnete er als „katastrophale Idee“, die nicht nur internationale Beziehungen zerstören, sondern auch Trumps politische Zukunft gefährden könnte. Auf die Frage, ob er ein Amtsenthebungsverfahren unterstützen würde, antwortete Bacon ausweichend, sagte jedoch, er neige dazu.
Auch international ist die Reaktion eindeutig. Sowohl die dänische Regierung als auch die politische Führung Grönlands haben unmissverständlich klargestellt, dass das Land nicht zum Verkauf steht. Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen erklärte bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen, Grönland wolle weder von den USA regiert werden noch Teil der Vereinigten Staaten sein. Die klare Absage unterstreicht den Wunsch nach politischer Selbstbestimmung des arktischen Territoriums.
Neben Bacon meldeten sich weitere prominente Republikaner kritisch zu Wort. Senator Chuck Grassley plädierte dafür, Sicherheitsinteressen diplomatisch zu verfolgen, statt durch „Kauf oder Invasion“. Der frühere Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, warnte sogar vor einem „strategischen Selbstschaden“ für die USA und deren globale Stellung.
Auch in der US-Bevölkerung findet Trumps Vorstoß kaum Unterstützung. Jüngste Umfragen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Amerikaner eine gewaltsame Übernahme Grönlands ablehnt. Die Debatte verdeutlicht, wie isoliert Trumps Position mittlerweile ist – nicht nur international, sondern auch innerhalb seiner eigenen Partei.