Nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht im Schweizer Wintersportort Crans-Montana weiten die Justizbehörden ihre Maßnahmen aus. Neben dem Betreiber der betroffenen Bar, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, hat nun auch das zuständige Gericht Auflagen gegen dessen Ehefrau verhängt.
Die Frau darf die Schweiz vorerst nicht verlassen. Ihr Reisepass sowie weitere Ausweisdokumente wurden eingezogen, zudem muss sie sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. Zusätzlich ordnete das Gericht an, dass eine Kaution zu hinterlegen ist – über deren Höhe wird noch entschieden. Ziel der Maßnahmen ist es, ihre ständige Verfügbarkeit für die laufenden Ermittlungen sicherzustellen.
Während die Staatsanwaltschaft für den Barbetreiber Untersuchungshaft beantragt hatte, sah sie bei seiner Ehefrau davon ab. Dennoch bewertet das Gericht ihre Rolle als relevant genug, um sie mit klaren Einschränkungen zu belegen. Auch für den inhaftierten Betreiber besteht grundsätzlich die Möglichkeit, gegen die Hinterlegung angemessener Sicherheiten aus der Haft entlassen zu werden. Die Verteidigung betont, dass beide kooperieren und keine Fluchtabsichten haben.
Die Ermittlungen laufen seit dem Inferno in der Bar „Le Constellation“ auf Hochtouren. In der Nacht des Unglücks waren 40 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen sehr jung. Weitere 116 Personen wurden verletzt, rund 80 davon schwer. Viele Opfer werden noch immer in spezialisierten Kliniken behandelt, teilweise auch außerhalb der Schweiz.
Die Tragödie hatte das ganze Land erschüttert. Als Zeichen der Anteilnahme wehten die Fahnen am Bundeshaus in Bern mehrere Tage auf Halbmast. Zugleich wächst der Druck auf die Ermittlungsbehörden, die Ursachen des Feuers lückenlos aufzuklären. Im Fokus stehen dabei unter anderem bauliche Veränderungen, mögliche Engstellen im Fluchtweg sowie die Verantwortung der Betreiber.
Während Angehörige um ihre getöteten Kinder und Freunde trauern und zahlreiche Verletzte um ihre Genesung kämpfen, bleibt Crans-Montana ein Ort der Stille – und der offenen Fragen. Die juristische Aufarbeitung dürfte noch Monate, wenn nicht Jahre dauern.