Die CEE Windpark Wölsickendorf GmbH & Co. KG mit Sitz in Rotenburg (Wümme) hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt.
Die Bilanz zeigt auf den ersten Blick zwei gegenläufige Entwicklungen.
Einerseits gelingt es der Windparkgesellschaft, ihre Bankverbindlichkeiten erheblich zu reduzieren und gleichzeitig den Bestand an liquiden Mitteln deutlich auszubauen.
Andererseits wächst der Bilanzverlust weiter.
Dadurch schmilzt das ohnehin geringe Eigenkapital von 376.899 Euro auf nur noch 181.877 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von fast 41 Millionen Euro bleibt damit nur ein sehr kleiner bilanzieller Eigenkapitalpuffer.
Bilanzsumme sinkt um 1,37 Millionen Euro
Die Bilanzsumme ging von 42,358 Millionen Euro Ende 2024 auf 40,983 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025 zurück.
Das entspricht einem Rückgang von rund 1,374 Millionen Euro beziehungsweise 3,2 Prozent.
Hauptursache ist die Entwicklung des Anlagevermögens.
Dieses sank von 40,151 Millionen Euro auf 38,141 Millionen Euro.
Der Rückgang beträgt gut 2,009 Millionen Euro beziehungsweise fünf Prozent.
Das gesamte Anlagevermögen besteht aus Sachanlagen.
Nach Angaben im Anhang werden die abnutzbaren Sachanlagen über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren linear abgeschrieben.
Außerplanmäßige Abschreibungen wurden 2025 nicht vorgenommen.
Der Rückgang des Anlagevermögens ist damit im veröffentlichten Abschluss nicht auf eine außerordentliche Wertkorrektur zurückzuführen.
Windenergieanlagen dominieren die Bilanz
Mit 38,14 Millionen Euro machen die Sachanlagen rund 93 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.
Das ist für eine Windpark-Projektgesellschaft grundsätzlich nicht ungewöhnlich.
Die Gesellschaft hält einen kapitalintensiven Sachanlagenbestand, dessen Finanzierung zu einem erheblichen Teil über Fremdkapital erfolgt.
Genau deshalb ist neben der Entwicklung des Windparks selbst vor allem die Finanzierung entscheidend.
Und hier zeigt der Jahresabschluss weiterhin eine sehr hohe Fremdkapitalabhängigkeit.
Fast 39,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft 39.876.407,50 Euro Verbindlichkeiten aus.
Im Vorjahr waren es noch 41.252.013,89 Euro.
Damit wurden die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 1,376 Millionen Euro beziehungsweise 3,3 Prozent reduziert.
Das ist zunächst positiv.
Allerdings bleibt das absolute Niveau außerordentlich hoch.
Die Verbindlichkeiten entsprechen rechnerisch rund 97,3 Prozent der Bilanzsumme.
Diese Quote darf nicht mit einer Insolvenzkennzahl gleichgesetzt werden. Gerade Windpark-Projektgesellschaften arbeiten häufig mit einem hohen Fremdfinanzierungsanteil.
Sie zeigt aber, wie stark die Bilanz von Fremdkapital geprägt wird.
Eigenkapital sinkt um mehr als die Hälfte
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Eigenkapitals.
Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über Eigenkapital von 376.899,21 Euro.
Ende 2025 waren davon lediglich 181.877,34 Euro übrig.
Das entspricht einem Rückgang von 195.021,87 Euro beziehungsweise rund 51,7 Prozent.
Die rechnerische Eigenkapitalquote fällt dadurch von ohnehin niedrigen rund 0,89 Prozent auf nur noch etwa 0,44 Prozent.
Damit sind weniger als ein halbes Prozent der Bilanzsumme durch bilanzielles Eigenkapital gedeckt.
Bilanzverlust steigt auf 1,07 Millionen Euro
Ursache des niedrigen Eigenkapitals ist vor allem der weiter angewachsene Bilanzverlust.
Dieser erhöhte sich von 875.437,97 Euro auf 1.070.459,84 Euro.
Das entspricht ebenfalls einer Verschlechterung um rund 195.022 Euro.
Dem stehen unveränderte Rücklagen von 1.251.337,18 Euro sowie Kapitalanteile der Kommanditisten von 1.000 Euro gegenüber.
Rechnerisch ergibt sich:
1.000 Euro Kapitalanteile plus 1.251.337 Euro Rücklagen minus 1.070.460 Euro Bilanzverlust ergeben das ausgewiesene Eigenkapital von rund 181.877 Euro.
Damit hat der kumulierte Bilanzverlust inzwischen einen erheblichen Teil der Rücklagen aufgezehrt.
Noch kein negatives Eigenkapital
Bei der Einordnung ist allerdings Vorsicht notwendig.
Ein Bilanzverlust von mehr als einer Million Euro bedeutet nicht automatisch, dass die Gesellschaft bilanziell überschuldet ist.
Zum Bilanzstichtag besteht weiterhin positives Eigenkapital von 181.877 Euro.
Anders als bei Gesellschaften mit einem „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil“ weist der vorliegende Abschluss noch einen positiven Eigenkapitalposten aus.
Eine Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit lässt sich aus diesen Zahlen ebenfalls nicht ableiten.
Die Bilanz zeigt allerdings, dass der bilanzielle Eigenkapitalpuffer inzwischen sehr gering geworden ist.
Rechnerisch rund 195.000 Euro weitere Ergebnisbelastung
Die Veränderung des Bilanzverlusts beträgt rund 195.022 Euro.
Da die übrigen ausgewiesenen Eigenkapitalkomponenten unverändert geblieben sind, deutet die Bilanzentwicklung auf eine entsprechende Ergebnisbelastung im Geschäftsjahr 2025 hin.
Eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden veröffentlichten Angaben allerdings nicht enthalten.
Deshalb lässt sich nicht nachvollziehen, welche Faktoren für diese Entwicklung verantwortlich waren.
Insbesondere fehlen Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, sonstigen betrieblichen Erträgen, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und dem vollständigen Jahresergebnis.
Gerade bei einer hoch fremdfinanzierten Windparkgesellschaft wären diese Zahlen für eine wirtschaftliche Beurteilung besonders wichtig.
Bankschulden sinken um fast zwei Millionen Euro
Deutlich positiver entwickelt sich die Bankfinanzierung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen von 28.539.260 Euro auf 26.545.528 Euro zurück.
Das entspricht einem Schuldenabbau von 1.993.732 Euro beziehungsweise rund sieben Prozent innerhalb eines Jahres.
Damit hat die Gesellschaft einen erheblichen Betrag ihrer Bankfinanzierung zurückgeführt.
Die Bankverbindlichkeiten machen dennoch weiterhin rund zwei Drittel der gesamten Bilanzsumme aus.
Banken verfügen über umfangreiche Sicherheiten
Die Bankdarlehen sind vollständig besichert.
Nach Angaben im Anhang bestehen Sicherheiten durch die Sicherungsübereignung der getätigten Investitionen, die Verpfändung von Guthabenkonten und die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der finanzierten Windenergieanlage.
Damit verfügen die finanzierenden Kreditinstitute über umfassende Sicherungsrechte.
Das ist bei projektfinanzierten Windparks nicht ungewöhnlich.
Für die wirtschaftliche Bewertung wäre zusätzlich interessant, welche Zinssätze gelten, wie lange die Kredite noch laufen und welcher Tilgungsplan vereinbart wurde.
Diese Informationen sind in den vorliegenden Angaben nicht enthalten.
Zusätzlich 11,1 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen
Neben der Bankfinanzierung spielt die konzerninterne Finanzierung eine erhebliche Rolle.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Gesellschafterdarlehen von 11,1 Millionen Euro enthalten.
Dieser Betrag hat sich gegenüber 2024 nicht verändert.
Damit bestehen allein aus Bankdarlehen und den ausdrücklich genannten Gesellschafterdarlehen Finanzierungsverbindlichkeiten von rund 37,65 Millionen Euro.
Das entspricht rund 91,9 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Für eine vollständige Bewertung fehlen allerdings auch hier wesentliche Informationen.
Der veröffentlichte Anhang nennt weder Zinssatz noch Laufzeit, Tilgungsmodalitäten oder einen möglichen Rangrücktritt für die 11,1 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen.
Interessante Gegenbewegung beim Bankguthaben
Während das Eigenkapital zurückgeht, entwickelt sich die Liquiditätsposition auf der Aktivseite deutlich positiv.
Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen von 1.414.098,86 Euro auf 2.205.969,98 Euro.
Das ist ein Zuwachs von rund 791.871 Euro beziehungsweise 56 Prozent.
Damit verfügte die Gesellschaft zum Jahresende über mehr als 2,2 Millionen Euro an Bankguthaben.
Diese Entwicklung ist bemerkenswert, weil gleichzeitig fast zwei Millionen Euro Bankverbindlichkeiten zurückgeführt wurden.
Zumindest auf Stichtagsbasis hat die Gesellschaft also ihre Bankschulden reduziert und dennoch ihren Bestand an liquiden Mitteln erheblich erhöht.
Woher der Liquiditätszuwachs stammt, lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz allein jedoch nicht abschließend erkennen.
Forderungen gehen zurück
Parallel dazu gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände zurück.
Sie sanken von 692.197,71 Euro auf 539.567,19 Euro.
Das entspricht einem Minus von rund 152.631 Euro beziehungsweise 22 Prozent.
Das gesamte Umlaufvermögen stieg dennoch von 2,106 Millionen Euro auf 2,746 Millionen Euro.
Der Zuwachs beträgt rund 639.241 Euro beziehungsweise 30,3 Prozent.
Verantwortlich dafür ist vor allem der deutliche Anstieg der Bankguthaben.
Damit verbessert sich die liquide Aktivseite der Bilanz, obwohl sich das Eigenkapital gleichzeitig verschlechtert.
Rückstellungen steigen um 42 Prozent
Die Rückstellungen erhöhten sich von 124.134 Euro auf 176.620 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 52.486 Euro beziehungsweise 42,3 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens wurden die Rückstellungen zur Abdeckung ungewisser Verbindlichkeiten gebildet.
Ihre voraussichtliche Restlaufzeit beträgt jeweils weniger als ein Jahr.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Rückstellungspositionen enthält das vorliegende Material nicht.
Passive latente Steuern steigen deutlich
Auch die passiven latenten Steuern nahmen zu.
Sie stiegen von 604.523,82 Euro auf 748.377,54 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 143.854 Euro beziehungsweise 23,8 Prozent.
Die Gesellschaft erklärt diese Position mit unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz.
Eine Ursache sind unterschiedliche Nutzungsdauern bei der Bewertung der technischen Anlagen.
Hinzu kommen abweichende Ansätze bei aktiven Rechnungsabgrenzungsposten und Ergebnisse aus einer für gewerbesteuerliche Zwecke geführten Ergänzungsbilanz.
Wichtig ist: Die 748.000 Euro sind nicht mit einer unmittelbar fälligen Steuerzahlung in gleicher Höhe gleichzusetzen.
Latente Steuern bilden vielmehr zukünftige steuerliche Effekte aus Bewertungsunterschieden bilanziell ab.
Jährlich weitere 763.300 Euro vertragliche Verpflichtungen
Zusätzlich zu den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen erhebliche langfristige Verpflichtungen aus Verträgen.
Die Gesellschaft beziffert diese auf insgesamt 763.300 Euro jährlich.
Davon entfallen:
384.500 Euro pro Jahr auf Miet- und Pachtverhältnisse, die bis 2040 laufen.
42.900 Euro jährlich werden für die technische Betriebsführung genannt, Laufzeit bis 2029.
Für die kaufmännische Betriebsführung fallen 43.200 Euro pro Jahr bis 2029 an.
Der Wartungsvertrag verursacht weitere 292.700 Euro jährlich und läuft ebenfalls bis 2040.
Damit bestehen langfristig erhebliche feste beziehungsweise vertraglich vereinbarte Kostenblöcke.
Pacht und Wartung dominieren
Allein Miet- und Pachtzahlungen sowie Wartungsvertrag summieren sich auf 677.200 Euro jährlich.
Das entspricht fast 89 Prozent der insgesamt angegebenen jährlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen.
Diese Verpflichtungen sind für die langfristige Wirtschaftlichkeit des Windparks relevant.
Sie dürfen allerdings nicht einfach zu den 39,88 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten addiert werden.
Es handelt sich nicht um zum Bilanzstichtag in dieser Höhe fällige Schulden, sondern um laufende Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Wie bei zahlreichen Windpark-Projektgesellschaften beschäftigt auch die CEE Windpark Wölsickendorf GmbH & Co. KG keine eigenen Arbeitnehmer.
Technische und kaufmännische Aufgaben werden über entsprechende Vertragsstrukturen abgewickelt.
Das erklärt zugleich, warum Aufwendungen für technische und kaufmännische Betriebsführung als langfristige externe Verpflichtungen ausgewiesen werden.
Entscheidend ist der operative Cashflow
Die zentrale wirtschaftliche Frage lässt sich aus dem veröffentlichten Zahlenmaterial nicht beantworten:
Wie viel Geld erwirtschaftet der Windpark tatsächlich aus seinem laufenden Betrieb?
Das ist bei einer solchen Finanzierung entscheidend.
Denn allein Bankverbindlichkeiten von 26,55 Millionen Euro müssen bedient werden.
Hinzu kommen Gesellschafterdarlehen von 11,1 Millionen Euro und jährliche vertragliche Verpflichtungen von mehr als 763.000 Euro.
Ob diese Belastungen komfortabel aus den laufenden Stromerlösen finanziert werden können, hängt von Stromproduktion, Vergütung beziehungsweise Strompreisen, Zinsaufwand, Tilgungen und Betriebskosten ab.
Diese Daten sind im vorliegenden Material nicht vollständig veröffentlicht.
Schuldenabbau spricht für laufende Zahlungsfähigkeit – beweist sie aber nicht
Dass die Bankverbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um fast zwei Millionen Euro reduziert wurden und gleichzeitig die Bankguthaben um knapp 792.000 Euro gestiegen sind, ist bilanziell ein positives Signal.
Es spricht dafür, dass 2025 erhebliche Mittel für Tilgung und Liquiditätsaufbau zur Verfügung standen.
Aus der Bilanz allein lässt sich jedoch nicht sicher bestimmen, woher diese Mittel kamen.
Denkbar sind operative Cashflows ebenso wie andere Zahlungsströme oder Finanzierungsmaßnahmen.
Ohne Kapitalflussrechnung und vollständige Gewinn- und Verlustrechnung wäre es deshalb zu weitgehend, aus der Entwicklung unmittelbar auf eine bestimmte operative Ertragskraft zu schließen.
Der Bilanzverlust bleibt das Warnsignal
Auf der anderen Seite ist die Entwicklung des Eigenkapitals nicht zu übersehen.
Der Bilanzverlust hat die Marke von einer Million Euro überschritten.
Von Rücklagen und Kapitalanteilen von zusammen rund 1,252 Millionen Euro bleiben nach Verrechnung des Bilanzverlustes nur noch rund 182.000 Euro Eigenkapital.
Sollte sich die Ergebnisentwicklung in gleicher Richtung fortsetzen, könnte der verbliebene Eigenkapitalpuffer weiter schrumpfen.
Ob dies tatsächlich geschieht, lässt sich aus dem Abschluss 2025 nicht prognostizieren.
Gerade deshalb wären Angaben zur Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2026 von besonderem Interesse.
Keine außerplanmäßige Abwertung des Windparks
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Gesellschaft hat 2025 ausdrücklich keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.
Die Sachanlagen werden planmäßig über 25 Jahre abgeschrieben.
Damit enthält der Abschluss zumindest nach den vorliegenden Angaben keine zusätzliche Sonderabschreibung, die auf eine außerplanmäßige Wertminderung der Windenergieanlagen schließen ließe.
Der Rückgang des Anlagevermögens um rund zwei Millionen Euro ist daher im Rahmen der planmäßigen Abschreibung zu betrachten.
Finanzierung bleibt der Schlüssel
Die Bilanz der CEE Windpark Wölsickendorf ist damit von einem erheblichen Spannungsverhältnis geprägt.
Auf der einen Seite stehen:
ein Bankguthaben von mehr als 2,2 Millionen Euro,
ein deutlicher Abbau der Bankschulden,
sinkende Gesamtverbindlichkeiten
und keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf den Windpark.
Auf der anderen Seite stehen:
fast 39,9 Millionen Euro Gesamtverbindlichkeiten,
11,1 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen,
ein auf mehr als eine Million Euro angewachsener Bilanzverlust,
nur noch rund 182.000 Euro Eigenkapital
und langfristige vertragliche Verpflichtungen von jährlich mehr als 763.000 Euro.