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USA und Indien intensivieren Handelsgespräche: Neuer US-Botschafter zeigt sich zuversichtlich

Die Handelsverhandlungen zwischen den USA und Indien bleiben trotz politischer Spannungen aktiv. Das betonte der neue US-Botschafter in Indien, Sergio Gor, während seines jüngsten Besuchs in Neu-Delhi. Beide Seiten seien weiterhin „aktiv engagiert“, um ein bilaterales Handelsabkommen voranzubringen. Ein weiteres Gespräch auf Arbeitsebene sei bereits für Dienstag angesetzt, auch wenn Gor keine Details zu den Teilnehmern nannte.

Gor, der im November im Weißen Haus vereidigt wurde, hat seine offiziellen Beglaubigungsschreiben beim indischen Präsidenten zwar noch nicht überreicht, wurde jedoch am Montag bei einer feierlichen Zeremonie in Delhi offiziell willkommen geheißen. Die Veranstaltung hatte beinahe den Charakter einer kleinen Amtseinführung – inklusive Applaus, sorgfältiger Inszenierung und einer Playlist klassischer amerikanischer Songs, die der Botschafter persönlich ausgewählt hatte.

In seinen Gesprächen mit Journalisten hob Gor die besondere Bedeutung der Beziehungen zwischen Washington und Neu-Delhi hervor. Indien habe „keinen wichtigeren Partner“ als die USA, erklärte er. Die bilaterale Zusammenarbeit könne sich zur „folgenreichsten Partnerschaft dieses Jahrhunderts“ entwickeln. Neben dem Handel arbeiteten beide Länder eng in Bereichen wie Sicherheit, Terrorismusbekämpfung, Energie, Technologie, Bildung und Gesundheit zusammen.

Gleichzeitig räumte Gor ein, dass enge Partnerschaften auch Meinungsverschiedenheiten aushalten müssten. Die Freundschaft zwischen US-Präsident Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi sei real, sagte er, und echte Freunde könnten zwar streiten, würden ihre Differenzen aber letztlich beilegen.

Die Gespräche sind jedoch von erheblichen Spannungen überschattet. Seit August haben die USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf indische Waren verhängt – die höchsten in Asien. Hinzu kommen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit Indiens fortgesetztem Kauf von russischem Öl. Washington drängt zudem auf einen besseren Zugang zum indischen Agrarmarkt, was Neu-Delhi bislang strikt ablehnt.

Zuletzt hatten US-Vertreter Indien für die Verzögerung eines Abkommens verantwortlich gemacht. Diese Darstellung wies die indische Regierung entschieden zurück. Auslöser war unter anderem eine Aussage von US-Handelsminister Howard Lutnick, wonach ein fehlender Anruf Modis bei Trump die Gespräche blockiert habe. Indiens Außenministerium bezeichnete diese Einschätzung als „nicht zutreffend“.

Die Beziehungen zwischen Trump und Modi, einst als besonders warm beschrieben, haben sich in den vergangenen Monaten merklich abgekühlt. Streitpunkte reichen von Handelsfragen bis hin zu Indiens Haltung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Dennoch betonen beide Seiten, dass sie weiterhin kurz vor einem Durchbruch stünden.

Ob es trotz der politischen und wirtschaftlichen Hürden bald zu einem Handelsabkommen kommt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Beide Länder sehen die strategische Bedeutung der Partnerschaft – und wollen den Dialog fortsetzen.

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