Die Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump sorgt international für Unruhe – und stößt in Peking auf deutlichen Widerstand. Washington will künftig alle Länder mit einem pauschalen Zoll von 25 Prozent belegen, die weiterhin Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigen. Eine Maßnahme mit weitreichenden Folgen, deren genaue Ausgestaltung jedoch bislang unklar bleibt. Fest steht: China, einer der wichtigsten Handelspartner Teherans, fühlt sich direkt adressiert.
Aus dem chinesischen Außenministerium kam umgehend Kritik. Eine Sprecherin erklärte in Peking, man sei überzeugt, dass es in einem Zollkrieg keine Gewinner gebe. China werde seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen verteidigen. Die Aussage unterstreicht, dass die neue US-Initiative das Potenzial hat, bestehende wirtschaftliche und politische Spannungen weiter zu verschärfen.
Trump hatte die Maßnahme über seinen Onlinedienst angekündigt und betont, sie gelte „endgültig und unanfechtbar“ für jedes Land, das wirtschaftliche Beziehungen zum Iran unterhalte. Wer konkret betroffen ist, ließ er offen. Daten internationaler Handelsdatenbanken zeigen jedoch, dass insbesondere China, aber auch die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak zu den wichtigsten Handelspartnern Teherans zählen.
Für Deutschland hätte die Ankündigung nur begrenzte unmittelbare wirtschaftliche Folgen. Der Handel mit dem Iran ist bereits stark rückläufig. Zwischen Januar und November 2025 sanken die deutschen Exporte in die Islamische Republik deutlich und machen inzwischen nur noch einen verschwindend geringen Anteil am gesamten deutschen Außenhandel aus. Dennoch gilt Deutschland innerhalb der Europäischen Union weiterhin als wichtigster Handelspartner des Iran – ein Hinweis darauf, wie stark der Handel in der EU insgesamt bereits eingeschränkt ist.
Grund dafür sind die seit Jahren bestehenden Sanktionen und Handelsbeschränkungen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm. Diese wirken sich nicht nur auf Exporte, sondern auch auf Importe aus, die ebenfalls ein sehr niedriges Niveau erreicht haben. Geliefert werden aus Deutschland vor allem chemische Produkte und Maschinen, während aus dem Iran überwiegend Nahrungsmittel, Rohstoffe und chemische Erzeugnisse eingeführt werden.
Die neue Zollankündigung fällt zudem in eine Phase erheblicher innenpolitischer Spannungen im Iran. Seit Wochen kommt es dort zu massiven Protesten gegen die wirtschaftliche Lage und die politische Führung. Menschenrechtsorganisationen berichten von hunderten Todesopfern durch das Vorgehen der Sicherheitskräfte sowie von tausenden Festnahmen. Unabhängige Überprüfungen sind aufgrund umfassender Internetsperren kaum möglich.
Auch China beobachtet die Lage aufmerksam. Auf Nachfrage erklärte das Außenministerium, man verfolge die Entwicklungen genau und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit chinesischer Staatsbürger im Iran zu gewährleisten.
Die US-Zölle markieren damit nicht nur eine weitere Zuspitzung der Iran-Politik Washingtons, sondern auch einen neuen Belastungstest für die internationalen Handelsbeziehungen. Während Peking vor einer Eskalation warnt, bleibt offen, ob die Maßnahme tatsächlich Druck auf Teheran ausübt – oder vor allem neue Fronten im ohnehin angespannten globalen Wirtschaftssystem eröffnet.