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Zwei Italiener in Sicherheit: Venezuela lässt weitere Maduro-Gegner frei

Nach internationalem Druck und anhaltender Kritik von Menschenrechtsorganisationen hat Venezuela erneut politische Gefangene freigelassen. Nach Angaben der staatlichen Gefängnisverwaltung wurden in den vergangenen Stunden 116 weitere Inhaftierte entlassen. Unter ihnen befinden sich auch zwei italienische Staatsbürger, die inzwischen in Sicherheit sind. Dennoch bleibt die Skepsis groß: Menschenrechtler sprechen weiterhin von einem viel zu langsamen und intransparenten Prozess.

Die venezolanische Nichtregierungsorganisation Justicia, Encuentro y Perdón erklärte, sie habe bislang 53 der angekündigten Freilassungen überprüfen können. Zuvor war lediglich von 24 bestätigten Fällen die Rede gewesen. Angesichts von Hunderten weiterhin inhaftierten Oppositionellen sei das Tempo „eindeutig unzureichend“, kritisierte die Organisation. Auch Foro Penal, eine weitere renommierte Menschenrechtsgruppe, veröffentlichte eine eigene Liste mit 41 bestätigten Freilassungen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt zwei Namen auf dieser Liste: dem Entwicklungshelfer Alberto Trentini und dem Unternehmer Mario Burlò. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bestätigte, dass sich beide Männer inzwischen in der italienischen Botschaft in Caracas befinden. Sie seien wohlauf und stünden kurz vor der Ausreise. Ein Flugzeug aus Rom sei bereits unterwegs, um sie nach Italien zurückzubringen. Meloni dankte der venezolanischen Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez für die „konstruktive Zusammenarbeit“.

Nicht alle prominenten politischen Gefangenen profitieren jedoch von den jüngsten Entlassungen. Bekannte Oppositionspolitiker wie Juan Pablo Guanipa tauchen auf den bestätigten Listen nicht auf. Die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel war zwar Teil einer früheren Gruppe von 17 Freigelassenen, doch viele andere Aktivisten sitzen weiterhin in Haft.

Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado mahnte zuletzt erneut einen umfassenden politischen Übergang an. „Es kann keinen Übergang mit politischen Gefangenen geben“, sagte sie in einem Interview. Am selben Tag wurde Machado von Papst Leo im Vatikan empfangen, was international als starkes symbolisches Signal gewertet wurde.

Hintergrund der Freilassungen ist die umstrittene Festnahme des langjährigen Machthabers Nicolás Maduro durch die USA. Die Regierung in Caracas hatte daraufhin angekündigt, zahlreiche venezolanische und ausländische Gefangene freizulassen, ohne konkrete Zahlen oder Namen zu nennen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez sprach von einer Geste „auf der Suche nach Frieden“.

Unterdessen halten Angehörige politischer Gefangener landesweit Mahnwachen vor Haftanstalten ab. Besonders das berüchtigte Gefängnis El Helicoide in Caracas gilt als Symbol staatlicher Repression. Ehemalige Häftlinge berichten seit Jahren von Misshandlungen, Folter und fehlender rechtlicher Transparenz. Für Menschenrechtsorganisationen ist klar: Die jüngsten Freilassungen sind ein Schritt – aber längst kein Durchbruch.

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