Dark Mode Light Mode
Insolvenzantrag der JUD Verwaltungs GmbH mangels Masse abgewiesen
Flüssiggas gewinnt an Bedeutung: LNG-Terminals sichern inzwischen über zehn Prozent des deutschen Gasbedarfs
Zalando zieht sich aus Thüringen zurück: Logistikzentrum Erfurt vor dem Aus

Flüssiggas gewinnt an Bedeutung: LNG-Terminals sichern inzwischen über zehn Prozent des deutschen Gasbedarfs

Deutschlands Energieversorgung wird spürbar unabhängiger von klassischen Pipeline-Lieferungen. Im vergangenen Jahr deckten Flüssiggas-Importe (LNG) bereits mehr als ein Zehntel des gesamten deutschen Gasbedarfs ab. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur wurden von insgesamt 1.031 Terawattstunden importierten Erdgases rund 106 Terawattstunden über LNG-Terminals an Nord- und Ostsee eingespeist – ein Anteil von 10,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei acht Prozent.

Der rasche Ausbau der LNG-Infrastruktur ist eine direkte Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Um die jahrzehntelange Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas zu beenden, hatte die Bundesregierung den Aufbau schwimmender und landseitiger Terminals beschleunigt. Während Deutschland zuvor über keinerlei LNG-Anlandemöglichkeiten verfügte, sind heute mehrere Anlagen in Betrieb. Den größten Teil des Pipeline-Gases bezieht die Bundesrepublik inzwischen aus Norwegen.

Eine tragende Rolle spielen dabei die Terminals des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal (DET). Über die drei Anlagen an der Nordseeküste wurden 2025 rund 79 Terawattstunden Erdgas ins Netz eingespeist. Rechnerisch entspricht das dem jährlichen Heizbedarf von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten. Ergänzt wird diese Kapazität durch das private Terminal von Deutsche Regas im Hafen Mukran auf Rügen, das im vergangenen Jahr etwa 26,5 Terawattstunden einspeiste.

Besonders leistungsstark zeigt sich derzeit das Terminal in Mukran. Seit Beginn der Heizperiode im Oktober ist es das Terminal mit der höchsten Einspeisemenge und arbeitet nach Unternehmensangaben an der Kapazitätsgrenze. Wöchentliche LNG-Lieferungen sichern dort einen stabilen Betrieb, nachdem Bauarbeiten am Hafen im Sommer noch für Einschränkungen gesorgt hatten.

Auch an anderen Standorten wird weiter ausgebaut. In Wilhelmshaven sind inzwischen zwei schwimmende Terminals im kommerziellen Betrieb, in Brunsbüttel nahm ein Regasifizierungsschiff nach Wartungsarbeiten erneut den Betrieb auf. Verzögerungen gibt es hingegen beim geplanten Terminal in Stade, dessen Inbetriebnahme nun frühestens im zweiten Quartal 2026 erwartet wird.

Zusätzlich plant Deutsche Regas, in Mukran erneut ein zweites Spezialschiff zu stationieren. Konkrete Details sollen im Laufe des ersten Halbjahres 2026 folgen.

Unterm Strich zeigt sich: LNG ist längst kein Notbehelf mehr, sondern ein fester Bestandteil der deutschen Energieversorgung. Mit weiter wachsenden Kapazitäten dürfte der Anteil von Flüssiggas am Gasimportmix in den kommenden Jahren weiter steigen – und damit auch die strategische Unabhängigkeit Deutschlands auf dem Energiemarkt.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Insolvenzantrag der JUD Verwaltungs GmbH mangels Masse abgewiesen

Next Post

Zalando zieht sich aus Thüringen zurück: Logistikzentrum Erfurt vor dem Aus