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Vogelgrippe trifft Europas Eiermarkt: Regale bleiben bis nach Ostern vielerorts leer

Detmold (CC0), Pixabay

Leere Eierkartons, ausverkaufte Kühlregale und verunsicherte Konsumentinnen und Konsumenten: In Österreich macht sich seit Wochen eine spürbare Eierknappheit bemerkbar. Ausgelöst wurde sie durch erneute Ausbrüche der Vogelgrippe in mehreren Teilen Europas – mit Folgen, die nun auch hierzulande immer deutlicher werden. Eine rasche Entspannung ist nicht in Sicht: Experten rechnen frühestens nach Ostern mit einer echten Normalisierung der Versorgung.

Seit der Weihnachtszeit haben viele Supermärkte Probleme, ausreichend Eier nachzulegen. Besonders in Städten wie Wien stoßen Kundinnen und Kunden regelmäßig auf gähnend leere Regale. Zwar sind österreichische Geflügelbetriebe zuletzt weitgehend von der Tierseuche verschont geblieben, doch der europäische Markt ist eng verflochten. Massive Keulungen von Legehennen im Ausland haben das Angebot drastisch verknappt – und diese Knappheit wirkt bis nach Österreich hinein.

Teure Ware, leere Großhandelslager

Michael Wurzer, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbands, sieht zwar leichte Entspannungssignale für die kommenden Wochen, warnt aber vor falschen Hoffnungen: „Mit einer Normalisierung bis Ostern ist nicht zu rechnen.“ Besonders problematisch sei die Situation für Großhändler und die Gastronomie. Günstige Eier seien am europäischen Markt kaum mehr verfügbar, viele Großabnehmer müssten sich notgedrungen im klassischen Lebensmitteleinzelhandel eindecken.

„Wenn die Großhändler überhaupt Eier bekommen, dann meist zu sehr hohen Preisen“, erklärt Wurzer. Gleichzeitig habe die traditionell starke Nachfrage rund um Weihnachten die Lagerbestände zusätzlich geleert. Viele Betriebe seien schon zu Jahresbeginn an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Hoher Selbstversorgungsgrad – und doch Engpässe

Österreich produziert mit rund 7,4 Millionen Legehennen jährlich etwa 2,3 Milliarden Eier. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei rund 90 Prozent – ein im europäischen Vergleich hoher Wert. Dennoch reicht auch diese starke heimische Produktion nicht aus, um Engpässe wie aktuell vollständig abzufedern.

Ein Grund liegt laut Wurzer in den hohen Produktionsstandards: „Wir können das Land nicht zu 100 Prozent versorgen, weil wir nach hohen Tierwohl- und Qualitätsstandards produzieren.“ Gleichzeitig gebe es Marktsegmente, die vor allem sehr günstige Eier nachfragen – insbesondere dort, wo die Haltungsform nicht gekennzeichnet ist. Für die Betriebe sei das ein Balanceakt: Produzierten sie zu viel, drohe Absatzverlust; produzierten sie zu wenig, entstünden Versorgungslücken.

Stadt besonders betroffen, Land etwas entspannter

Besonders angespannt ist die Lage derzeit in den größeren Städten. Dort sind Konsumenten stärker auf Supermärkte angewiesen, während es im ländlichen Raum mehr Direktvermarkter und Bauernhöfe gibt, die Eier direkt ab Hof anbieten. Diese regionalen Strukturen federn die Knappheit zumindest teilweise ab.

Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Wurzer geht davon aus, dass sich die Versorgung in den kommenden Wochen langsam verbessern wird – Schritt für Schritt, nicht abrupt. Eine vollständige Entspannung sei jedoch erst nach Ostern realistisch.

Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt das vorerst: flexibel bleiben, gegebenenfalls auf alternative Einkaufsquellen ausweichen – und sich darauf einstellen, dass das Osterei in diesem Jahr nicht überall selbstverständlich verfügbar sein wird.

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