Bei eisigen Temperaturen sind zwei der drei Kältebusse der Berliner Stadtmission mutwillig in Brand gesetzt worden. Der Vorfall erschüttert Helfer und Betroffene gleichermaßen, denn die Fahrzeuge sind in den Wintermonaten überlebenswichtig für obdachlose Menschen.
In der Nacht zu Sonntag stellten Mitarbeitende der Stadtmission die Fahrzeuge nach dem Ende ihrer Schicht gegen 2 Uhr morgens in der Seydlitzstraße in Berlin-Moabit ab. Etwa eine Stunde später bemerkte ein Zeuge eine verdächtige Person in der Nähe der Busse. Kurz darauf stand ein speziell ausgestatteter VW Crafter in Flammen. Das Feuer griff auf einen zweiten Kältebus über, der direkt daneben geparkt war.
Der alarmierten Feuerwehr gelang es zwar, den Brand zu löschen, doch für die Fahrzeuge kam jede Hilfe zu spät. Der Crafter brannte vollständig aus, der zweite Bus wurde so stark beschädigt, dass er vorerst nicht mehr einsatzfähig ist. Der entstandene Schaden geht in die Zehntausende Euro.
Für die Helfer ist die Tat kaum zu begreifen. Gerade bei klirrender Kälte seien die Kältebusse unverzichtbar, um Menschen von der Straße in sichere Notunterkünfte zu bringen. Ohne die Fahrzeuge steige die Gefahr für Obdachlose erheblich, bei Minusgraden schwere gesundheitliche Schäden zu erleiden oder sogar zu sterben.
Kurzfristig konnte ein Ersatzfahrzeug organisiert werden, sodass zumindest zwei Busse wieder unterwegs sind. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Um den zerstörten Bus zu ersetzen und den beschädigten Wagen zu reparieren, werden dringend Spenden benötigt.
Die Kältebusse sind jedes Jahr von November bis Ende März im Einsatz. Ehrenamtliche Teams sind täglich abends und nachts unterwegs, verteilen warme Getränke, Schlafsäcke und bringen hilfsbedürftige Menschen in Notunterkünfte. In der vergangenen Wintersaison konnten so mehr als 2.000 Menschen vor der Kälte geschützt werden.
Das Landeskriminalamt ermittelt nun wegen des Verdachts der Brandstiftung. Warum jemand ausgerechnet lebensrettende Hilfe angreift, ist bislang völlig unklar.