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Großeinsatz zum Jahreswechsel: Berliner Polizei zieht gemischte Silvesterbilanz

Jonas-Augustin (CC0), Pixabay

Trotz massiver Ausschreitungen, zahlreicher Angriffe auf Einsatzkräfte und hunderter Festnahmen spricht die Berliner Polizei von einem insgesamt ruhigeren Jahreswechsel als in den Vorjahren. Grundlage dieser Einschätzung ist ein beispielloser Großeinsatz, der die Hauptstadt durch die traditionell schwierigste Nacht des Jahres begleiten sollte.

Zwischen 18 Uhr am Silvesterabend und 6 Uhr am Neujahrsmorgen wurden die Einsatzkräfte zu insgesamt 2340 Einsätzen alarmiert. Das entspricht im Durchschnitt nahezu 200 Einsätzen pro Stunde. In vielen Fällen ging es um Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz, hinzu kamen Brandstiftungen, Körperverletzungen, Landfriedensbruch sowie gezielte Angriffe auf Polizisten.

Insgesamt leitete die Polizei rund 800 Ermittlungsverfahren ein. 430 Menschen wurden vorläufig festgenommen. 14 Verdächtige kamen zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam, sieben weitere wurden einem Richter zur Prüfung eines Haftbefehls vorgeführt. Besonders alarmierend war die Zahl verletzter Einsatzkräfte: 35 Polizistinnen und Polizisten wurden durch Angriffe, vor allem mit Pyrotechnik, verletzt. Zwei von ihnen mussten mit schweren Verletzungen stationär in Krankenhäusern behandelt werden.

Schwerpunkte der Ausschreitungen lagen unter anderem in Moabit, Kreuzberg und Mitte. Bei einer linken Demonstration unter dem Motto „Silvester im Knast“ wurden Einsatzkräfte nach Mitternacht massiv mit Feuerwerkskörpern attackiert. In Kreuzberg bewarfen rund 150 Personen Polizisten gezielt mit Flaschen und Pyrotechnik. Wenig später flogen in Mitte Steine und Raketen aus einer Menschenmenge auf ein Polizeifahrzeug.

Besonders angespannt war die Lage in Moabit, wo etwa 500 Menschen randalierten. Die Angriffe mit Pyrotechnik waren so heftig, dass selbst Feuerwehrkräfte zeitweise nicht zur Brandbekämpfung eingesetzt werden konnten. Erst der Einsatz eines Wasserwerfers sowie gezielte Festnahmen führten dort zu einer Beruhigung der Situation.

Auch abseits gezielter Angriffe kam es zu gefährlichen Zwischenfällen. In Spandau kippte eine Pyrotechnikbatterie um und setzte ein nahegelegenes Depot in Brand. Eine explodierende Kugelbombe zerstörte dabei die Schaufensterfront eines Geschäfts. In den Berliner Krankenhäusern wurden zahlreiche Verletzte behandelt. Allein im Unfallkrankenhaus Berlin versorgten Ärzte mehr als 30 Menschen, darunter mehrere Jugendliche. In einigen Fällen waren Amputationen von Fingern oder Handteilen notwendig.

Insgesamt waren in der Silvesternacht rund 4300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Trotz der Vielzahl an Straftaten, Verletzten und Festnahmen fällt das Fazit der Polizei vorsichtig positiv aus. Der massive Kräfteeinsatz habe offenbar dazu beigetragen, größere Eskalationen zu verhindern und die Lage schneller unter Kontrolle zu bringen als in den vergangenen Jahren.

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