Glatte Straßen haben in der Nacht und in den frühen Morgenstunden in weiten Teilen Mitteldeutschlands für eine Serie von Verkehrsunfällen gesorgt. Ursache war vor allem gefrierender Sprühregen, der vielerorts innerhalb kürzester Zeit eine kaum sichtbare Eisschicht auf Fahrbahnen, Brücken und Nebenstraßen bildete. Polizei und Rettungskräfte waren über Stunden hinweg im Dauereinsatz.
Besonders betroffen war der Freistaat Sachsen. In der Region Zwickau registrierte die Polizei bis zum frühen Morgen insgesamt 19 Verkehrsunfälle. Auch in Ostsachsen kam es zu 13 Unfällen. Nach Angaben der Polizei blieb es in beiden Regionen überwiegend bei Sachschäden. Verletzte wurden glücklicherweise nicht gemeldet, dennoch sorgten zahlreiche Zusammenstöße, Auffahrunfälle und Rutschpartien für Verkehrsbehinderungen.
Auch in Sachsen-Anhalt führte die Glätte zu gefährlichen Situationen. Dort rutschten mehrere Fahrzeuge von der Fahrbahn ab und landeten in Straßengräben. Abschleppdienste mussten zahlreiche Autos bergen, während Einsatzkräfte die Unfallstellen absicherten. Besonders auf Landstraßen und wenig befahrenen Strecken zeigte sich die Gefahr von Blitzeis als kaum vorhersehbar.
Vergleichsweise ruhig blieb die Lage in Thüringen. Nach Angaben der Polizei kam es dort bislang nicht zu mehr Unfällen als an vergleichbaren Wintertagen. Dennoch warnen die Behörden auch hier vor trügerischer Sicherheit, da sich die Wetterlage regional sehr unterschiedlich entwickeln kann.
Der Deutscher Wetterdienst warnt weiterhin eindringlich vor Glätte in großen Teilen Mitteldeutschlands. Besonders gefährlich sei gefrierender Sprühregen, da die entstehende Eisschicht oft nicht sichtbar sei und selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten zum Kontrollverlust führen könne. Betroffen seien nicht nur Autofahrer, sondern auch Fußgänger und Radfahrer, für die Geh- und Radwege ebenfalls spiegelglatt werden können.
Polizei und Wetterdienst appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise den winterlichen Bedingungen anzupassen. Empfohlen wird, nur unbedingt notwendige Fahrten anzutreten, deutlich langsamer zu fahren, größere Sicherheitsabstände einzuhalten und besonders vorsichtig auf Brücken, in Kurven und auf Nebenstraßen zu sein. Auch das Risiko für Stürze auf Gehwegen sei erhöht.
Die Behörden rechnen damit, dass sich die gefährliche Wetterlage regional fortsetzen könnte. Autofahrerinnen und Autofahrer werden gebeten, aktuelle Wetter- und Verkehrsmeldungen zu verfolgen und im Zweifel auf das Auto zu verzichten, um weitere Unfälle zu vermeiden.