Kurz nach Mitternacht stieg aus dem Ruderhaus des mehr als hundert Jahre alten Dreimasters dichter, schwarzer Rauch auf, der weithin sichtbar war. Anwohner, Nachtschwärmer und Passanten alarmierten umgehend die Feuerwehr. Innerhalb kurzer Zeit rückten zahlreiche Einsatzkräfte an und sicherten den Bereich rund um das Schiff.
Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen vom Ufer aus. Zwar wurden auch Löschboote in Bereitschaft versetzt, ein Einsatz auf dem Wasser war letztlich jedoch nicht erforderlich. Dank des schnellen und koordinierten Vorgehens konnte das Feuer zügig unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf andere Schiffsteile oder benachbarte Anlagen verhindert werden.
Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich kein Mensch an Bord der Mare Frisium, was den Einsatzkräften die Arbeit erleichterte und eine potenziell gefährliche Evakuierung überflüssig machte. Dennoch sorgte der Vorfall für große Aufmerksamkeit, da das Schiff als maritimes Kulturgut gilt und regelmäßig Besucher anzieht.
Wie es zu dem Brand im Ruderhaus kommen konnte, ist bislang unklar. Technische Defekte, elektrische Ursachen oder andere Auslöser werden derzeit geprüft. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Auch das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht absehbar. Gerade bei historischen Schiffen können bereits vergleichsweise kleine Brände erhebliche Auswirkungen auf die Bausubstanz, die Technik oder original erhaltene Ausstattungsdetails haben.
Der nächtliche Brand unterstrich einmal mehr die besondere Sensibilität des Hamburger Hafens, wo historische Schiffe, moderne Infrastruktur und touristische Hotspots dicht beieinanderliegen. Größere Beeinträchtigungen für den Hafenbetrieb oder den Schiffsverkehr gab es jedoch nicht. Nachdem das Feuer gelöscht und das Schiff gesichert war, konnte der Einsatz in den frühen Morgenstunden beendet werden.
Ob und wann die Mare Frisium wieder für Besucher zugänglich sein wird, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Der Vorfall hat gezeigt, wie schnell auch maritime Wahrzeichen in Gefahr geraten können – und wie entscheidend eine schnelle Alarmierung und professionelle Einsatzabläufe sind, um größere Schäden zu verhindern.