Die Grünen wollen Verbraucherinnen und Verbrauchern den Preisvergleich beim Lebensmitteleinkauf deutlich erleichtern. Nach dem Willen der Bundestagsfraktion sollen Kundinnen und Kunden künftig per App auf einen Blick sehen können, welcher Supermarkt bestimmte Produkte aktuell am günstigsten anbietet. Ziel ist mehr Transparenz – und eine stärkere Position der Verbraucher gegenüber großen Handelsketten.
Fraktionschefin Katharina Dröge erklärte, die großen Supermarktketten sollten verpflichtet werden, sich an einer solchen Preisvergleichs-App zu beteiligen. Kleinere Märkte könnten freiwillig mitmachen. „Die Märkte müssten ihre Preise melden und Änderungen in Echtzeit dort abbilden“, so Dröge. Nur so könne ein fairer und aktueller Vergleich gewährleistet werden.
Aus Sicht der Grünen würde eine verpflichtende Lösung die Marktmacht großer Handelskonzerne begrenzen. „Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher sich gut informieren können, haben sie der Macht der großen Ketten mehr entgegenzusetzen“, betonte Dröge. Gerade in Zeiten hoher Lebensmittelpreise sei Transparenz ein entscheidender Faktor, um Wettbewerb zu fördern und Haushalte finanziell zu entlasten.
Zwar existieren bereits heute verschiedene Apps und Online-Plattformen, die Preisvergleiche ermöglichen. Diese basieren jedoch meist auf freiwilligen Angaben, Werbekooperationen oder stichprobenartigen Erhebungen. Für Supermärkte besteht bislang keine Verpflichtung, ihre Preise offenzulegen oder aktuell zu halten. Genau hier sehen die Grünen ein zentrales Problem: Ohne verbindliche Teilnahme bleibe der Nutzen für Verbraucher begrenzt.
Eine staatlich unterstützte oder regulierte App könnte nach Vorstellung der Grünen verbindliche Standards setzen. Denkbar wäre etwa eine Anbindung an die Kassensysteme der Supermärkte, sodass Preisänderungen automatisch und ohne Zeitverzögerung erfasst werden. Für die Kundinnen und Kunden würde das bedeuten, schon vor dem Einkauf einschätzen zu können, wo sich der Gang in den Supermarkt am meisten lohnt.
Kritik kommt erwartungsgemäß aus Teilen des Handels. Dort wird vor zusätzlichem bürokratischem Aufwand gewarnt und darauf hingewiesen, dass Preise regional variieren oder von kurzfristigen Angeboten abhängen. Befürworter halten dagegen, dass digitale Systeme längst vorhanden seien und Transparenz ein legitimes öffentliches Interesse darstelle – ähnlich wie bei Energie- oder Kraftstoffpreisen.
Ob und in welcher Form eine verpflichtende Preisvergleichs-App umgesetzt werden könnte, ist offen. Klar ist jedoch: Die Debatte zeigt, wie stark steigende Lebenshaltungskosten den politischen Druck erhöhen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte ein solcher Schritt langfristig mehr Übersicht, mehr Wettbewerb – und am Ende auch niedrigere Preise bedeuten.