Bei einem Flugzeugabsturz ist der libysche Generalstabschef Mohammed al-Haddad ums Leben gekommen. Das bestätigte der Premierminister der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung der Nationalen Einheit. Der Vorfall stellt einen schweren Schlag für die militärische Führung der Regierung in Tripolis dar.
Nach offiziellen Angaben brach kurz nach dem Start in Ankara der Kontakt zu dem Flugzeug auf dem Weg nach Tripolis ab. An Bord der Maschine befanden sich neben al-Haddad vier weitere Personen. Das teilte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya über den Kurznachrichtendienst X mit.
Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Falcon 50. Der Kontakt sei etwa 40 Minuten nach dem Abflug verloren gegangen. Zuvor sei noch eine Notlandemeldung eingegangen, hieß es aus türkischen Sicherheitskreisen. Details zur Absturzursache wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
Politisch brisante Lage
Die getöteten Militärangehörigen gehörten der Regierung von Ministerpräsident Abdel Hamid Dbaiba an, die ihren Sitz in Tripolis hat. Diese Regierung steht seit Jahren im Konflikt mit der rivalisierenden Machtstruktur in Ostlibyen. Der Tod des Generalstabschefs könnte die ohnehin fragile Sicherheitslage weiter destabilisieren.
Mohammed al-Haddad hatte sich laut türkischen und libyschen Medien zu einem offiziellen Treffen in der Türkei aufgehalten. Die Türkei gilt als zentraler politischer und militärischer Unterstützer der Regierung in Tripolis und spielt eine Schlüsselrolle im libyschen Machtgefüge.
Auswirkungen noch offen
Der plötzliche Tod des Generalstabschefs wirft zahlreiche Fragen auf – sowohl zur Sicherheit hochrangiger Regierungsvertreter als auch zu möglichen Folgen für das militärische Gleichgewicht in Libyen. Ob es sich um einen technischen Defekt, menschliches Versagen oder andere Ursachen handelt, ist derzeit Gegenstand von Untersuchungen.
Fest steht: Der Absturz reißt eine bedeutende Lücke in die Führung der libyschen Streitkräfte der international anerkannten Regierung – mit potenziell weitreichenden politischen und sicherheitspolitischen Konsequenzen für das krisengeplagte Land.