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Pakete als Köder: Warum Betrüger gerade an den Feiertagen besonders aktiv sind

InstagramFOTOGRAFIN (CC0), Pixabay

Kurz vor Weihnachten haben Betrüger Hochsaison. Während viele Menschen auf Geschenke warten oder selbst Pakete verschicken, nutzen Kriminelle genau diese Situation aus: Sie geben sich als Paketzusteller aus und versuchen, über betrügerische Nachrichten an Geld und sensible Daten zu kommen. Besonders häufig werden dabei Namen bekannter Zustelldienste missbraucht.

Nach Angaben der lettischen Polizei häufen sich in der Weihnachtszeit betrügerische SMS und Messenger-Nachrichten, die angebliche Probleme mit Paketen vortäuschen. Die Täter geben vor, im Namen von Latvijas Pasts, DPD, Omniva oder anderen Logistikdiensten zu handeln.

Typische Maschen mit falschen Paketen

Die Inhalte dieser Nachrichten ähneln sich häufig. Empfängerinnen und Empfänger lesen etwa:

  • „Für Ihr Paket fallen Zollgebühren an – klicken Sie hier.“

  • „Ihr Paket konnte wegen einer falschen Adresse nicht zugestellt werden.“

  • „Bitte bezahlen Sie die Lieferung, um das Paket freizugeben.“

Die enthaltenen Links führen jedoch nicht zu echten Webseiten der Unternehmen, sondern zu täuschend echt gestalteten Kopien. Dort werden Betroffene aufgefordert, persönliche Daten oder Zugangsdaten zum Online-Banking einzugeben.

Solvita Sļazde, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Cyberkriminalitätsbekämpfung der Staatspolizei Lettland, warnt eindringlich: Wer auf einen solchen Link klickt und dort PINs oder andere Sicherheitscodes eingibt, liefert diese direkt an die Betrüger aus. In der Folge können Konten leergeräumt oder Identitäten missbraucht werden.

Nicht nur Paketzusteller – Betrüger wechseln ihre Rollen

Die Täter beschränken sich längst nicht mehr auf Paketbetrug. Besonders im Dezember geben sie sich laut Polizei auch als:

  • Monteure für Wasser- oder Stromzähler,

  • Mitarbeiter von Energieversorgern wie Latvenergo,

  • falsche Polizisten oder Bankangestellte

aus. Ziel ist es stets, Vertrauen aufzubauen und die Opfer zu schnellen Entscheidungen zu drängen. Die Polizei rät, Gespräche im Zweifel zu beenden und selbst bei der angeblich betroffenen Behörde, Bank oder dem Unternehmen anzurufen.

Ein weiterer Hinweis der Ermittler: Wenn ein Anrufer darauf besteht, auf Russisch weiterzusprechen, solle man bewusst auf Lettisch wechseln. Auch das kann helfen, betrügerische Anrufe zu entlarven.

Betrüger sprechen die Sprache der Opfer

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Betrüger an Sprachbarrieren scheitern. Tatsächlich sprechen viele Täter fließend Lettisch. Erst kürzlich arbeitete die lettische Polizei mit internationalen Ermittlern zusammen, um mehrere Callcenter in der Ukraine zu schließen. Dort waren lettischsprachige Personen beschäftigt, die gezielt Bürgerinnen und Bürger in Lettland anriefen.

Die Polizei geht davon aus, dass Telefonbetrüger keine Weihnachtsferien machen. Im Gegenteil: Bis Ende Dezember seien sie besonders aktiv, bevor sie meist eine kurze Pause einlegen und in der zweiten Januarhälfte erneut zuschlagen.

Millionenverluste durch Betrug

Die finanziellen Schäden sind erheblich. Seit Monaten verlieren Menschen in Lettland wöchentlich rund eine halbe Million Euro durch Betrug. Allein in den ersten Dezemberwochen summierten sich die Verluste auf über eine Million Euro. Neben Paket- und Telefonbetrug breitet sich derzeit auch ein Anlagebetrug stark aus, bei dem mit angeblich sicheren und schnellen Renditen geworben wird.

Polizei appelliert an Wachsamkeit

Die wichtigste Empfehlung der Polizei bleibt einfach, aber entscheidend: Misstrauen ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern von Selbstschutz. Wer Zweifel hat, sollte keine Links anklicken, keine Daten preisgeben und Gespräche sofort beenden. Besonders ältere Menschen sollten von Angehörigen aktiv über die aktuellen Betrugsmaschen informiert werden.

Gerade in der Weihnachtszeit, wenn Aufmerksamkeit und Stress hoch sind, setzen Betrüger auf Unachtsamkeit. Ein kurzer Moment des Innehaltens kann jedoch verhindern, dass aus der Vorfreude auf ein Paket ein finanzieller Schaden wird.

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