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Berlins Verkehrssenatorin fordert Ausbau des BER – Kritiker warnen vor unnötiger Belastung

jlaatz (CC0), Pixabay

Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde hat kürzlich auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) ihre Vision für die Zukunft des Hauptstadtflughafens BER präsentiert und sich für die Errichtung einer dritten Start- und Landebahn ausgesprochen. Ihrer Ansicht nach könnte der Ausbau die Attraktivität des Flughafens steigern und dazu beitragen, mehr Fluggesellschaften sowie zusätzliche Flugverbindungen nach Berlin zu bringen. „Wenn wir mehr Slots zum Starten und Landen haben, werden wir auch attraktiver“, erklärte Bonde und betonte, dass Berlin in Konkurrenz zu anderen Flughäfen wie Stuttgart und Düsseldorf stehe, jedoch nie ein Drehkreuz wie München oder Frankfurt werden könne.

Doch Bonde sieht auch Potenzial, mit dem im Bau befindlichen Großflughafen in Warschau zu konkurrieren, wenn Berlin jetzt aktiv werde. Eine neue Landebahn würde ihrer Meinung nach dazu beitragen, den Flughafen für die internationale Luftfahrt noch wettbewerbsfähiger zu machen.

Widerspruch von Kritiker:innen:

Kritiker werfen der Senatorin vor, die aktuellen Kapazitäten des Flughafens zu überschätzen. Obwohl der BER im Vergleich zu den früheren Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld mehr moderne Ausstattung und Infrastruktur bietet, bleibt die Zahl der Passagiere weit hinter den Erwartungen zurück. So wurden im Jahr 2019 noch 35,65 Millionen Passagiere gezählt, während 2024 nur 25,5 Millionen Reisende verzeichnet wurden. Ein Anstieg der Passagierzahlen in diesem Jahr ist bislang nicht in Sicht. In den Augen der Kritiker stellt sich daher die Frage, ob der Flughafen überhaupt eine dritte Landebahn benötigt.

Außerdem wird bezweifelt, dass eine zusätzliche Start- und Landebahn allein den Flugverkehr signifikant erhöhen würde. Einige Experten argumentieren, dass vielmehr eine Senkung der Steuern und Gebühren – etwa durch die Reduzierung der Ticketsteuer – nötig wäre, um den Luftverkehr anzukurbeln. Erst kürzlich wurde die Ticketsteuer auf der Kurzstrecke von 15,53 Euro auf 12,48 Euro gesenkt, was jedoch nur eine geringe Wirkung auf die Flugpreise und die Erlöse der Fluggesellschaften hat.

Aufweichung des Nachtflugverbots im Gespräch:

Neben der Forderung nach einer neuen Landebahn sprach sich Bonde auch für eine Lockerung des derzeitigen Nachtflugverbots am BER aus. Ihre Idee: Fluggesellschaften könnten etwa fünfmal pro Jahr die Erlaubnis erhalten, auch nach Mitternacht zu landen, um unnötige Umleitungen zu vermeiden. Aktuell gelten am BER strenge Nachtflugregelungen, die den regulären Flugbetrieb von 0:00 bis 5:00 Uhr pausieren. Nur Post-, Regierungs-, Vermessungs- und Ambulanzflüge sind während dieser Zeit erlaubt, was zu erheblichen Unannehmlichkeiten für Passagiere führen kann, deren Flüge durch Verspätungen umgeleitet werden müssen.

Die Brandenburger Landesregierung, die gemeinsam mit Berlin und dem Bund Miteigentümer des Flughafens ist, hat sich jedoch bereits deutlich gegen eine Lockerung der Nachtflugregelungen ausgesprochen.

Zukunft des BER:

Während die Diskussion um den Ausbau des BER und mögliche Änderungen des Nachtflugverbots weitergeht, bleibt abzuwarten, ob die Senatorin ihre Pläne gegen die Widerstände der Kritiker durchsetzen kann. Angesichts der stagnierenden Passagierzahlen und der anhaltend hohen Betriebskosten könnte der Flughafen weiter unter dem Druck stehen, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

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