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Vergessene Schätze in der Schublade: Entsorger in Schleswig-Holstein werben für Smartphone-Recycling

Bru-nO (CC0), Pixabay

In tausenden Haushalten in Schleswig-Holstein liegen alte Smartphones ungenutzt in Schubladen, Schränken oder Kisten – oft jahrelang. Dabei stecken in den ausgedienten Geräten wertvolle Rohstoffe, die dringend gebraucht werden. Entsorgungsbetriebe wie die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) und der Zweckverband Ostholstein (ZVO) rufen deshalb dazu auf, alte Handys nicht länger aufzubewahren, sondern fachgerecht zu recyceln.

Nach einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom lagern in Deutschland rund 195 Millionen ausgediente Mobiltelefone. Auch in Schleswig-Holstein dürfte die Zahl enorm sein. Laut AWSH enthalten selbst alte Smartphones noch beachtliche Mengen an Gold, Silber, Kupfer und dem extrem seltenen Palladium. Diese Rohstoffe sind nicht nur wertvoll, sondern ihre Gewinnung ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Jeder Rohstoff, der nicht recycelt wird, bedeutet zusätzlichen Bergbau, hohen Energieverbrauch und einen weiteren Anstieg des CO₂-Ausstoßes.

Die Entsorger im Land betonen, dass das Recycling von Smartphones ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz ist. Durch die Rückgewinnung der Materialien können natürliche Ressourcen geschont und ökologische Schäden reduziert werden.

Sichere Abgabe auf Recyclinghöfen

Viele Menschen zögern, ihre alten Smartphones abzugeben – aus Sorge um persönliche Daten. Diese Bedenken versuchen die Entsorgungsbetriebe gezielt zu entkräften. Der Zweckverband Ostholstein erklärt, dass die Abgabe auf den Recyclinghöfen sicher erfolgt. Die Geräte werden in verschlossenen Boxen oder Tonnen gesammelt, auf die kein externer Zugriff möglich ist. Laut ZVO-Sprecherin Katharina Mangelsen werden die Smartphones ausschließlich zur Rohstoffgewinnung verarbeitet, eine Wiederherstellung der gespeicherten Daten sei ausgeschlossen.

Verbraucherzentrale rät zur Datenlöschung

Trotzdem empfiehlt die Verbraucherzentrale, vor der Abgabe selbst aktiv zu werden. Sensible Daten sollten unbedingt gelöscht werden, etwa durch das Zurücksetzen des Smartphones auf die Werkseinstellungen. In den meisten Fällen reiche dies bereits aus. Wer ganz sicher gehen möchte, könne zusätzlich spezielle Apps nutzen, die Daten mehrfach überschreiben. Auch SIM- und SD-Karten sollten vor der Abgabe entfernt werden.

Recycling ist nicht immer die einzige Lösung

Nicht jedes alte Smartphone muss zwangsläufig verschrottet werden. Neben Recyclinghöfen bieten auch Elektronikmärkte, Mobilfunkanbieter und teilweise Discounter Rücknahmemöglichkeiten an, darauf weist der Naturschutzbund NABU hin. Funktionstüchtige Geräte können zudem verkauft oder gespendet werden. Refurbished-Anbieter bereiten viele Smartphones professionell auf und führen sie dem Gebrauchtmarkt wieder zu – ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung.

Die Entsorger hoffen, dass sich mehr Menschen bewusst machen, welches Potenzial in den vergessenen Geräten steckt. Ein Smartphone in der Schublade ist kein harmloser Staubfänger, sondern eine ungenutzte Rohstoffquelle. Wer Altgeräte richtig entsorgt oder weitergibt, leistet einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag für Umwelt, Klima und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

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