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EU einigt sich auf Fischfang für 2026: Mittelmeer bleibt von Kürzungen verschont

Cervusvir (CC0), Pixabay

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf die Fangquoten für das Jahr 2026 verständigt. Entgegen ursprünglich geplanter Einschnitte bleiben den Fischern im Mittelmeer zusätzliche Beschränkungen erspart. Besonders Spanien, das sich vehement gegen Kürzungen der Fangtage für Schleppnetzfischer gewehrt hatte, zeigte sich erleichtert und zufrieden mit dem Ergebnis.

„Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt“, erklärte Spaniens Landwirtschaftsminister Luis Planas nach der Entscheidung der zuständigen EU-Minister. Für Spanien werden im kommenden Jahr insgesamt 143 Fangtage im Mittelmeer festgelegt. Damit bleibt die Quote nahezu auf dem Niveau des laufenden Jahres und gibt den betroffenen Küstengemeinden Planungssicherheit. Die Europäische Kommission hatte zuvor vorgeschlagen, die Fangtage deutlich zu reduzieren, um die Fischerei langfristig stärker an ökologischen Nachhaltigkeitszielen auszurichten.

Die nun erzielte Einigung geht jedoch über das Mittelmeer hinaus. Sie legt die Fangmengen und Fangtage für eine Vielzahl europäischer Gewässer fest, darunter den Atlantik, die Nordsee, das Schwarze Meer sowie weitere Meeresregionen. Einige der beschlossenen Regelungen gelten sogar bis 2028 und sollen den Fischereibetrieben mehr Stabilität und Verlässlichkeit bieten.

Zu den zentralen Anpassungen gehört eine deutliche Erhöhung der Fangmengen für Kaisergranat im Golf von Biskaya um mehr als 50 Prozent. Gleichzeitig werden die Quoten für Seezunge in der Ostsee reduziert, um die dort stark belasteten Bestände besser zu schützen. Zudem sieht die Vereinbarung Anreize für nachhaltigeres Arbeiten vor: Fischereifahrzeuge können zusätzliche Fangtage erhalten, wenn sie umweltschonendere Methoden einsetzen.

Der dänische Fischereiminister Jacob Jensen, der die Verhandlungen leitete, sprach von einem „ausgewogenen Kompromiss“. Die Einigung berücksichtige sowohl wissenschaftliche Empfehlungen als auch die wirtschaftliche Realität der Fischerei. Ziel sei es, empfindliche Bestände zu schützen, ohne die Existenzgrundlage der Fischer zu gefährden.

Die neuen Fangregelungen treten am 1. Januar 2026 in Kraft. Sie markieren einen weiteren Versuch der EU, den Spagat zwischen ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit in der europäischen Fischerei zu meistern.

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