Der Jahresabschluss 2024 der Alterric Windpark Hatten GmbH zeigt ein insgesamt robustes Windparkprojekt mit solider Ertragskraft, starker Eigenkapitalausstattung und verlässlichen Cashflows – gleichzeitig aber auch eine deutliche Abhängigkeit vom Konzernfinanzierungsmodell und einen nicht zu unterschätzenden Schuldenberg gegenüber verbundenen Unternehmen. Für Anleger ist der Windpark finanziell vergleichsweise solide, aber strukturell stark vom Gesamtkonzern Alterric abhängig.
1. Finanzielle Stärke: Eigenkapital hoch, Jahresüberschuss stabil
Die Gesellschaft weist ein bemerkenswert starkes Eigenkapital aus:
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Eigenkapital: 15,49 Mio. Euro
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Eigenkapitalquote: rund 56 %
Damit gehört der Windpark Hatten – im Vergleich zu vielen anderen Windparkgesellschaften – zu den finanziell solideren Projekten.
Stabile Ertragskraft
Der Jahresüberschuss beträgt:
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1.220.795 Euro (Vorjahr: 1.267.695 Euro)
Das zeigt eine konstant hohe Rentabilität, trotz etwas sinkendem Umsatz bzw. leicht steigender Aufwandspositionen. Für ein Windparkprojekt ist die Ertragslage damit im grünen Bereich.
2. Anlagenwert sinkt leicht – typische Altersentwicklung
Der Buchwert der technischen Anlagen sinkt von:
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18,5 Mio. Euro → 17,5 Mio. Euro
Diese Differenz entspricht der regulären linearen Abschreibung.
Die Nutzungsdauer der Anlagen beträgt 25 Jahre – marktüblich und konservativ.
Es gibt keine Anzeichen für Wertberichtigungen oder technische Probleme.
3. Liquidität stark gesunken – Ursache: Cash-Pooling
Während 2023 noch 1,67 Mio. Euro Liquidität vorhanden war, beträgt der Bestand nun:
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0 Euro
Das bedeutet:
📌 Das gesamte liquide Vermögen liegt im Cash-Pool des Mutterkonzerns.
Dort wird es verzinst und zentral gesteuert, was handelsrechtlich üblich ist – aber aus Anlegersicht weniger Transparenz erzeugt.
4. Forderungen deutlich gestiegen – starkes Konzerninteresse
Auffällig ist der sehr hohe Posten:
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Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen: 10,07 Mio. Euro (Vorjahr: 8,64 Mio.)
Das ist eine typische Cash-Pool-Forderung:
▶️ Der Windpark finanziert den Konzern mit.
Für Anleger bedeutet das:
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Vorteil: Konzernstabilität erleichtert Finanzierung
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Nachteil: erhöhte Abhängigkeit, da hohe Guthaben beim Konzern gebunden sind
Bei einer Konzernkrise könnte das zu Risiken führen.
5. Verbindlichkeiten rückläufig – aber weiterhin sehr hoch
Die Verbindlichkeiten sinken von 12,36 Mio. Euro auf:
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10,23 Mio. Euro
Die Zusammensetzung ist wichtig:
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ggü. verbundenen Unternehmen: 8,66 Mio. Euro
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Bankdarlehen: 1,08 Mio. Euro
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Lieferanten: nur 26.967 Euro
Das zeigt:
📌 Alterric finanziert den Windpark im Wesentlichen über interne Konzernkredite.
Die langfristigen Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen (4,56 Mio. Euro und 2,75 Mio. Euro) stellen den Großteil dar.
6. Sonstige Verpflichtungen sehr hoch
Der Windpark hat langfristige Verpflichtungen von:
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5,39 Mio. Euro
Davon:
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Wartungsverträge bis 2031
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Nutzungsverträge bis 2041
Das ist normal in der Windkraftbranche, aber die Höhe ist überdurchschnittlich.
7. Bewertung aus Anlegersicht: solide, ertragsstark, aber konzerngebunden
Stärken:
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Hohe Eigenkapitalquote (56 %)
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Solider Jahresüberschuss – seit Jahren stabil
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Rückstellungen sinken – geringere Risikoposition
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Verbindlichkeiten nehmen ab, Tilgung läuft planmäßig
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Strukturierte Kostenbasis
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Eingebettet in einen großen Konzern (Alterric / EWE)
Risiken:
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starker Cash-Pool-Effekt (keine lokalen liquiden Mittel)
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hohe Konzernforderungen → Abhängigkeit
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hoher Anteil konzerninterner Darlehen
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Anlagevermögen nähert sich Abschreibungsphase (langfristige Alterungsrisiken)
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Projekt vollständig abhängig von Strompreis & EEG-Mechanik
Fazit für Anleger
Der Windpark Hatten ist ein reifer, wirtschaftlich stabiler Windpark mit verlässlichen Überschüssen und einer guten Eigenkapitalausstattung. Finanziell gehört er zu den stärkeren Projekten in deinem Portfolio.
Allerdings ist er extrem abhängig vom Mutterkonzern Alterric/EWE, da:
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Geldmittel vollständig im Cash-Pool gebunden sind
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fast alle Schulden intern finanziert werden
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operative Einnahmen direkt in den Konzernverbund fließen
Anleger sollten die Konzernbonität im Auge behalten, nicht nur die Windparkzahlen.