Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Fiebing II GmbH & Co. KG zeigt ein Unternehmen im Übergang: Die Bilanzsumme ist massiv zurückgegangen, die liquiden Mittel haben sich mehr als halbiert, und auch das Anlagevermögen wurde deutlich abgeschrieben. Gleichzeitig wurden hohe Verbindlichkeiten – insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen – abgebaut, was die Kapitalstruktur stabilisiert, jedoch zu einem starken Mittelabfluss geführt hat.
Für Anleger ergibt sich ein zweigeteiltes Bild:
positive Entwicklungen im Schuldenabbau, gleichzeitig aber erhebliche finanzielle Belastungen und ein rückläufiger Liquiditätspuffer.
1. Bilanzsumme bricht ein – Minus 35 %
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2023: 6,83 Mio. EUR
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2024: 4,44 Mio. EUR
Dieser Rückgang von rund 2,39 Mio. EUR ist erheblich und spiegelt:
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hohe Tilgungen von Verbindlichkeiten,
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sinkende Liquidität und
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starke Abschreibungen auf die Anlagen wider.
Aus Anlegersicht:
Der Rückgang ist kein generelles Alarmsignal, aber Hinweis auf einen kapitalintensiven Sanierungs- bzw. Übergangsprozess.
2. Vermögenslage: Anlagevermögen und Liquidität sinken deutlich
Anlagevermögen
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2023: 2,84 Mio. EUR
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2024: 2,34 Mio. EUR
Die Reduktion resultiert primär aus planmäßigen Abschreibungen. Neue Investitionen gab es nicht. Das deutet an:
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Der Windpark ist in der Betriebsphase, aber erreicht zunehmend ein höheres technisches Alter.
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Reinvestitionsbedarf (Repowering) ist mittelfristig wahrscheinlich.
Umlaufvermögen
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2023: 3,42 Mio. EUR
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2024: 1,53 Mio. EUR
Ein Rückgang um fast 2 Mio. EUR.
Ursachen:
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Auflösung von Wertpapieren (–497 TEUR)
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Deutlicher Rückgang des Bankguthabens (–1,56 Mio. EUR)
Aus Anlegersicht:
Der Liquiditätsverlust ist der kritischste Punkt des Jahresabschlusses.
Er deutet darauf hin, dass Mittel zur Schuldentilgung oder zur Deckung laufender Kosten verbraucht wurden.
3. Eigenkapital unverändert – keine Gewinne erwirtschaftet
Das Eigenkapital bleibt stabil bei 954.554 EUR.
Es gibt weder Gewinn noch Verlustübertrag.
Interpretation:
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Operativ dürfte der Park nur ein geringes Jahresergebnis erzielt haben oder
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Gewinne wurden direkt zur Tilgung genutzt und nicht ausgewiesen.
Anlegerbewertung:
Die fehlende Ergebnisentwicklung zeigt, dass keine Ausschüttungen möglich sind und die Ertragskraft begrenzt scheint.
4. Rückstellungen: Stabil, aber durch Rückbaubedarf geprägt
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2023: 540.220 EUR
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2024: 553.624 EUR
Der moderate Anstieg spiegelt vor allem die Rückbauverpflichtungen wider.
Positiv:
Die Rückstellungen decken die absehbaren Risiken angemessen ab.
Negativ:
Hoher Rückbauaufwand reduziert langfristig das Ausschüttungspotenzial.
5. Verbindlichkeiten halbiert – größte strukturelle Verbesserung
Verbindlichkeiten:
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2023: 5.335.187 EUR
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2024: 2.934.520 EUR
Ein Rückgang um 2,4 Mio. EUR, also nahezu eine Halbierung.
Starke Rückgänge insbesondere bei:
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Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
(von 3,02 Mio. EUR → 0,91 Mio. EUR) -
Bankverbindlichkeiten (von 2,03 Mio. EUR → 1,86 Mio. EUR)
Anlegerbewertung:
Das ist ein wesentlicher Stabilitätsfaktor, aber…
Der Schuldenabbau erklärt nahezu den gesamten Rückgang der liquiden Mittel.
6. Sicherheit der Bankdarlehen: Hohe Besicherung
Die Darlehen sind umfangreich abgesichert durch:
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Grundschulden
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Dienstbarkeiten
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Abtretung der Einspeiseerlöse
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Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen
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Abtretung von Versicherungs- und Vertragserlösen
Für die Bank ist das optimal – für Anleger bedeutet es:
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Im Insolvenzfall greift zuerst der Kreditgeber.
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Die Substanz der Anlage ist vollständig verpfändet.
7. Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Hoch und langfristig bindend
Gesamt: 2.201.932 EUR
Aufteilung:
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Pachten: 590.196 EUR
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Wartungsverträge (z. B. Vollwartung/Windparkservice): 1.568.429 EUR
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Betriebsführung (kaufmännisch + technisch): 43.307 EUR
Positiv:
Planbarkeit der Kosten, Erhöhung der Betriebssicherheit.
Negativ:
Bindet langfristig Liquidität und bleibt auch bei schlechten Ertragsjahren bestehen.
8. Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Stärken
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Massiver Schuldenabbau verbessert die Kapitalstruktur erheblich
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Rückstellungen angemessen und konservativ
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Keine operativen oder bilanziellen Auffälligkeiten
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Keine Abhängigkeit von kurzfristiger Refinanzierung
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Solide Anlagebasis, geordnete Struktur
Schwächen / Risiken
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Liquidität stark gesunken – kann kurzfristig belasten
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Keine Gewinne, keine Ausschüttungen
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Hohes technisches Alter der Anlagen → Repowering perspektivisch nötig
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Hohe laufende Verpflichtungen (Pacht, Wartung)
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Rückbaukosten in Zukunft erheblich
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Hohe Abhängigkeit von verbundenen Unternehmen (Management, Leistungen)
Fazit
Der Windpark Fiebing II befindet sich in einer Phase der bilanziellen Konsolidierung.
Die Senkung der Verbindlichkeiten ist ein klarer Fortschritt – allerdings erkauft durch einen drastischen Abbau des Liquiditätspuffers. Operativ scheint der Park 2024 keine nennenswerte Ertragskraft entfaltet zu haben.
Für Anleger bedeutet dies:
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Kurzfristig: eingeschränkte Ausschüttungsfähigkeit
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Mittelfristig: stabile, aber nicht überragende Ertragsaussichten
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Langfristig: potenzieller Investitionsbedarf für Repowering und Rückbau
Die Gesellschaft ist finanziell solide aufgestellt, aber die Zukunft hängt stark von Windaufkommen, Marktpreisen und der Fähigkeit ab, wieder höhere Liquidität zu generieren.