Aktenzeichen: 51 IN 788/25
Ein bedeutendes Gesundheitsunternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar steht unter massivem wirtschaftlichem Druck: Das Amtsgericht Heidelberg hat im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Krankenhaus Salem der Evangelischen Stadtmission Heidelberg gGmbH vorläufige Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Die Einrichtung mit Sitz in der Zeppelinstraße in Heidelberg, geführt von Geschäftsführerin Dr. Rafaela Elisabeth Korte, befindet sich damit in einer kritischen Phase, in der es nun um die Stabilisierung des Klinikbetriebs und die Sicherung der Versorgung geht.
Am 18. November 2025 wurden umfassende Schritte eingeleitet, um eine Verschlechterung der Vermögenslage zu verhindern. Kernpunkt der gerichtlichen Verfügung ist die Bestellung von Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas Flöther aus Frankfurt als vorläufigem Insolvenzverwalter. Ihm obliegt nicht nur die Kontrolle der finanziellen Aktivitäten des Hauses, sondern auch die Prüfung, ob das Insolvenzverfahren eröffnet werden kann und ob Chancen für eine Fortführung des Krankenhausbetriebs bestehen.
Die Klinik darf ohne Zustimmung des Insolvenzverwalters keine Verfügungen mehr über ihr Vermögen treffen. Kontozugriffe, der Einzug von Forderungen sowie zivilrechtliche Maßnahmen gegen die Einrichtung sind vorläufig gestoppt. Zudem wurden die Bankinstitute verpflichtet, ausschließlich dem Verwalter Auskunft zu erteilen und Gelder nur noch über von ihm kontrollierte Sonderkonten zu führen.
Besonders relevant ist die gerichtliche Festlegung, dass bestehende Rechtsstreitigkeiten automatisch unterbrochen werden. Damit soll das Krankenhaus Salem vor weiteren Belastungen geschützt werden, während die wirtschaftliche Gesamtsituation untersucht wird.
Dass ein Krankenhaus mit so langer Tradition – getragen von der Evangelischen Stadtmission Heidelberg – in diese Situation gerät, ist ein deutlicher Hinweis auf die zunehmenden finanziellen Krisen im Gesundheitswesen. Nun richtet sich der Blick auf die kommenden Wochen: Der vorläufige Insolvenzverwalter wird entscheiden müssen, ob eine Zukunftsperspektive besteht oder ein drastischerer Schritt bevorsteht. Für Mitarbeiter, Patienten und die Region bleibt die Hoffnung, dass die medizinische Versorgung weiterhin gesichert bleibt.