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Söder prescht vor: Bayern-Chef verlangt Neustart der Atompolitik – Mini-Reaktoren als Zukunftsmodell

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

CSU-Chef Markus Söder fordert einen radikalen Neustart in der deutschen Energiepolitik – und scheut dabei auch vor einem Tabubruch nicht zurück: Deutschland solle wieder in die Nutzung der Kernkraft einsteigen, allerdings mit völlig neuen Konzepten. In einem Interview mit der Welt am Sonntag erklärte der bayerische Ministerpräsident, die Zukunft liege nicht in gigantischen Reaktoren vergangener Jahrzehnte, sondern in „kompakten, intelligenten Mini-AKWs“, wie sie etwa in Kanada bereits im Einsatz oder in Planung seien.

Söder zeigte sich überzeugt, dass sogenannte Small Modular Reactors (SMR) in den kommenden Jahren weltweit eine Renaissance erleben werden. Diese Anlagen gelten als vergleichsweise günstig, schnell installierbar und sollen – so die Hoffnung der Befürworter – ein höheres Sicherheitsniveau bieten. Für Deutschland könne dies ein entscheidender Baustein werden, um die Energiepreise zu senken und die Industrie wettbewerbsfähig zu halten, argumentiert der CSU-Chef.

Der Ministerpräsident hat den Abschied von der Kernkraft schon in der Vergangenheit kritisiert und warnt erneut davor, sich allein auf Wind- und Solarenergie zu verlassen. „Wir brauchen verlässliche Grundlast – und zwar zu Preisen, die sich Bürger und Unternehmen leisten können“, sagte Söder. Die Kombination aus steigenden Stromkosten, wachsendem Industriebedarf und stockendem Ausbau erneuerbarer Energien mache einen „ehrlichen Realismus“ erforderlich.

Während die Bundesregierung weiterhin am Atomausstieg festhält, positioniert sich Söder damit klar gegen die Berliner Linie – und schürt eine Debatte, die in Europa längst Fahrt aufgenommen hat. Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Polen und mehrere skandinavische Staaten investieren inzwischen massiv in die Entwicklung neuer Reaktorgenerationen. In Deutschland dagegen ist der politische Widerstand groß.

Söders Vorstoß dürfte die Diskussion über künftige Energiequellen erneut anheizen – und nicht nur in Bayern für politischen Wirbel sorgen.

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