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Prozessauftakt nach Amokfahrt von Mannheim – Angeklagter spricht von seelischer Ausnahmesituation

vanna44 / Pixabay

Vor dem Landgericht Mannheim hat der Prozess gegen den Mann begonnen, der am Rosenmontag mit einem Auto gezielt in eine Menschenmenge in der Mannheimer Innenstadt gerast sein soll. Der 40-jährige Angeklagte aus Ludwigshafen ließ zum Auftakt über seinen Verteidiger eine schriftliche Erklärung verlesen, in der er den Tatverlauf einräumte und sich auf eine schwere psychische Krise berief.

Demnach habe sich der Mann in einem Zustand tiefer Verzweiflung befunden. Er habe starke Wut und Selbstzweifel verspürt und ursprünglich vorgehabt, bei der Fahrt selbst zu sterben. „Es war ein verzweifelter, selbstzerstörerischer Impuls“, zitierte der Anwalt seinen Mandanten. Der Angeklagte sei sich der Tragweite seiner Handlung inzwischen bewusst und bedaure die Folgen zutiefst.

Die Tat hatte am Rosenmontag bundesweit Entsetzen ausgelöst. In der belebten Fußgängerzone von Mannheim war der Mann mit seinem Fahrzeug gezielt auf Passanten zugerast. Zwei Menschen wurden getötet, 14 weitere zum Teil schwer verletzt. Augenzeugen beschrieben Szenen panischer Flucht, ehe die Polizei den Wagen stoppen konnte.

Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder ideologischen Hintergrund aus. Vielmehr deuten die Ermittlungen auf eine langjährige psychische Erkrankung des Mannes hin. Ein psychiatrisches Gutachten soll im Verlauf des Prozesses Aufschluss über seinen Geisteszustand zum Tatzeitpunkt geben.

Die Nebenklage, die mehrere Opfer und Angehörige vertritt, fordert eine umfassende Aufklärung. Viele Betroffene leiden noch immer an den körperlichen und seelischen Folgen der Tat.

Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Neben der Frage nach der Schuldfähigkeit des Angeklagten steht auch die Bewertung der Tatmotive im Mittelpunkt. Das Gericht muss klären, ob der Mann für seine Taten strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann – oder ob er dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

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