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Orkan „Detlef“ wütet über Deutschland – Sturmflut, Schnee und Chaos im ganzen Land
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Orkan „Detlef“ wütet über Deutschland – Sturmflut, Schnee und Chaos im ganzen Land

Kollinger (CC0), Pixabay

Ein stürmisches Wochenende statt goldenem Oktober: Orkantief „Detlef“ hat mit voller Wucht über Deutschland gefegt und landesweit für Chaos gesorgt. Von der Nordseeküste bis zu den Alpen kämpften Einsatzkräfte gegen Sturmfluten, umgestürzte Bäume, überschwemmte Campingplätze und den ersten Schneefall des Herbstes.

Besonders dramatisch war die Lage an der Küste: Auf Norderney versank ein ganzer Campingplatz in den Fluten. Rund 80 Wohnmobile und Wohnwagen standen bis zur Türkante im Wasser, nachdem eine Sturmflut das Gelände überrollt hatte. Verletzte gab es glücklicherweise nicht, doch der Schaden ist immens. Auch in Harlesiel und auf Baltrum mussten Campingplätze evakuiert werden, während auf Langeoog meterhohe Wellen Dünen abrissen und Strandaufgänge zerstörten.

Der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln kam weitgehend zum Erliegen – zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt warnte vor Pegelständen bis zu zwei Meter über dem Normalwert. In Hamburg drohten der Fischmarkt und andere tieferliegende Viertel überflutet zu werden.

Im Binnenland tobte „Detlef“ mit Orkanböen bis zu 110 km/h über Straßen, Felder und Wälder. Besonders Baden-Württemberg wurde hart getroffen: In Dachsberg traf ein umstürzender Baum einen Kleinbus – der Fahrer und seine Beifahrerin wurden schwer verletzt. Überall rückten Feuerwehren aus, um Straßen von Ästen zu befreien, Bauzäune zu sichern und blockierte Bahnstrecken zu räumen.

Auch im Harz und im Erzgebirge blies der Sturm mit voller Kraft. Auf dem Brocken peitschten Böen mit über 100 km/h, dichter Nebel und Regen machten selbst erfahrenen Wanderern zu schaffen. Auf dem Fichtelberg in Sachsen liefen die Teilnehmer des traditionellen Berglaufs bei Wind, Regen und Nebel – viele hüllten sich nach dem Zieleinlauf frierend in Decken.

Im Süden Deutschlands sorgte „Detlef“ schließlich für einen winterlichen Vorgeschmack: In den Alpen fiel oberhalb von 1500 Metern der erste Schnee, auf Straßen und Wiesen bildete sich eine dünne weiße Decke.

Auch die Großstädte spürten die Macht des Orkans. In Leipzig blockierte ein umgestürzter Baum die Gustav-Esche-Straße, in Berlin und Brandenburg fegten Böen bis zu 70 km/h über die Dächer, begleitet von Dauerregen und grauem Himmel.

Während „Detlef“ Richtung Osten abzieht, bleibt das Wetter auch zu Wochenbeginn ungemütlich. Meteorologen rechnen weiter mit Schauern, Wind und kühlen Temperaturen. Der Herbst zeigt sich in diesen Tagen von seiner wilden, unberechenbaren Seite – und macht klar: Der Sommer ist endgültig vorbei.

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